Udenhausen

Aus Regiowiki
Version vom 1. November 2008, 18:30 Uhr von 87.78.21.37 (Diskussion) (Die Kirche aus dem frühen 18. Jahrhundert)

Wechseln zu: Navigation, Suche
Blick zur Kirche

Udenhausen ist ein Stadtteil von Grebenstein mit etwa 1150 Einwohnern.

Geschichte

Aus den Anfängen der Ortsgeschichte

Urkundlich wird der Ort im Reinhardswald erstmals im Jahre 1019 erwähnt. Die Wiederbesiedelung des "wüst" gewordenen Dorfes begann zum Ende des 15. Jahrhunderts.

Die Kirche aus dem frühen 18. Jahrhundert

Die Kirche aus dem Jahre 1735 (andere Quellen nennen das Jahr 1705) und 30 Fachwerkhäuser des Dorfs zählen zu den hessischen Kulturdenkmälern.

Die evangelische Dorfkirche wurde dreischiffig mit einem Holzgewölbe erbaut. Die Saalkirche mit Dreisechstelschluss wurde im Ort auf einer erhöhten Lage mit ummauerter Terrasse errichtet.

Auf der Homepage des Evangelischen Kirchenkreises Hofgeismar wird auf einige Besonderheiten der frühbarocken Kirche hingwiesen, die über zwei Portale verfügt; dabei wird das auf der Südseite gelegene Portal Brauttor genannt.

Auch die Kanzel aus der Entstehungszeit der Kirche ist frühbarock mit Ecksäulen, Sockelprofil und Gebälk und trägt Verzierungen in den damals ausklingenden Formen der Renaissance. Der Kanzeldeckel wurde in der Form einer Krone gefertigt und mit Einlegearbeiten (Rosetten) versehen.

Lange Jahre war Udenhausen Tochtergemeinde der Pfarrei in Hombressen, später der Pfarrei in Mariendorf, bevor eine eigenständige Pfarrei entstand (heute: Evang. Gesamtverband Hombressen-Udenhausen).

Udenhausen zum Ende des 19. Jahrhunderts

Bis um das Jahr 1884 standen bis an das Dorf noch dicke Eichen und die Kuh- und Schweinehirten trieben ihre Herden tief in den Reinhardswald bis zum Udenhäuser Stock. Dieses "Huterecht" löste der Staat zum Ende des 19. Jahrunderts ab, die Eichen wurden 1884 abgeholzt und die Gemeinde wurde mit ehemaligen Waldflächen entschädigt.

Nachdem der Plan, diese Flächen als Übungsplatz für die Garnisonen in Hofgeismar und Kassel zu verpachten, nicht umgesetzt werden konnte, entschloss sich die Gemeinde im Jahre 1893, die "Wildnis" urbar zu machen. Jeder der sich seinerzeit zur Kultivierung des Bodens verpflichtete, konnte ein Los von zwei Morgen ziehen, wobei der Preis von 100 Mark deutlich unter den damaligen Preisen von Kulturland zwischen 250 und 300 Mark lag. Viele der Udenhäuser Tagelöhnerfamilien machten von dem Angebot Gebrauch und erlangten durch harte Rodearbeit eigenen Grundbesitz. Zu dieser Zeit gab es in Udenhausen 29 Bauernfamilien, 10 Familien mit geringem Landbesitz von ein bis zwei Morgen und 45 Tagelöhnerfamilien ohne jeden Grundbesitz.

Ein Zeichen bescheidenen Wohlstands war einige Jahre später der Bau einer eigenen Wasserleitung, die das Dorf seit 1903 mit Trinkwasser vom Gahrenberg versorgte.

Literatur

  • Günther Mollenhauer, Die Entwicklung Udenhausens nach der Aufteilung der Hute, In. Heimatjahrbuch für den Kreis Hofgeismar 1958, S. 58 ff.
  • Kreis Hofgeismar, Handbuch des Heimatbundes für Kurhessen, Waldeck und Oberhessen III, Marburg/ Lahn 1966, S. 204 ff.

siehe auch

Vereine

TSV Udenhausen

Auf 110 Jahre Vereinsgeschichte blickte der größte Verein am Ort im Jahre 2007 zurück, der 1897 zunächst als "Deutscher Turnverein" gegründet wurde. Ein weiterer Vorgängerverein des heutigen Turn- und Sportvereins war der Arbeiter Turn- und Sportverein in Udenhausen, der nach dem Ersten Weltkrieg neben dem Turnen auch das Fußballspiel anbot.

Zu den Gründern des Turn- und Sportvereins gehörten ehemalige Tagelöhner, die im Gründerjahr 1897 zu bescheidenem Grundbesitz in Udenhausen gekommen waren. 171 ha abgeholzte Waldfläche stellte der Staat seinerzeit der Gemeinde zur Verfügung, die unter den Einwohnern aufgeteilt wurde.

Aus der Chronik des Vereins zu den Gründerjahren 1897 - 1899:

„ ... Erstmals wurden besitzlose Tagelöhner zu Grundeigentümern, wenn dies auch durch Rodearbeit hart erkämpft werden musste. ... Der Sportbetrieb beschränkte sich auf das Turnen (Gymnastik und Geräte) auf freier Wiese. 1899 begann man einen Spielmannszug aufzubauen (Holzpfeifen und Trommeln). Noch heute erinnert der Name "Turnplatz" (Grünanlage am Ortsausgang Richtung Veckerhagen) an die Übungsstätte der Sportler der ersten Jahre. ...“

Freiwillige Feuerwehr

Weblinks



Städte und Gemeinden im Landkreis Kassel
WappenLkKassel.jpg

Ahnatal | Bad Emstal | Bad Karlshafen | Baunatal | Breuna | Calden | Espenau | Fuldabrück | Fuldatal | Grebenstein | Habichtswald | Helsa | Hofgeismar | Immenhausen | Kaufungen | Liebenau | Lohfelden | Naumburg | Nieste | Niestetal | Oberweser | Reinhardshagen | Schauenburg | Söhrewald | Trendelburg | Vellmar | Wahlsburg | Wolfhagen | Zierenberg