Wasserfestung Ziegenhain: Unterschied zwischen den Versionen

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'''"Fest wie Ziegenhain"'''
 
  
Nach dem Tod des letzten Grafen von Ziegenhain im Jahre 1450 fiel die Grafschaft [[Ziegenhain]] an die Landgrafen von Hessen. 1470 wurde die Burg in [[Ziegenhain]] zu einem Schloss umgebaut.  
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Nach dem Tod des letzten Grafen von Ziegenhain im Jahre [[1450]] fiel die Grafschaft [[Ziegenhain]] an die Landgrafen von [[Hessen]]. [[1470]] wurde die Burg in [[Ziegenhain]] zu einem Schloss umgebaut. Unter [[Landgraf Philipp I.]] von Hessen wurde dann mit dem Ausbau zu einer '''Wasserfestung''' nach den Plänen des Festungsbaumeisters Jakob von Ettlingen ab [[1537]] begonnen.
  
Unter [[Landgraf Philipp I.]] von Hessen wurde dann mit dem Ausbau zu einer '''Wasserfestung''' nach den Plänen des Festungsbaumeisters Jakob von Ettlingen ab 1537 begonnen.
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== Geschichte ==
  
 
Zur Landgrafentreue der Ziegenhainer ist überliefert, dass im "[[Schmalkaldischer Krieg|Schmalkaldischen Krieg]]" (1546 - 1547) der Festungskommandant [[Heinz von Lüder]] in unbestechlicher Hessentreue erklärte: "Nur dem freien Landgrafen gebe ich den Schlüssel der Festung zurück!" und sich damit in der Auseinandersetzung mit Kaiser Karl V. auch während der Gefangenschaft des Landgrafen auf dessen Seite stellte. Ein historisches Geschehen, an das der Dichter August Kopisch später in seinem Gedicht „[[Landgraf Philipp der Großmütige]]“ erinnerte.
 
Zur Landgrafentreue der Ziegenhainer ist überliefert, dass im "[[Schmalkaldischer Krieg|Schmalkaldischen Krieg]]" (1546 - 1547) der Festungskommandant [[Heinz von Lüder]] in unbestechlicher Hessentreue erklärte: "Nur dem freien Landgrafen gebe ich den Schlüssel der Festung zurück!" und sich damit in der Auseinandersetzung mit Kaiser Karl V. auch während der Gefangenschaft des Landgrafen auf dessen Seite stellte. Ein historisches Geschehen, an das der Dichter August Kopisch später in seinem Gedicht „[[Landgraf Philipp der Großmütige]]“ erinnerte.
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=== Sprichwort ===
  
 
Weithin bekannt ist auch das geflügelte Wort "Fest wie Ziegenhain", nachdem die seinerzeit viertgrößte Festung in Hessen im  [[Dreißigjähriger Krieg|Dreißigjährigen Krieg]] nicht eingenommen werden konnte.  
 
Weithin bekannt ist auch das geflügelte Wort "Fest wie Ziegenhain", nachdem die seinerzeit viertgrößte Festung in Hessen im  [[Dreißigjähriger Krieg|Dreißigjährigen Krieg]] nicht eingenommen werden konnte.  
  
In den Jahren 1776 bis 1783 diente die Festung Ziegenhain als Sammelstelle für junge hessische Männer, die als Soldaten nach Amerika transportiert wurden. [[Landgraf Friedrich II.|Friedrich II.]] ist als der Kasseler Landgraf bekannt geworden, der es in der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts mit dem Soldatenhandel zugunsten Englands zu großem Reichtum brachte.
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=== Soldatenhandel ===
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In den Jahren [[1776]] bis [[1783]] diente die Festung Ziegenhain als Sammelstelle für junge hessische Männer, die als Soldaten nach Amerika transportiert wurden. [[Landgraf Friedrich II.|Friedrich II.]] ist als der Kasseler Landgraf bekannt geworden, der es in der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts mit dem Soldatenhandel zugunsten Englands zu großem Reichtum brachte.
  
 
Von [[Bad Karlshafen|Karlshafen]] reisten die hessischen Soldaten weserabwärts nach Bremen und dann weiter über den Atlantik nach Nord-Amerika, um als Soldaten für England gegen die aufständischen Kolonialisten zu kämpfen.
 
Von [[Bad Karlshafen|Karlshafen]] reisten die hessischen Soldaten weserabwärts nach Bremen und dann weiter über den Atlantik nach Nord-Amerika, um als Soldaten für England gegen die aufständischen Kolonialisten zu kämpfen.
  
Heute ist von der Befestigungsanlage in [[Ziegenhain]] noch ein Teil des Wassergrabens vorhanden, Mauern und Wälle sind abgetragen. Schon zur Zeit der Übernahme der Festung durch die napoleonische Armee zur Zeit des [[Königreich Westphalen|Königreichs Westphalen]] im Jahre 1806 wurde damit begonnen, die Wehranlagen zu schleifen.
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== Von der Befestigungsanlage zum Gefängnis ==
  
 
Nach dem Wiener Kongress (1814 - 1815) wurden dann auch in [[Kurfürstentum Hessen|Kurhessen]] die alten Herrschafts- und Machtstrukturen wieder hergestellt.
 
Nach dem Wiener Kongress (1814 - 1815) wurden dann auch in [[Kurfürstentum Hessen|Kurhessen]] die alten Herrschafts- und Machtstrukturen wieder hergestellt.
  
