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Nach Steckdosen wird man in dem Gewölbekeller vergeblich suchen. In den unterirrdischen Räumen des Wasserschlosses Wülmersen scheint auf den ersten Blick alles wie vor hundert Jahren: Der Boden ist aus grobem Stein. Viel Hand hatten die damaligen Bauherren an ihn nicht angelegt. Die Mauern des Schlosses haben sie auf dem Grund errichtet, den die Natur zwischen [[Holzape]] und [[Diemel]] im Angebot hat. Die Wand über der Herdstelle ist schwarz vom Ruß, und an den Wänden hängen Eisenringe. An ihnen machte der Schmied die Pferde fest, wenn sie beschlagen werden mussten.
 
Nach Steckdosen wird man in dem Gewölbekeller vergeblich suchen. In den unterirrdischen Räumen des Wasserschlosses Wülmersen scheint auf den ersten Blick alles wie vor hundert Jahren: Der Boden ist aus grobem Stein. Viel Hand hatten die damaligen Bauherren an ihn nicht angelegt. Die Mauern des Schlosses haben sie auf dem Grund errichtet, den die Natur zwischen [[Holzape]] und [[Diemel]] im Angebot hat. Die Wand über der Herdstelle ist schwarz vom Ruß, und an den Wänden hängen Eisenringe. An ihnen machte der Schmied die Pferde fest, wenn sie beschlagen werden mussten.
 
Das wenige Licht, dass sich zwischen den dicken Mauern sammelt, fällt durch einen Torbogen ins Innere. In den hinteren Ecken jedoch ist es zappenduster und stickig. Hier gewöhnen sich die Augen nur langsam an die Dunkelheit. Das waren die Umstände, unter denen die Menschen vor einigen hundert Jahren tagein, tagaus gearbeitet haben. Lange Zeit wurde im Gewölbekeller gekocht. Die Mägde bereiteten die Mahlzeiten zu: Fleischspieße für die Herrschaften, Körnersuppe fürs Gesinde.
 
  
 
[[Bild:wülm1.jpg|thumb|left|329px|Dorothea Fellinger im Wasserschloss Wülmersen]]
 
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Das wenige Licht, dass sich zwischen den dicken Mauern sammelt, fällt durch einen Torbogen ins Innere. In den hinteren Ecken jedoch ist es zappenduster und stickig. Hier gewöhnen sich die Augen nur langsam an die Dunkelheit. Das waren die Umstände, unter denen die Menschen vor einigen hundert Jahren tagein, tagaus gearbeitet haben. Lange Zeit wurde im Gewölbekeller gekocht. Die Mägde bereiteten die Mahlzeiten zu: Fleischspieße für die Herrschaften, Körnersuppe fürs Gesinde.
  
 
Die dicken Sandsteinmauern erfüllten noch einen weiteren Zweck. Das ganze Jahr über herrschten zwischen den mächtigen Steinen eine nahezu konstante Temperatur, erzählt [[Dorothea Fellinger]], die das Haus heute leitet. In den Erdkellern wurden die Lebensmittel gelagert - Milchprodukte etwa und gepökeltes Fleisch.
 
Die dicken Sandsteinmauern erfüllten noch einen weiteren Zweck. Das ganze Jahr über herrschten zwischen den mächtigen Steinen eine nahezu konstante Temperatur, erzählt [[Dorothea Fellinger]], die das Haus heute leitet. In den Erdkellern wurden die Lebensmittel gelagert - Milchprodukte etwa und gepökeltes Fleisch.

Version vom 13. Mai 2007, 17:59 Uhr

Wülmersen ist ein Stadtteil der Stadt Trendelburg. Der Ort liegt im Landkreis Kassel in Nordhessen.

Geschichte

Erstmals urkundlich erwähnt wurde Wülmersen im Jahr 1108. Bei der Anlage handelt es sich um eine Schenkung des Bischofs von Paderborn an Kloster Helmarshausen. Das Schloss wurde als Lehensgut an die Ritter Markessen vergeben. Durch Einheirat 1316 befindet sich das Schloss im Lehen der Herren von Stockhausen. In deren Besitz bleibt die Anlage bis 1960. Als erste Gebäude wurden erbaut Herrenhaus, Stallgebäude, Ellerburg und Trockenhaus. Später kamen hinzu Brauhaus, Schmiede, Glockenturm und Torhaus. Mit dem Bau des neuen Herrenhauses wurde 1802 begonnen. Über Jahrhunderte hinweg hatte das Schloss Bedeutung als großer Wirtschaftshof. Zu seinem Namen Wasserschloss kam das Anwesen nach dem 30-jährigen Krieg, als Wassergräben um das Schloss gezogen wurden. Nach 1960 sind die Gebäude dem Verfall preisgegeben.

