Wegmann

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Henschel-Wegmann-Zug 1936 mit der "61001"

Die Firma Casseler Waggonfabriken von Wegmann, Harkort & Co. wurde im Jahr 1882 von Kommerzienrat Peter Wegmann sowie Richard Harkort gegründet. Im Jahr 1886 wurde das Unternehmen in Wegmann & Co. umbenannt. 1912 übernahmen der Ingenieur August Bode und der Kaufmann Conrad Köhler die Firma.

Geschichte

Die Firma erreichte rasch eine beachtliche Größe und bereits 1886 fertigten 520 Arbeiter 677 Waggons, 15 Jahre war die Zahl auf 1.500 Stück gestiegen. 1907, im Jahr des 25-jährigen Jubiläums war díe Zahl der Mitarbeiter auf 1.000 angewachsen.

Zunächst wurden bei "Wegmann" Waggons und andere Fahrzeuge gebaut. Ab 1917 produzierte Wegmann auch den K-Wagen, den ersten deutschen Panzer. Der Auftrag hierzu wurde Ende März 1917 erteilt. Geplant waren zunächst 10 Fahrzeuge, die jedoch nicht mehr fertiggestellt wurden und somit auch nicht zum Einsatz kamen. Die zwei fast fertigen Panzerwagen wurden nach dem Ende des Ersten Weltkrieges auf Anordnung der Alliierten verschrottet.

In den 1920er Jahren konzentrierte sich das Unternehmen auf den Bau von Eisenbahnwaggons.

Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten wurden erneut Panzer bei "Wegmann" gebaut. Hierbei legte "Wegmann" den Schwerpunkt auf die Produktion von Panzertürmen.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieg beauftragte die amerikanische Militärregierung die Firma zunächst mit Instandsetzungsarbeiten an beschädigten Eisenbahnwaggons, bvor wieder mit der Produktion von Waggons und Straßenbahnen begonnen wurde; im Jahre 1949 waren es bereits wieder 500 Waggons. In den 1950-er und 60er Jahren wurden nicht nur Erste-Klasse-Wagen, Schlaf- und Speisewagen der Bundesbahn gefertigt, sondern etwa auch Waggons der Trans-Europa-Express-Züge. Hinzu kamen Aufträge aus dem Ausland und in den 1970-er Jahren dann auch der Bau von U-Bahn und Straßenbahnwagen, bevor der Waggonbau Mitte der 70-er Jahr eingestellt wurde.

Bereits seit den Sechziger Jahren des 20. Jahrhunderts wurden auch wieder Kampfsysteme produziert. Die Firma spezialisierte sich auf den Bau von Turmsystemen für die Kampfpanzer "Leopard I" und "Leopard II" sowie den Flakpanzer "Gepard". Außerdem wurde das Leichte Artillerie-Raketen-System (LARS) bei "Wegmann" mitentwickelt und -gebaut.

Seit 1999 gehört die Firma "Wegmann & Co." zum Rüstungsunternehmen Krauss-Maffei Wegmann (KMW).

Werkschor Wegmann 1890

Im Jahr 1890 wurde bei der Waggonfabrik Wegmann und Co. der Gesangsverein Germania gegründet. Damals gehörten 81 Sänger dem reinen Männerchor an. Nachdem im zweiten Weltkrieg die Fabrik in Trümmern lag, formierte sich 1950 ein neues Ensemble, der Werkschor Wegmann 1890. Die Sänger probten einmal die Woche in der Kantine des Werks. Zudem bekamen sie ein Brötchen und eine Tasse Kaffee zur Stärkung. Das ist heute (2010) auch noch so.

siehe auch

Wussten Sie schon, dass ...

  • ... Richard, ein Sohn des Gründers der Fabrik Wegmann in Kassel, bei Schlüchtern ein kleines Gut hatte? Als er 1933 seinen Zuchtbullen Hitler nannte, brachte ihm das viel Ärger ein, doch der Name Wegmann gab Schutz und Rückhalt. Auch für dessen Sohn. Der hatte einen englischen Piloten erschossen, der mit dem Fallschirm auf dem Gutsgelände gelandet war. Nach dem Krieg wurde er zum Tode verurteilt, dann aber zu einigen Jahren Zuchthaus begnadigt. Richard Wegmann starb 1954. Ein Bulle hatte ihn mit seinen Hörnern gegen die Stallwand gedrückt.
    August Bollerhey, Wehren

Literatur

Die "61002"

Schichten, Schächte, Schlote - Begleitbroschüre zur Wanderausstellung über Industriekultur in Nordhessen, Kassel 2008 (Broschüre (pdf) auf www.proforma-kassel.de)

Weblinks