Ungedanken: Unterschied zwischen den Versionen

Aus Regiowiki
Wechseln zu: Navigation, Suche
 
(32 dazwischenliegende Versionen von 11 Benutzern werden nicht angezeigt)
Zeile 1: Zeile 1:
'''Ungedanken''' am Fusse des [[Büraberg]]s ist ein Stadtteil der Stadt [[Fritzlar]] im [[Schwalm-Eder-Kreis]].
+
{| cellpadding="2" style="float: right; width: 257px; border: 1px solid #F6740A; background-color:#F3F7EF; margin-left: 1em; border-spacing: 1px;"
 +
!colspan="2" align=center | <div style="background:#F6740A;text-align:center;color: #fff;font-weight:bold;font-size:110%;">Ungedanken</div>
 +
|-
 +
|colspan="2" align=center |
 +
|-
 +
|colspan="2" align=center | <div style="background:#ffffff;text-align:center;font-weight;font-size:90%;"></div>
 +
|-
 +
|- style="background: #ffffff;"
 +
| Bundesland (Deutschland)|Bundesland: || [[Hessen]]
 +
|- style="background: #fff;"
 +
| Regierungsbezirk: || [[Regierungsbezirk Kassel|Kassel]]
 +
|- style="background: #ffffff;"
 +
| Landkreis: || [[Schwalm-Eder-Kreis]]
 +
|- style="background: #ffffff;"
 +
| Stadt: || [[Fritzlar]]
 +
|- style="background: #ffffff;"
 +
| Einwohner: || ca. 980 <small></small>
 +
|- style="background: #ffffff;"
 +
| Telefonvorwahl|Vorwahl: || 05622
 +
|- style="background: #ffffff;"
 +
| Kfz-Kennzeichen: || HR
 +
|- style="background: #ffffff;"
 +
| Stadtverwaltung: || Zwischen den Krämen 7<br>34560 Fritzlar
 +
|- style="background: #ffffff;"
 +
| Website: || [http://www.ungedanken.de www.ungedanken.de]
 +
|- style="background: #ffffff;"
 +
|Bürgermeister: || Hartmut Spogat ([[CDU]])
 +
|- style="background: #ffffff;"
 +
|Ortsvorsteherin: || Heidi Puchinger
 +
|}
 +
'''Ungedanken''' am Fuße des [[Büraberg|Bürabergs]] ist ein Stadtteil der [[Nordhessen|nordhessischen]] Stadt [[Fritzlar]] im [[Schwalm-Eder-Kreis]] mit rund 980 Einwohnern.
 +
 
 +
== Gemarkung und Lage ==
 +
Ungedanken liegt auf einem Geländesporn zwischen Osterbach und Ruppenbach. Im Norden fällt die Siedlung zur vorbeifließenden [[Eder]] ab. Ebenfalls im Norden des Dorfes führen die Bundesstraße 253 von [[Bad Wildungen]] nach [[Fritzlar]] bzw. [[Homberg (Efze)|Homberg]] vorbei und die [[1884]] erbaute Bahnstrecke von [[Wabern]] nach [[Bad Wildungen]], an der es in Ungedanken einen Haltepunkt gibt. Nach Süden führt eine Kreisstraße in den Nachbarort [[Rothhelmshausen]].
 +
 
 +
Im Osten des Dorfes liegt der [[Büraberg]], der bereits im frühen Mittelalter besiedelt gewesen ist. Später wird dort die fränkische Grenzfeste Büraburg errichtet, die nach der Fällung der Donareiche durch [[Bonifatius]] Sitz des Bistums Büraberg wird.
 +
 
 +
Die Gemarkung Ungedanken hat eine Fläche von ca. 439 Hektar.
  
 
== Geschichte ==
 
== Geschichte ==
Der Name "Ungedanken" ist möglicher Weise aus dem keltischen Wort "Una-wanga" entstanden, was soviel wie "unten am Wasser bedeutet".
 
  
Im Jahre 2009 feiert der Ort sein 800-jähriges Jubiläum.
+
Ungedanken wird erstmals im Jahr [[1209]] im Güterverzeichnis des Stiftes [[Fritzlar]] als "Ungethangen" urkundlich erwähnt. Zunächst ist Ungedanken im 13. Jahrhundert unter anderem im Besitz der von Löwenstein.
  
