Trendelburg

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Trendelburg
Trendelburg Ansicht.jpg
Die Trendelburg
Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Kassel
Landkreis: Kassel
Höhe: 130
Fläche: 69,35 qkm
Einwohner: ca. 5.700
Postleitzahl: 34388
Vorwahl: 05675
Kfz-Kennzeichen: KS
Adresse der
Stadtverwaltung:
Marktplatz 1
34388 Trendelburg
Website: www.trendelburg.de
Bürgermeister: Bernhard Klug

Trendelburg ist ein Luftkurort im Landkreis Kassel in Nordhessen mit etwa 5.700 Einwohnern.

Geografische Lage

Die Stadt liegt an der Diemel am westlichen Rand des Reinhardswalds zwischen den Städten Hofgeismar im Süden und Bad Karlshafen im Norden.

Stadtbild

Geprägt wird das Stadtbild von der Burg Trendelburg auf einem steil abfallenden Bergrücken über dem Diemeltal.

Ein Sandsteinfelsen wird hier von der Diemel in einem großen Bogen zu umflossen; an seiner Westseite entstand die heutige Kernstadt mit ihren Fachwerkhäusern.

Der historische Kernstadt von Trendelburg ist durch Fachwerkbauten geprägt. Dazu gehört auch das historische Rathaus, ein Fachwerkbau mit gotischem Eingangsportal, der nach Stadtbränden im 15. Jahrhundert errichtet wurde, mit dem Wappen der Stadt und einer Sonnenuhr aus dem Jahre 1582 an der Fassade.

siehe dazu: * Sehenswürdigkeiten in Trendelburg

Stadtgeschichte

Burg und Stadt Trendelburg

Die Diemel bei Trendelburg

Burg und Kernstadt von Trendelburg liegen auf einem etwa 60 m hohen Sandsteinfelsen, der von drei Seiten von der Diemel umflossen wird. Über einer nahen Diemelfurt baute man in späteren Jahren eine Brücke. Sowohl von Süden (von der Fulda) nach Norden (zur Weser hin) als auch von Westen nach Osten verliefen alte Handelswege.

Im 8. und 9. Jahrhundert hatte die Christianisierung die Sachsen in dem Gebiet zu den beiden Ufern der Diemel erreicht. Im Westen hatten sich schon vor der Jahrtausendwende Menschen in einer Stadt im Schutze des Warburger Burgbergs angesiedelt. Diese Burg war zunächst im Besitz des Grafen Dodiko, dessen Besitz laut Urkunde 1020 dem Bischof von Paderborn zufiel, als Dodikos einziger Sohn verunglückte. Der Kaiser übertrug 1021 und 1033 die gräflichen Rechte auf den Bischof, der bis 1597 seinen Anspruch auf das Land westlich der Diemel aufrecht erhielt.

Auf dem östlichen Ufer traten demgegenüber der Einfluß des Erzbistums Mainz und der Landgrafen von Hessen in den Vordergrund.

Trendelburg - nach einem alten Stich von Merian

Eine wesentliche Rolle spielte in der Umgebung von Hofgeismar auch das Geschlecht der Herren von Eberschütz (später „von Schöneberg“), die 1300 die Burg Trendelburg ohne Zustimmung des Paderborner Erzbistums auf dem linken Diemelufer errichtet hatten, was Konrad von Schöneberg veranlasste, Rückhalt bei dem damaligen Erzbischof von Mainz, Gerhard II. zu suchen, dem er 1303 seine Burgen Schöneberg und Trendelburg öffnete. Burg und Stadt Trendelburg werden in dieser Vereinbarung unter der Bezeichnung Trinderberg erstmals urkundlich erwähnt.

Vor der Reformation wurde im Jahre 1458 die ehemalige Marienkirche in gotischer Bauweise errichtet, heute ein evangelisches Gotteshaus. (Die heutige Kirche der katholischen Gemeinde (Heilig Kreuz) stammt aus dem Jahr 1961.) Noch älteren Datums - von 1331 - ist die ehemalige Wallfahrtskirche im heutigen Stadtteil Gottsbüren.

