Steinkopf von Borken 2018: Unterschied zwischen den Versionen

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(Fachliche Auffassung)
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==Fachliche Auffassung==
 
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Erst die am Fund festgestellten und nachgewiesenen menschlichen Bearbeitungsspuren, durch Wissenschaftler aus dem Fachgebiet der Archäologie, lassen den ansonsten von der Natur geformten Steinkopf zu einem archäologisch bedeutsamen Objekt werden. Zweifel an den Feststellungen der Wissenschaftler sind bis zum heutigen Zeitpunkt nicht berechtigt, bzw. unangebracht und unbegründet.
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Erst die am Fund festgestellten und nachgewiesenen menschlichen Bearbeitungsspuren, durch Wissenschaftler aus dem Fachgebiet der Archäologie, lassen den ansonsten von der Natur geformten Steinkopf zu einem archäologisch bedeutsamen Objekt werden. Zweifel an den Feststellungen der Wissenschaftler sind bis zum heutigen Zeitpunkt nicht gerechtgertigt, unbegründet und deshalb unangebracht.
 
Bereits Dr. Otto Uenze, Landesamt für Vor- und Frühgeschichte Marburg, hat 1954, nachdem der Steinkopf gefunden wurde,zusammen mit Herrn Pitz festgestellt, dass "der Eiszeitmensch durch einige Abschläge dem Steinkopf die gewünschte Form gab".
 
Bereits Dr. Otto Uenze, Landesamt für Vor- und Frühgeschichte Marburg, hat 1954, nachdem der Steinkopf gefunden wurde,zusammen mit Herrn Pitz festgestellt, dass "der Eiszeitmensch durch einige Abschläge dem Steinkopf die gewünschte Form gab".
 
Heute befindet sich der "Steinkopf vom Weinkopf", wie er im Volksmund genannt wird und der fachlich korrekt als "Steinidol von Borken" bezeichnet wird, im Besitz des Sohnes von Heinrich Pitz, Dr. Karl Heinrich Pitz. Er hat den renomierten Wissenschaftler für Ur- und Frühgeschichte, von der Goethe Universität Frankfurt, Professor Jens Lüning um eine Beurteilung des Fundes gebeten. Prof. Lüning hat sich im Mai 2012 wie folgt geäußert: "Es handelt sich bei dem Stein um ein Naturschauspiel oder ein minimalistisches Kunstwerk, das von Menschen behauen worden ist und vermutlich zu kultischen Zwecken benutzt wurde. Auch Prof. Lüning stellt die menschlichen Bearbeitungsspuren fest, wodurch die Wandlung des Steinkopfes vom Geofakt zum Artefakt erneut bestätigt wurde. Zur Datierung äußerte er sich wie folgt: "Der Stein kann in der gesamten hessischen Vorgeschichte entstanden sein, als ein Kunstwerk frühestens ab dem Jungpaläolithikum (Aurignacien, vor 42.000 Jahren),als sich die modernen Menschen (Homo sapiens) in weiten Teilen West-, Mittel-, und Osteuropas ausbreiteten und sich anschickten die Neandertaler abzulösen.
 
Heute befindet sich der "Steinkopf vom Weinkopf", wie er im Volksmund genannt wird und der fachlich korrekt als "Steinidol von Borken" bezeichnet wird, im Besitz des Sohnes von Heinrich Pitz, Dr. Karl Heinrich Pitz. Er hat den renomierten Wissenschaftler für Ur- und Frühgeschichte, von der Goethe Universität Frankfurt, Professor Jens Lüning um eine Beurteilung des Fundes gebeten. Prof. Lüning hat sich im Mai 2012 wie folgt geäußert: "Es handelt sich bei dem Stein um ein Naturschauspiel oder ein minimalistisches Kunstwerk, das von Menschen behauen worden ist und vermutlich zu kultischen Zwecken benutzt wurde. Auch Prof. Lüning stellt die menschlichen Bearbeitungsspuren fest, wodurch die Wandlung des Steinkopfes vom Geofakt zum Artefakt erneut bestätigt wurde. Zur Datierung äußerte er sich wie folgt: "Der Stein kann in der gesamten hessischen Vorgeschichte entstanden sein, als ein Kunstwerk frühestens ab dem Jungpaläolithikum (Aurignacien, vor 42.000 Jahren),als sich die modernen Menschen (Homo sapiens) in weiten Teilen West-, Mittel-, und Osteuropas ausbreiteten und sich anschickten die Neandertaler abzulösen.