== Kirchen ==
+
[[1308]] erwirbt der Kantor Herman von Grune ein Viertel des Dorfes und schenkt es an das [[Dom zu Fritzlar|Stift Fritzlar]]. Die Schenkung wird im Jahr [[1309]] von Werner von Löwenstein-Schweinsberg bestätigt. Im Jahr [[1324]] verkaufen die von Löwenstein ihre sämtlichen Erträge, Güter und Gefälle zu Ungedanken an das Stift Fritzlar. Damit gehört Ungedanken zum [[Erzbistum Mainz|mainzischen]] Amt [[Fritzlar]]. [[1392]] erwirbt die Fritzlarer Kirche die Hälfte des Dorfes von Ritter Widekind von Wichdorf, genannt Wackermaul. Ebenfalls [[1392]] wird erstmals ein Dorfgrebe erwähnt.
* [[Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck]]
+
* Katholische Kirchengemeinde [[St. Bonifatius Ungedanken]]
+
* [[Katholische Kirchengemeinden in Nordhessen]]
+
  
== Sehenwürdigkeiten ==
+
In Ungedanken wird [[1498]] eine Gerichtsstätte vor dem Grebenhaus erwähnt.
Zu den Sehenswürdigkeiten des Orts gehört die ''Kapelle St. Brigida'' auf dem [[Büraberg]], ein zum Edertal hin steil abfallender Ausläufer des [[Kellerwald]]s. Von Ungedanken erreicht man die Kapelle über einen gut ausgebauter Feldweg (in etwa 1,8 km Entfernung vom Ortseingang).  
+
  
== Wandern und Radwandern ==
+
[[Datei:DSC 0512-St. Bonifatius Ungedanken.jpg|thumb|right|250px|Kirche St. Bonifatius in Ungedanken]]
== Radweg ==
+
[[1520]] verpfändet das Stift Fritzlar Ungedanken an Graf Philipp von Waldeck. Im gleichen Jahr bezeichnet [[Landgraf Philipp I.]] Ungedanken als in seinem Fürstentum gelegen. Die Pfandschaft über Ungedanken geht [[1537]] auf den Fritzlarer Kanoniker Burchard von Hanstein über. [[1547]] fällt das Dorf, nach Aufhebung der Pfandschaft, wieder in den Besitz des Fritzlarer Stifts.
* [[Ederauenradweg R 10]]
+
  
=== Auf dem Barbarossaweg nach Fritzlar ===
+
Im [[Königreich Westphalen]] bilden die Franzosen von [[1807]] bis [[1813]] das Kanton [[Wabern]], das zum Distrikt [[Kassel|Cassel]] zählt. Hierzu gehört auch Ungedanken. Nach der Wiedererrichtung des [[Kurfürstentum Hessen|Kurfürstentums]] werden [[1814]] die bisherigen Ämter neu eingerichtet und Ungedanken dem Amt [[Fritzlar]] zugeordnet. [[1821]] wird im Rahmen der Kurhessischen Verwaltungsreform in [[Fritzlar]] ein Justizamt eingerichtet, zu dem auch Ungedanken gehört. Außerdem ist das Dorf seitdem Teil des neuen Kreises [[Fritzlar]]. [[1834]] hat das Dorf 300 Einwohner. Ab [[1867]] gehört Ungedanken zum Amtsgericht [[Fritzlar]]. Im Jahr [[1885]] leben in Ungedanken 347 Menschen.
[[Bild:Wiki195.jpg|right|thumb|600px|Wandertipp]]
+
'''Ein Wandervorschlag des Deutschen Alpenvereins, Sektion Kassel'''
+
  
Am [[Bad Wildungen|Bad Wildunger]] Bahnhof suchen wir die Straße Richtung [[Wenzigerode]].
+
[[1932]] wird aus den Kreisen Fritzlar und Homberg, der Kreis Fritzlar-Homberg, zu dem nun auch Ungedanken gehört. Im Jahr [[1939]] hat Ungedanken 403 Einwohner.
  