1987 erwirbt der Aus- und Forbildungsverbund das Schloss , arbeitslose Jugendliche und Handwerksbetriebe beginnen mit der Sanierung. Heute gehört das Schloss dem Landkreis Kassel.

Gewölbekeller im Wasserschloss

Nach Steckdosen wird man in dem Gewölbekeller vergeblich suchen. In den unterirrdischen Räumen des Wasserschlosses Wülmersen scheint auf den ersten Blick alles wie vor hundert Jahren: Der Boden ist aus grobem Stein. Viel Hand hatten die damaligen Bauherren an ihn nicht angelegt. Die Mauern des Schlosses haben sie auf dem Grund errichtet, den die Natur zwischen Holzape und Diemel im Angebot hat. Die Wand über der Herdstelle ist schwarz vom Ruß, und an den Wänden hängen Eisenringe. An ihnen machte der Schmied die Pferde fest, wenn sie beschlagen werden mussten.

Dorothea Fellinger im Wasserschloss Wülmersen

Das wenige Licht, dass sich zwischen den dicken Mauern sammelt, fällt durch einen Torbogen ins Innere. In den hinteren Ecken jedoch ist es zappenduster und stickig. Hier gewöhnen sich die Augen nur langsam an die Dunkelheit. Das waren die Umstände, unter denen die Menschen vor einigen hundert Jahren tagein, tagaus gearbeitet haben. Lange Zeit wurde im Gewölbekeller gekocht. Die Mägde bereiteten die Mahlzeiten zu: Fleischspieße für die Herrschaften, Körnersuppe fürs Gesinde.

Die dicken Sandsteinmauern erfüllten noch einen weiteren Zweck. Das ganze Jahr über herrschten zwischen den mächtigen Steinen eine nahezu konstante Temperatur, erzählt Dorothea Fellinger, die das Haus heute leitet. In den Erdkellern wurden die Lebensmittel gelagert - Milchprodukte etwa und gepökeltes Fleisch.

Mit dem Bezug des neuen Herrenhauses im Jahre 1805 gab es dann dort eine moderne Küche. Das Feuer in der Herdstelle allerdings erlosch nicht. Der Keller wurde umfunktioniert zur Schmiede. Der Eingangsbereich wurde aufgeschüttet mit Steinen, so ließen sich die Pferde mühelos ins Gewölbe führen, von denen es insgesamt drei gibt.

Für den normalen Gast des Wasserschlosses bleiben die Keller im Verborgenen. Nur an ausgesuchten Tagen schließt Dorothea Fellinger das Schloss des schmiedeeisernen Tores auf und führt Besucher in die Gewölbe. Da haben es die Kinder- und Jugendgruppen, die sich in die historischen Gemäuer einmieten können, schon besser. Bei Kerzen- und Fackelschein nutzen sie den spartanischen Raum für Feiern und spüren so der Vergangenheit nach.

Öffnungszeiten

Die Außenanlagen des Wasserschlosses können jederzeit besichtigt werden. Vom 20. Mai bis zum 31. Oktober 2007 wird die Ausstellung "Mensch und Tier - arbeiten zusammen" in der Museumsscheune gezeigt. Öffnungszeiten: Di-Fr, 10 bis 18 Uhr, Sa 14 bis 17 Uhr, So 11 bis 18 Uhr. Landmuseum Wasserschloss Wülmersen, Dorothea Fellinger, 34 388 Trendelburg, Tel. 05675-7210348, E-Mail: d.fellinger@wasserschloss-wuelmersen.de.

Quelle

HNA vom 9. Mai 2007, Körnersuppe fürs Gesinde, Autorin Antje Thon.

Weblinks


Städte und Gemeinden im Landkreis Kassel
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