Trendelburg - Mikwe

Stadtrechte erhielt Trendelburg im Jahr 1472, erst sehr viel später - im Jahre 1582 - wurde das Rathaus errichtet. Noch bis zu dieser Zeit bestanden ständige Grenzstreitigkeiten zwischen dem Erzbischof von Mainz, dem Hochstift Paderborn und dem hessischen Landgrafen um diesen Teil des Diemeltals, die erst im Jahre 1597 bereinigt wurden.

Der Aufschwung des Städtchens, das zeitweilig auch hessischer Amtssitz war, wurde in den nachfolgenden Jahrhunderten immer wieder empfindlich gestört. Sowohl in den Dreißigjährigen Krieg im 17. Jahrhundert als auch in den Siebenjährigen Krieg im 18. Jahrhundert war die Trendelburg als Wehranlage verwickelt. Die Chronik berichtet von Überfällen, Brandschatzungen und Plünderungen in den Jahren 1631 und 1637. Im Siebenjährigen Krieg wurde die Burg ab 1757 von französischen Truppen besetzt. Nach dem Krieg wurde die Burg wieder hergestellt und diente seither als Jagdschloss, Forstamt und schließlich Burghotel unkriegerischen Zwecken.

Das Meyersche Konversationslexikon (Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892) beschreibt die Stadt Trendelburg als „Stadt im preuß. Regierungsbezirk Kassel, Kreis Hofgeismar, an der Diemel und der Linie Hümme-Karlshafen der Preußischen Staatsbahn, hat eine evang. Kirche, ein altes Schloß und (1885) 772 Einw.."

Der Landgraf-Carl-Kanal

Im 18. Jahrhundert verfolgt Landgraf Karl von Hessen-Kassel den Plan, die Weser bei Sieburg (dem späteren Carlshaven) mit der Fulda durch einen Kanal zu verbinden. Nachdem zunächst damit begonnen wurde, die Diemel schiffbar zu machen, wurde mit den eigentlichen Kanalbauarbeiten 1720 begonnen, wobei auch Soldaten zu den friedlichen Arbeiten herangezogen wurden.

Von Karlshafen führte der Kanal bereits bis zum heutigen Hofgeismarer Stadtteil Hümme. Pfaff beschreibt in seiner "Geschichte der Stadt Hofgeismar" die Aufregung in den Köpfen der dortigen Bewohner, die bisher lediglich durch eine Botenpost mit Kassel im Süden oder Trendelburg im Norden verbunden waren.

Die Pläne des Landgrafen erwiesen sich aber als wenig erfolgreich, so dass nach seinem Tod im Jahre 1730 der weitere Kanalausbau aufgegeben wurde. Ein von zwei Pferden gezogenes kleines Marktschiff, so heißt es, brauchte von Karlshafen bis Trendelburg im Jahre 1727 einen ganzen Tag, weil es immer wieder flottgemacht werden musste. Und in Hümme ist kaum eines dieser Schiffe jemals angekommen.

Die stillgelegte Eisenbahnstrecke Hümme - Karlshafen

Bahnhof Trendelburg

Nachdem sich der von Landgraf Karl geplante Bau einer Wasserstraße von Kassel nach Karlshafen nicht realisieren ließ, wurde gut ein Jahrhundert später eine Güterverbindung von Kassel nach Karlshafen auf dem Lande geschaffen.

Die im Jahre 1848 eröffnete Friedrich-Wilhelms-Nordbahn führte von Kassel bis zum Hofgeismarer Stadtteil Hümme. Von dort verlief eine weitere Teilstrecke, die Carlsbahn bis nach Karlshafen, wobei der Streckenverlauf der Carlsbahn fast genau dem Verlauf des Landgraf-Carl-Kanals folgte.