Gleich am Verkehrsschild sehen wir unser Wanderzeichen X 8. Es weist uns bergauf, der Straße folgend, aus dem Ort hinaus. Auch nach Unterqueren der Umgehungsstraße geht es auf der relativ viel befahrenen Straße etwa ein Kilometer weiter. Wer die Straße meiden möchte, geht direkt hinter der Unterführung in den Weg nach links, umrundet das Naturschutzgebiet "Blauer Bruch", hält sich am nächsten Weg rechts und trifft an der Straße das Zeichen, das jetzt in das Feld führt.
+
[[1961]] haben in Ungedanken 592 Menschen ihren Wohnsitz.
  
Dann kommen wir in den Wald und wandern über Mühlenberg, Katze (höchster Punkt der Wanderung), vorbei an der Kreuzeiche Richtung [[Rothhelmshausen]], das wir rechts umgehen.
+
Im Zuge der hessischen Gebietsreform wird die ehemals selbständige Gemeinde Ungedanken am 31. Dezember [[1971]] ein Stadtteil von [[Fritzlar]]. Ab dem 1. Januar [[1974]] gehört die Stadt Fritzlar und mit ihr Ungedanken zum neu gebildeten [[Schwalm-Eder-Kreis]].
  
Auf dem "Braunauer Totenweg" wandernd erreichen wir den Büraberg oberhalb von [[Ungedanken]]. Auf dem letzten Wegstück stehen Grenzsteine mit dem Waldecker Stern, Mainzer Rad und dem Petrusschlüssel von [[Fritzlar]] im Wald.
+
[[2009]] kann Ungedanken den 800. Jahrestag seiner urkundlichen Ersterwähnung feiern.
  
Danach führt der Weg ins [[Edertal]] hinunter, überquert die [[Eder]], und vorbei an Fischteichen und Bad endet unsere Wanderung auf dem Marktplatz von [[Fritzlar]].
+
===Namensgebung===
 +
„Ungethangen“ hatte sich über die Jahrhunderte in der Schreibweise nur geringfügig verändert. Schon im Jahr [[1291]] tauchte „Ungedanken“ in einem Schriftstück auf (andere Schreibweisen waren unter anderem auch Ungedankin und Ungedancken).
 +
Gesicherte Quellen über die Herkunft des Ortsnamens gibt es bislang nicht. Der Name "Ungedanken" ist möglicherweise aus dem keltischen Wort "Una-wanga" entstanden, was soviel wie "unten am Wasser bedeutet". Möglich ist aber auch, dass das Wort „Underndunk“ oder „Underndank“ eine Wurzel für den Namen ist, wobei dunc, donc und danc für einen Hügel stehen. Unner- oder Under könnte eine Ruhestatt für Weidevieh bezeichnet haben. Seine Namen hätte der Fritzlarer Stadtteil dann von Hügeln oder Berghängen, auf denen Vieh weidete.<ref>Artikel aus der Melsunger Allgemeinen vom 28. Januar 2015: Gedanken zu Ungedanken</ref>
  
Je nach Fahrplan geht man entweder zum Bus oder zum Bahnhof. Die Busse fahren ab Haltestelle Amtsgericht oder Allee. Man folgt dem X 12 aus der Stadt, der an der Allee vorbeiführt. Zum Bahnhof folgt man dem X 8 weiter, geht an der Hauptstraße nach rechts hinunter und über die [[Eder]] zum Bahnhof.
+
== Kirchen ==
 +
[[Datei:DSC 0508-Büraberg-Kirche 1.jpg|thumb|right|250px|Kirche auf dem Büraberg]]
 +
* [[St. Bonifatius Ungedanken]]
 +
* [[Wallfahrtskapelle St. Brigida]] auf dem [[Büraberg]]
  
''Deutscher Alpenverein: Dietmar Broschinski, Telefon 0 56 65 / 36 40. Wanderungen alle 14 Tage, sonntags.''
+
== Sehenwürdigkeiten ==
 +
Zu den Sehenswürdigkeiten des Orts gehört die "[[Wallfahrtskapelle St. Brigida]]" auf dem [[Büraberg]], ein zum Edertal hin steil abfallender Ausläufer des Kellerwalds.
  