Version vom 21. Dezember 2017, 11:06 Uhr

Fundort

Der fachlich korrekte Begriff für das Fundstück lautet "Das Steinidol von Borken". Im Volksmund wird es der "Steinkopf vom Weinkopf" genannt.


Da staunte der Lehrer Heinrich Pitz nicht schlecht, als ihm bei einer naturkundlichen Wanderung mit der Klasse 5a, der Borkener Stadtschule, in Richtung Weinkopf, am Freitag den 17. November 1953 der Schüler Kurt Schreiber einen gefundenen Stein in die Hand drückte mit der Bemerkung, "Herr Pitz ein Menschenkopf"!

Das Steinidol von Borken, Foto: Dr.K.H. Pitz

Fundbeschreibung

Der Stein hat die Maße: Höhe 21 cm, Breite über der Stirn 29 cm, am Hals 24 cm. Er hat ein Gewicht von 2,1 kg, Material: Quarzit. Es handelt sich um einen, von der Natur gebildeten Menschenkopf (Geofakt). Ohne menschliche Einwirkung entstanden Augen, Nase, Mund, Kinn, Hals, Brustansatz und linkes Ohr. Das rechte Auge ist ein 5cm tiefes, natürliches Loch, während das linke Auge von einer flachen Mulde gebildet wird. Die Augen liegen nicht in gleicher Höhe, das linke liegt etwa 2cm tiefer. Die Farbe ist ein graues Braun, das mit helleren, gelbbraunen Schuppen durchsetzt ist. Die Oberfläche ist rau. Das linke Auge ist mit einer harten Kruste überzogen.Über dem linken Auge ist ein Splitter herausgesprungen. In ähnlicher Größe ist auch unter dem rechten Auge ein Stückchen herausgesprungen. Die Ohrmuschel des linken Ohres ist abgeschlagen. Über der linken Stirn befindet sich ein größerer Abschlag. Im unteren Bereich (Standfläche) sind menschliche Bearbeitungsspuren erkennbar (damit wird das Geofakt zum Artefakt). Der Kopf ist etwas nach hinten geneigt und hat trotzdem eine hohe Standfestigkeit. Ein von der Natur gebildeter menschlicher Kopf, mit ein wenig Brust. Die Schüler der Klasse 5a gaben ihm den Namen "Steinzwerg vom Weinkopf". Herr Pitz informierte das kurhessische Landesamt für Vor- und Frühgeschichte Marburg (heute Landesamt für archäologische Denkmalpflege) Herrn Dr.Otto Uenze. Zusammen mit Herrn Pitz wurde ein Fundbericht erstellt.

