Wasserfestung Ziegenhain: Unterschied zwischen den Versionen

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Unter [[Landgraf Philipp I.]] von Hessen wurde dann mit dem Ausbau zu einer '''Wasserfestung''' in den Jahren 1537 bis 1548 begonnen.
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Unter [[Landgraf Philipp I.]] von Hessen wurde dann mit dem Ausbau zu einer '''Wasserfestung''' nach den Plänen des Festungsbaumeisters Jakob von Ettlingen ab 1537 begonnen.
  
Zur Landgrafentreue der Ziegenhainer berichtet ein Heimatlesebuch von 1929 über das geflügelte Wort "Fest wie Ziegenhain" und dass im "Schmalkaldischen Krieg" der Festungskommandant Heinz Lüder in unbestechlicher Hessentreue erklärte: "Nur dem freien Landgrafen gebe ich den Schlüssel der Festung zurück!"
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Zur Landgrafentreue der Ziegenhainer berichtet ein Heimatlesebuch von 1929, dass im "Schmalkaldischen Krieg" der Festungskommandant Heinz Lüder in unbestechlicher Hessentreue erklärte: "Nur dem freien Landgrafen gebe ich den Schlüssel der Festung zurück!" Und das Buch berichtet natürlich über das geflügelte Wort "Fest wie Ziegenhain" aus dem [[Dreißigjähriger Krieg|Dreißigjährigen Krieg]], als die Festung nicht eingenommen werden konnte.
  
 
In den Jahren 1776 bis 1783 diente die Festung Ziegenhain als Sammelstelle für junge hessische Männer, die als Soldaten nach Amerika transportiert wurden. [[Landgraf Friedrich II.|Friedrich II.]] ist als der Kasseler Landgraf bekannt geworden, der es in der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts mit dem Soldatenhandel zugunsten Englands zu großem Reichtum brachte.
 
In den Jahren 1776 bis 1783 diente die Festung Ziegenhain als Sammelstelle für junge hessische Männer, die als Soldaten nach Amerika transportiert wurden. [[Landgraf Friedrich II.|Friedrich II.]] ist als der Kasseler Landgraf bekannt geworden, der es in der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts mit dem Soldatenhandel zugunsten Englands zu großem Reichtum brachte.
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Im Jahre 1842 wurde im Schloss Ziegenhain ein Zwangsarbeitergefängnis mit 400 Gefangenen eingerichtet, 1882 ein Gefängnis für weibliche Gefangene.  
 
Im Jahre 1842 wurde im Schloss Ziegenhain ein Zwangsarbeitergefängnis mit 400 Gefangenen eingerichtet, 1882 ein Gefängnis für weibliche Gefangene.  
  
Inzwischen sind das Schloss und die Festung Ziegenhain schon seit vielen Jahrzehnten wesentlicher Bestandteil der Justizvollzugsanstalt Schwalmstadt-Ziegenhain.
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Inzwischen sind das Schloss und die Festung Ziegenhain an der Landgraf-Philipp-Strasse schon seit vielen Jahrzehnten wesentlicher Bestandteil der Justizvollzugsanstalt Schwalmstadt-Ziegenhain.
  
 
== siehe auch ==
 
== siehe auch ==

Version vom 5. März 2008, 21:46 Uhr

Am Wallgraben von Ziegenhain:
Stolz steht die Kanone am ehemaligen Festungseingang. Sie erinnert an die kriegerischen Zeiten, als die Grafen von Ziegenhain im politischen Geschehen mitmischten.
Foto: Andreas Lages

"Fest wie Ziegenhain"

Nach dem Tod des letzten Grafen von Ziegenhain im Jahre 1450 fiel die Grafschaft Ziegenhain an die Landgrafen von Hessen. 1470 wurde die Burg in Ziegenhain zu einem Schloss umgebaut.

Unter Landgraf Philipp I. von Hessen wurde dann mit dem Ausbau zu einer Wasserfestung nach den Plänen des Festungsbaumeisters Jakob von Ettlingen ab 1537 begonnen.

Zur Landgrafentreue der Ziegenhainer berichtet ein Heimatlesebuch von 1929, dass im "Schmalkaldischen Krieg" der Festungskommandant Heinz Lüder in unbestechlicher Hessentreue erklärte: "Nur dem freien Landgrafen gebe ich den Schlüssel der Festung zurück!" Und das Buch berichtet natürlich über das geflügelte Wort "Fest wie Ziegenhain" aus dem Dreißigjährigen Krieg, als die Festung nicht eingenommen werden konnte.

In den Jahren 1776 bis 1783 diente die Festung Ziegenhain als Sammelstelle für junge hessische Männer, die als Soldaten nach Amerika transportiert wurden. Friedrich II. ist als der Kasseler Landgraf bekannt geworden, der es in der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts mit dem Soldatenhandel zugunsten Englands zu großem Reichtum brachte.

Von Karlshafen reisten die hessischen Soldaten weserabwärts nach Bremen und dann weiter über den Atlantik nach Nord-Amerika, um als Soldaten für England gegen die aufständischen Kolonialisten zu kämpfen.

Heute ist von der Befestigungsanlage in Ziegenhain noch ein Teil des Wassergrabens vorhanden, Mauern und Wälle sind abgetragen. Schon zur Zeit der Übernahme der Festung durch die napoleonische Armee zur Zeit des Königreichs Westphalen im Jahre 1806 wurde damit begonnen, die Wehranlagen zu schleifen.

Nach dem Wiener Kongress (1814 - 1815) wurden dann auch in Kurhessen die alten Herrschafts- und Machtstrukturen wieder hergestellt.

Im Jahre 1842 wurde im Schloss Ziegenhain ein Zwangsarbeitergefängnis mit 400 Gefangenen eingerichtet, 1882 ein Gefängnis für weibliche Gefangene.

Inzwischen sind das Schloss und die Festung Ziegenhain an der Landgraf-Philipp-Strasse schon seit vielen Jahrzehnten wesentlicher Bestandteil der Justizvollzugsanstalt Schwalmstadt-Ziegenhain.

siehe auch

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