== Siehe auch ==
+
Auf dem Büraberg wurde [[1882]] ein Kreuzweg mit 14 Stationen eingeweiht. Dieser wurde im Dritten Reich durch Angehörige der Hitlerjugend schwer beschädigt. Im Jahr [[1953]] konnte der Kreuzweg restauriert und neu eingeweiht werden, hierzu war eigens ein Verein gegründet worden.
* [[Portal: Schwalm-Eder-Kreis|Schwalm-Eder-Portal]]
+
Von Ungedanken erreicht man die Kapelle über einen gut ausgebauten Feldweg (in etwa 1,8 km Entfernung vom Ortseingang).
 +
 
 +
''- siehe hierzu auch die Internetseite des [http://www.buerabergkapelle-st-brigida.de Fördervereins Kapelle St. Brigida in Ungedanken e.V.] -''
 +
 
 +
== Wandern und Radwandern ==
 +
[[Bild:Wiki195.jpg|right|thumb|500px|Wandertipp]]
 +
=== Radweg ===
 +
* [[Ederauenradweg R 10]]
 +
 
 +
=== Wandern ===
 +
* [[Auf dem Barbarossaweg nach Fritzlar]]
 +
 
 +
== Wussten Sie schon, dass ... ? ==
 +
* ... nach den jüngsten Forschungen die [[Büraburg]] oberhalb Ungedanken zwischen dem 7. und 10. Jahrhundert wohl der Vorläufer der Pfalz in Fritzlar war?“ <br>''Dr. Johann-Henrich Schotten, Fritzlar''
 +
* ...aus einem Visitationsbericht zweier Jesuitenpatres aus dem Jahre 1684 hervor geht, dass der übermäßige Genuss von [[Bier]], dem die Gläubigen Ungedankens erlegen waren, nicht selten zu Streitigkeiten mit der Katholischen Kirche führte? Die Gläubigen hatten die Gewohnheit, an den kirchlichen Hochfesten und zu Prozessionen, auch zwischendurch, auf dem Büraberg größere Mengen Bier zu brauen. Der benötigte Hopfen wurde auf dem anliegenden Hopfenberg angebaut.<br>''Klaus Leise, Geschichtsverein Fritzlar''
 +
* ..., der Maler [[Ludwig Emil Grimm]] zwischen 1825 und 1826 in [[Fritzlar]] war. In dieser Zeit entstanden nachweislich drei Bilder der Stadt Fritzlar sowie die Radierung „Die alte Lore von Ungedanken“.<br/>''Klaus Leise, Geschichtsverein Fritzlar''
  
 
== Weblinks ==
 
== Weblinks ==
* [http://www.ungedanken.de/ www.ungedanken.de]
+
* [http://www.ungedanken.de Internetseite über Ungedanken]
 +
* [http://ungedanken.bplaced.net Dorfgeschichte Ungedankens]
 +
* [http://www.feuerwehr-ungedanken.de Freiwillige Feuerwehr Ungedanken]
 
* [http://www.fritzlar.de Offizielle Internetseite der Stadt Fritzlar]
 
* [http://www.fritzlar.de Offizielle Internetseite der Stadt Fritzlar]
  
 +
== Einzelnachweise ==
 +
<references/>
 +
 +
<br clear="all">
  
 
{{Navigation Stadtteile Fritzlar}}
 
{{Navigation Stadtteile Fritzlar}}
  
 
[[Kategorie: Nordhessen]]
 
[[Kategorie: Nordhessen]]
[[Kategorie: Schwalm-Eder-Kreis]]
 
 
[[Kategorie: Schwalm-Eder]]  
 
[[Kategorie: Schwalm-Eder]]  
 
[[Kategorie: Fritzlar]]
 
[[Kategorie: Fritzlar]]

Aktuelle Version vom 20. Februar 2015, 18:07 Uhr

Ungedanken
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Kassel
Landkreis: Schwalm-Eder-Kreis
Stadt: Fritzlar
Einwohner: ca. 980
Vorwahl: 05622
Kfz-Kennzeichen: HR
Stadtverwaltung: Zwischen den Krämen 7
34560 Fritzlar
Website: www.ungedanken.de
Bürgermeister: Hartmut Spogat (CDU)
Ortsvorsteherin: Heidi Puchinger

Ungedanken am Fuße des Bürabergs ist ein Stadtteil der nordhessischen Stadt Fritzlar im Schwalm-Eder-Kreis mit rund 980 Einwohnern.