Fachliche Auffassung

Erst die am Fund festgestellten und nachgewiesenen menschlichen Bearbeitungsspuren, durch Wissenschaftler aus dem Fachgebiet der Archäologie, lassen den ansonsten von der Natur geformten Steinkopf zu einem archäologisch bedeutsamen Objekt werden. Zweifel an den Feststellungen der Wissenschaftler sind bis zum heutigen Zeitpunkt nicht gerechtgertigt, unbegründet und deshalb unangebracht. Bereits Dr. Otto Uenze, Landesamt für Vor- und Frühgeschichte Marburg, hat 1954, nachdem der Steinkopf gefunden wurde,zusammen mit Herrn Pitz festgestellt, dass "der Eiszeitmensch durch einige Abschläge dem Steinkopf die gewünschte Form gab". Heute befindet sich der "Steinkopf vom Weinkopf", wie er im Volksmund genannt wird und der fachlich korrekt als "Steinidol von Borken" bezeichnet wird, im Besitz des Sohnes von Heinrich Pitz, Dr. Karl Heinrich Pitz. Er hat den renomierten Wissenschaftler für Ur- und Frühgeschichte, von der Goethe Universität Frankfurt, Professor Jens Lüning um eine Beurteilung des Fundes gebeten. Prof. Lüning hat sich im Mai 2012 wie folgt geäußert: "Es handelt sich bei dem Stein um ein Naturschauspiel oder ein minimalistisches Kunstwerk, das von Menschen behauen worden ist und vermutlich zu kultischen Zwecken benutzt wurde. Auch Prof. Lüning stellt die menschlichen Bearbeitungsspuren fest, wodurch die Wandlung des Steinkopfes vom Geofakt zum Artefakt erneut bestätigt wurde. Zur Datierung äußerte er sich wie folgt: "Der Stein kann in der gesamten hessischen Vorgeschichte entstanden sein, als ein Kunstwerk frühestens ab dem Jungpaläolithikum (Aurignacien, vor 42.000 Jahren),als sich die modernen Menschen (Homo sapiens) in weiten Teilen West-, Mittel-, und Osteuropas ausbreiteten und sich anschickten die Neandertaler abzulösen. Auch für den zuständigen Archäologen des Landesamtes für archäologische Denkmalpflege Marburg, Dr. Andreas Thiedmann, stehen die menschlichen Bearbeitungsspuren außer Zweifel, er stellte im Juni 2017 z.B. Kantenbrechungen an der oberen Bearbeitungsfläche, über dem linken Auge fest und die erheblich stärkere Versinterung im unteren Bearbeitungsbereich der Standfläche des Kopfes, die auf eine zeitlich unterschiedliche Bearbeitung hinweist und damit die untere Bearbeitungsfläche als die ältere ausweist.

Alter

Eine genaue Festlegung des Alters des Steinkopfes ist derzeit noch nicht möglich. Wenn jedoch eine Bearbeitung in der Zeit, als der Homo Sapiens (moderne Mensch) in unseren Breiten Einzug gehalten hat, erfolgte, dann kann das Alter des Steinkopfes bis zu 42.000 Jahren vor heute betragen. Erfolgte die Bearbeitung jedoch schon früher, als die Neandertaler noch in unseren Breiten zuhause waren, dann kann der Steinkopf auch um Einiges älter sein.

Kunst oder Kult

Fragt man sich, welchen Zweck wohl dieser Steinkopf erfüllt haben mag, dann kann man davon ausgehen, dass es sich um ein, im Wesentlichen von der Natur geformtes, nur minimal menschlich bearbeitetes Steingesicht handelt, welches wohl in überwiegender Weise kultischen Zwecken gedient haben dürfte. Da er 1953 in unmittelbarer Nähe eines Hügelgrabes gefunden wurde, ist seine letzte Verwendung, vor etwa 3.500 Jahren, vielleicht der obere Abschluss eines Hügelgrabes gewesen. Der Steinkopf ist der "älteste Borkaner", den man zur Zeit nachweisen kann.

Literatur

  • Friedrich Döring
 - Prof.Dr. Jacobshagen, Ausstellungsführer zur Ausstellung "Die Eiszeit in Nordhessen" Marburg 1952
 - Heinrich Pitz, Fundbericht in, Die Entwicklung des Amtes Borken vom 18.10.1954, Seite 99/100
 - LfD Marburg, 2017
 - Dr. Karl.Heinrich Pitz, Archäologische Einschätzung von Prof. Jens Lüning, Mai 2012
 - Video Dr.K.H.Pitz 8/2017, zu sehen (bitte anklicken): https://youtu.be/OUR2Iy4h7K8

Siehe auch