Unterneustadt

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Untergegangene Unterneustadt gibt Zeugnis von erster mittelalterlicher Stadterweiterung

„Im Paddelboot / In der Hand das Brot, von der Fulda geschaukelt / Hab’ ich aufs Wasser geschaut, lang und immer wieder / Ganz verschlammt war das Boot / Nach der Sprengung der Talsperre, dem Hochwasser / Und wurde mit viel Mühe wieder hergerichtet / Verbrannt ist es in der Bombennacht.”

In jener Nacht des 23. Oktobers 1943 wurde die Kasseler Unterneustadt fast völlig zerstört. Zeilen wie die von Elfriede Hast erinnern daran. Sie sind Teil eines Kunstprojekts, das in der wieder gegründeten Unterneustadt die Erinnerung an das alte Kassel wachhält.

Es gibt nicht mehr viel, was auf die alte Stadt verweist. Was die Bomben nicht dem Erdboden gleichmachten, wurde beim Wiederaufbau zerstört. Das untergegangene Herzstück der Unterneustadt, Kern der ersten mittelalterlichen Stadterweiterung, ließ man frei. Der Messeplatz an der Leipziger Straße war geboren. Eine Brache, die bis zu ihrer Bebauung ab Mitte der 1990er-Jahre vor allem als Kirmes- und Parkplatz diente.

Unterneustadt und Karl Branner Brücke
Mehr als 60 Jahre nach der verhängnisvollen Bombennacht ist auf dem Grundriss der untergegangenen Unterneustadt ein neues Stadtquartier entstanden. Mit Gassen und Straßenzügen wie einst. Die kritische Rekonstruktion der Unterneustadt, ein in der Fachwelt viel beachtetes Projekt, knüpft an einen bedeutenden Teil des alten Kassel an. Die historischen Überreste aber verbleiben für immer im Boden. Sie geben Zeugnis von der ersten mittelalterlichen Stadterweiterung und deren Entwicklung bis hin zur Zerstörung im Oktober 1943.

Die Denkmalpflege wandte sich Mitte der 1990er-Jahre gegen aufkeimende Hoffnungen, Fundamente und Erdgeschossreste der historischen Unterneustadt ausgraben zu können. Sie sollten unangetastet für die Nachwelt erhalten bleiben. Deshalb wurden alle Bauprojekte in der wieder gegründeten Unterneustadt mit der Denkmalpflege abgesprochen. Die neuen Häuser entstanden auf alten Grundrissen. Bei einem Bauvorhaben am Fuldaufer kam es wegen der vorgesehenen Pfahlgründung zum Streit zwischen Bauherr und Denkmalpflege, die um das Bodendenkmal an dieser Stelle fürchtete, und zu einem juristischen Nachspiel.

siehe auch

Links

  • www.unterneustadt.de - ein Stadtteil-Portal, das neben allgemeinen Informationen über den Stadtteil einen Veranstaltungskalender umfasst sowie zahlreiche Links zu Institutionen, Vereinen, und allem, was man im Stadtteil suchen und finden kann.
  • www.peg-kassel.de - Ausführliche Dokumentation über die Wiedergründung der Unterneustadt mit Plänen, Fotos und Luftbildern
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