Gemarkung und Lage

Ungedanken liegt auf einem Geländesporn zwischen Osterbach und Ruppenbach. Im Norden fällt die Siedlung zur vorbeifließenden Eder ab. Ebenfalls im Norden des Dorfes führen die Bundesstraße 253 von Bad Wildungen nach Fritzlar bzw. Homberg vorbei und die 1884 erbaute Bahnstrecke von Wabern nach Bad Wildungen, an der es in Ungedanken einen Haltepunkt gibt. Nach Süden führt eine Kreisstraße in den Nachbarort Rothhelmshausen.

Im Osten des Dorfes liegt der Büraberg, der bereits im frühen Mittelalter besiedelt gewesen ist. Später wird dort die fränkische Grenzfeste Büraburg errichtet, die nach der Fällung der Donareiche durch Bonifatius Sitz des Bistums Büraberg wird.

Die Gemarkung Ungedanken hat eine Fläche von ca. 439 Hektar.

Geschichte

Ungedanken wird erstmals im Jahr 1209 im Güterverzeichnis des Stiftes Fritzlar als "Ungethangen" urkundlich erwähnt. Zunächst ist Ungedanken im 13. Jahrhundert unter anderem im Besitz der von Löwenstein.

1308 erwirbt der Kantor Herman von Grune ein Viertel des Dorfes und schenkt es an das Stift Fritzlar. Die Schenkung wird im Jahr 1309 von Werner von Löwenstein-Schweinsberg bestätigt. Im Jahr 1324 verkaufen die von Löwenstein ihre sämtlichen Erträge, Güter und Gefälle zu Ungedanken an das Stift Fritzlar. Damit gehört Ungedanken zum mainzischen Amt Fritzlar. 1392 erwirbt die Fritzlarer Kirche die Hälfte des Dorfes von Ritter Widekind von Wichdorf, genannt Wackermaul. Ebenfalls 1392 wird erstmals ein Dorfgrebe erwähnt.

In Ungedanken wird 1498 eine Gerichtsstätte vor dem Grebenhaus erwähnt.

Kirche St. Bonifatius in Ungedanken

1520 verpfändet das Stift Fritzlar Ungedanken an Graf Philipp von Waldeck. Im gleichen Jahr bezeichnet Landgraf Philipp I. Ungedanken als in seinem Fürstentum gelegen. Die Pfandschaft über Ungedanken geht 1537 auf den Fritzlarer Kanoniker Burchard von Hanstein über. 1547 fällt das Dorf, nach Aufhebung der Pfandschaft, wieder in den Besitz des Fritzlarer Stifts.

Im Königreich Westphalen bilden die Franzosen von 1807 bis 1813 das Kanton Wabern, das zum Distrikt Cassel zählt. Hierzu gehört auch Ungedanken. Nach der Wiedererrichtung des Kurfürstentums werden 1814 die bisherigen Ämter neu eingerichtet und Ungedanken dem Amt Fritzlar zugeordnet. 1821 wird im Rahmen der Kurhessischen Verwaltungsreform in Fritzlar ein Justizamt eingerichtet, zu dem auch Ungedanken gehört. Außerdem ist das Dorf seitdem Teil des neuen Kreises Fritzlar. 1834 hat das Dorf 300 Einwohner. Ab 1867 gehört Ungedanken zum Amtsgericht Fritzlar. Im Jahr 1885 leben in Ungedanken 347 Menschen.

1932 wird aus den Kreisen Fritzlar und Homberg, der Kreis Fritzlar-Homberg, zu dem nun auch Ungedanken gehört. Im Jahr 1939 hat Ungedanken 403 Einwohner.