Aus Richtung Hümme führte die ehemalige Eisenbahnstrecke in nordöstlicher Richtung nach Stammen und weiter zum Bahnhof Trendelburg, der 1912 erbaut wurde.

Hinter Trendelburg wurde der 264 m lange Tunnel durch den Kesselberg („Deiseler-Tunnel“) erreicht, wenig später die dreibogige Sandsteinbrücke über die Holzape. Dem Haltepunkt Wülmersen folgte der Bahnhof in Helmarshausen und schließlich der Bahnhof in Karlshafen am linken Ufer.

Der erste Zug auf der Strecke Hümme - Karlshafen fuhr am 3. April 1848. 1966 wurde die Eisenbahnstrecke stillgelegt und der öffentliche Personenverkehr von Bussen übernommen.

Literatur

  • Hans-Adalbert von Stockhausen, Die Trendelburg, 1939
  • Friedrich Pfaff, Geschichte der Stadt Hofgeismar, 2. Auflage, 1954
  • Röttcher, Klaus u.a., Der Kanal des Landgrafen Karl, Kassel 2000

Stadtparlament

Sitzverteilung in der Stadtverordnetenversammlung – Wahl 2006

(Ergebnis der Kommunalwahl vom 26. März 2006)

Stadtteile

Im Zuge der Gebietsreform in Hessen schlossen sich zu Beginn der 1970-er Jahre sieben bis dahin selbständige Gemeinden der Stadt Trendelburg an.

Hist. Wallfahrtskirche in Gottsbüren

Die heutigen Stadtteile sind:

Trendelburger Märchen und Mythen

Märchen und Mythen aus vergangener Zeit ranken sich um manche historische Stätte in der Umgebung des Reinhardswalds. Der an die Stadt Trendelburg grenzende Reinhardswald zwischen Diemel und Weser ist für viele ein „Märchenwald“, den man schöner kaum träumen kann. Die Deutsche Märchenstraße folgt hier den Pfaden der Gebrüder Grimm und lässt in Trendelburg das Märchen von Rapunzel lebendig werden. Teil der Burganlage ist der Rapunzel-Turm, wo Rapunzel den Zopf für den Prinzen herabgelassen haben soll.

Namensgeberin der Burg ist allerdings in der Märchenwelt die Riesin „Trendula“, die nach der Sage von einem Blitz auf freiem Feld erschlagen wurde, nachdem sie ihren Schwestern Saba und Brama stark zugesetzt hatte. Alle drei sollen im übrigen von den nahegelegenen Burg des Riesen Kruko, der Krukenburg stammen. Mit etwas Phantasie sind noch heute die Spuren des Blitzes in der Nähe von Trendelburg zu sehen. Aber auch weniger phantasievolle Zeitgenossen empfinden den „nassen Wolkenbruch“ zwischen Trendelburg und Friedrichsfeld als durchaus beeindruckenden, allerdings nur schwer zugänglichen Trichter mit einem See in 45 m Tiefe, den der Besucher auf einem Pfad umrunden kann.

Unterkünfte

Der Luftkurort bietet Übernachtungsmöglichkeiten in vielen Qualitäten, sei es im ländlichen Hofgut Stammen oder im Burghotel Trendelburg.

Verkehrsanbindung

Straßenverkehr

Durch Trendelburg verläuft die Bundesstraße 83 (Höxter–Kassel).

ÖPNV

Trendelburg liegt im Gebiet des Nordhessischen Verkehrsverbundes.

Diemel-Radweg

Mit dem Fahrrad über den Diemel-Radweg mit Start in Willingen über Usseln, Diemelsee, Marsberg, Diemelstadt, Warburg, Liebenau nach Trendelburg, ab dort auf dem Fahrradweg bis Karlshafen entlang der Diemel.

siehe auch

Weblinks


Städte und Gemeinden im Landkreis Kassel
WappenLkKassel.jpg

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