Im Jahre 1842 wurde im Schloss Ziegenhain ein Zwangsarbeitergefängnis mit 400 Gefangenen eingerichtet, 1882 ein Gefängnis für weibliche Gefangene.  
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Im Jahr [[1842]] wurde im Schloss Ziegenhain ein Zwangsarbeitergefängnis mit 400 Gefangenen eingerichtet - [[1882]] auch ein Gefängnis für weibliche Gefangene.  
  
Inzwischen ist die Festung Ziegenhain an der Landgraf-Philipp-Strasse schon seit vielen Jahrzehnten wesentlicher Bestandteil der Justizvollzugsanstalt Schwalmstadt-Ziegenhain.
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Inzwischen ist die Festung Ziegenhain an der Landgraf-Philipp-Strasse schon seit vielen Jahrzehnten wesentlicher Bestandteil der [[Justizvollzugsanstalt Schwalmstadt]].
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Heute ist von der Befestigungsanlage in [[Ziegenhain]] noch ein Teil des Wassergrabens vorhanden, Mauern und Wälle sind abgetragen. Schon zur Zeit der Übernahme der Festung durch die napoleonische Armee zur Zeit des [[Königreich Westphalen|Königreichs Westphalen]] im Jahre 1806 wurde damit begonnen, die Wehranlagen zu schleifen.
  
 
== siehe auch ==
 
== siehe auch ==
 
* [[Ziegenhain]]
 
* [[Ziegenhain]]
 
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* [[Schwalmstadt]]
 
== Weblinks ==
 
== Weblinks ==
 
* [http://forschung.gnm.de/ressourcen/schloesser/XML/159_Ziegenhain_Schloss.xml Informationen zu Burg und Schloss Ziegenhain]
 
* [http://forschung.gnm.de/ressourcen/schloesser/XML/159_Ziegenhain_Schloss.xml Informationen zu Burg und Schloss Ziegenhain]
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[[Kategorie:Schwalm-Eder]]
 
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[[Kategorie:Schwalm-Eder-Kreis]]
 
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[[Kategorie: Schwalmstadt]]

Version vom 6. Juni 2011, 17:26 Uhr

Am Wallgraben von Ziegenhain:
Stolz steht die Kanone am ehemaligen Festungseingang. Sie erinnert an die kriegerischen Zeiten, als die Grafen von Ziegenhain im politischen Geschehen mitmischten.
Foto: Andreas Lages
Schloss Ziegenhain
heute Justizvollzugsanstalt

Nach dem Tod des letzten Grafen von Ziegenhain im Jahre 1450 fiel die Grafschaft Ziegenhain an die Landgrafen von Hessen. 1470 wurde die Burg in Ziegenhain zu einem Schloss umgebaut. Unter Landgraf Philipp I. von Hessen wurde dann mit dem Ausbau zu einer Wasserfestung nach den Plänen des Festungsbaumeisters Jakob von Ettlingen ab 1537 begonnen.

Geschichte

Zur Landgrafentreue der Ziegenhainer ist überliefert, dass im "Schmalkaldischen Krieg" (1546 - 1547) der Festungskommandant Heinz von Lüder in unbestechlicher Hessentreue erklärte: "Nur dem freien Landgrafen gebe ich den Schlüssel der Festung zurück!" und sich damit in der Auseinandersetzung mit Kaiser Karl V. auch während der Gefangenschaft des Landgrafen auf dessen Seite stellte. Ein historisches Geschehen, an das der Dichter August Kopisch später in seinem Gedicht „Landgraf Philipp der Großmütige“ erinnerte.

Sprichwort

Weithin bekannt ist auch das geflügelte Wort "Fest wie Ziegenhain", nachdem die seinerzeit viertgrößte Festung in Hessen im Dreißigjährigen Krieg nicht eingenommen werden konnte.

Soldatenhandel

In den Jahren 1776 bis 1783 diente die Festung Ziegenhain als Sammelstelle für junge hessische Männer, die als Soldaten nach Amerika transportiert wurden. Friedrich II. ist als der Kasseler Landgraf bekannt geworden, der es in der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts mit dem Soldatenhandel zugunsten Englands zu großem Reichtum brachte.

Von Karlshafen reisten die hessischen Soldaten weserabwärts nach Bremen und dann weiter über den Atlantik nach Nord-Amerika, um als Soldaten für England gegen die aufständischen Kolonialisten zu kämpfen.


Von der Befestigungsanlage zum Gefängnis

Nach dem Wiener Kongress (1814 - 1815) wurden dann auch in Kurhessen die alten Herrschafts- und Machtstrukturen wieder hergestellt.

Im Jahr 1842 wurde im Schloss Ziegenhain ein Zwangsarbeitergefängnis mit 400 Gefangenen eingerichtet - 1882 auch ein Gefängnis für weibliche Gefangene.


Heutiger Zustand

Inzwischen ist die Festung Ziegenhain an der Landgraf-Philipp-Strasse schon seit vielen Jahrzehnten wesentlicher Bestandteil der Justizvollzugsanstalt Schwalmstadt.

Heute ist von der Befestigungsanlage in Ziegenhain noch ein Teil des Wassergrabens vorhanden, Mauern und Wälle sind abgetragen. Schon zur Zeit der Übernahme der Festung durch die napoleonische Armee zur Zeit des Königreichs Westphalen im Jahre 1806 wurde damit begonnen, die Wehranlagen zu schleifen.

siehe auch

Weblinks