1961 haben in Ungedanken 592 Menschen ihren Wohnsitz.

Im Zuge der hessischen Gebietsreform wird die ehemals selbständige Gemeinde Ungedanken am 31. Dezember 1971 ein Stadtteil von Fritzlar. Ab dem 1. Januar 1974 gehört die Stadt Fritzlar und mit ihr Ungedanken zum neu gebildeten Schwalm-Eder-Kreis.

2009 kann Ungedanken den 800. Jahrestag seiner urkundlichen Ersterwähnung feiern.

Namensgebung

„Ungethangen“ hatte sich über die Jahrhunderte in der Schreibweise nur geringfügig verändert. Schon im Jahr 1291 tauchte „Ungedanken“ in einem Schriftstück auf (andere Schreibweisen waren unter anderem auch Ungedankin und Ungedancken). Gesicherte Quellen über die Herkunft des Ortsnamens gibt es bislang nicht. Der Name "Ungedanken" ist möglicherweise aus dem keltischen Wort "Una-wanga" entstanden, was soviel wie "unten am Wasser bedeutet". Möglich ist aber auch, dass das Wort „Underndunk“ oder „Underndank“ eine Wurzel für den Namen ist, wobei dunc, donc und danc für einen Hügel stehen. Unner- oder Under könnte eine Ruhestatt für Weidevieh bezeichnet haben. Seine Namen hätte der Fritzlarer Stadtteil dann von Hügeln oder Berghängen, auf denen Vieh weidete.[1]

Kirchen

Kirche auf dem Büraberg

Sehenwürdigkeiten

Zu den Sehenswürdigkeiten des Orts gehört die "Wallfahrtskapelle St. Brigida" auf dem Büraberg, ein zum Edertal hin steil abfallender Ausläufer des Kellerwalds.

Auf dem Büraberg wurde 1882 ein Kreuzweg mit 14 Stationen eingeweiht. Dieser wurde im Dritten Reich durch Angehörige der Hitlerjugend schwer beschädigt. Im Jahr 1953 konnte der Kreuzweg restauriert und neu eingeweiht werden, hierzu war eigens ein Verein gegründet worden. Von Ungedanken erreicht man die Kapelle über einen gut ausgebauten Feldweg (in etwa 1,8 km Entfernung vom Ortseingang).

- siehe hierzu auch die Internetseite des Fördervereins Kapelle St. Brigida in Ungedanken e.V. -

Wandern und Radwandern

Wandertipp

Radweg

Wandern

Wussten Sie schon, dass ... ?

  • ... nach den jüngsten Forschungen die Büraburg oberhalb Ungedanken zwischen dem 7. und 10. Jahrhundert wohl der Vorläufer der Pfalz in Fritzlar war?“
    Dr. Johann-Henrich Schotten, Fritzlar
  • ...aus einem Visitationsbericht zweier Jesuitenpatres aus dem Jahre 1684 hervor geht, dass der übermäßige Genuss von Bier, dem die Gläubigen Ungedankens erlegen waren, nicht selten zu Streitigkeiten mit der Katholischen Kirche führte? Die Gläubigen hatten die Gewohnheit, an den kirchlichen Hochfesten und zu Prozessionen, auch zwischendurch, auf dem Büraberg größere Mengen Bier zu brauen. Der benötigte Hopfen wurde auf dem anliegenden Hopfenberg angebaut.
    Klaus Leise, Geschichtsverein Fritzlar
  • ..., der Maler Ludwig Emil Grimm zwischen 1825 und 1826 in Fritzlar war. In dieser Zeit entstanden nachweislich drei Bilder der Stadt Fritzlar sowie die Radierung „Die alte Lore von Ungedanken“.
    Klaus Leise, Geschichtsverein Fritzlar

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Artikel aus der Melsunger Allgemeinen vom 28. Januar 2015: Gedanken zu Ungedanken


Stadtteile der Stadt Fritzlar
WappenFritzlar.jpg

Cappel | Fritzlar | Geismar | Haddamar | Lohne | Obermöllrich | Rothhelmshausen | Ungedanken | Wehren | Werkel | Züschen