Steinkopf von Borken 2018: Unterschied zwischen den Versionen

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==Fundort==
 
==Fundort==
 
Da staunte der Lehrer Heinrich Pitz nicht schlecht, als ihm bei einer naturkundlichen Wanderung mit der Klasse 5a, der Borkener Stadtschule, in Richtung Weinkopf, am Freitag den 17. November 1953 der Schüler Kurt Schreiber einen gefundenen Stein in die Hand drückte mit der Bemerkung, "Herr Pitz ein Menschenkopf"!
 
Da staunte der Lehrer Heinrich Pitz nicht schlecht, als ihm bei einer naturkundlichen Wanderung mit der Klasse 5a, der Borkener Stadtschule, in Richtung Weinkopf, am Freitag den 17. November 1953 der Schüler Kurt Schreiber einen gefundenen Stein in die Hand drückte mit der Bemerkung, "Herr Pitz ein Menschenkopf"!
[[Datei:Steinkopf.jpg|thumb|300px|right|Der Steinkopf vom Weinkopf, Foto: Dr.K.H. Pitz]]
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[[Datei:Steinkopf.jpg|thumb|300px|right|Der Steinkopf von Borken, Foto: Dr.K.H. Pitz]]
  
 
==Fundbeschreibung==
 
==Fundbeschreibung==
Der Stein hat die Maße: Höhe 21 cm, Breite über der Stirn 29 cm, am Hals 24 cm. Er hat ein Gewicht von 2,1 kg, Material: Quarzit. Es handelt sich um einen, von der Natur gebildeten Menschenkopf (Geofakt). Ohne menschliche Einwirkung entstanden Augen, Nase, Mund, Kinn, Hals, Brustansatz und linkes Ohr. Das rechte Auge ist ein 5cm tiefes, natürliches Loch, während das linke Auge von einer flachen Mulde gebildet wird. Die Augen liegen nicht in gleicher Höhe, das linke liegt etwa 2cm tiefer. Die Farbe ist ein graues Braun, das mit helleren, gelbbraunen Schuppen durchsetzt ist. Die Oberfläche ist rau. Das linke Auge ist mit einer harten Kruste überzogen.Über dem linken Auge ist ein Splitter herausgesprungen. In ähnlicher Größe ist auch unter dem rechten Auge ein Stückchen herausgesprungen. Die Ohrmuschel des linken Ohres ist abgeschlagen. Über der linken Stirn befindet sich ein größerer Abschlag. Im unteren Bereich (Standfläche) sind menschliche Bearbeitungsspuren erkennbar (damit wird das Geofakt zum Artefakt). Der Kopf ist etwas nach hinten geneigt, was seine Standfestigkeit aber nicht wesentlich beeinflusst. Ein von der Natur gebildeter menschlicher Kopf, mit ein wenig Brust, dem die Menschen durch einige Abschläge, eine von ihnen gewünschte Form gaben. Die Schüler der Klasse 5a gaben ihm den Namen "Steinzwerg vom Weinkopf". Herr Pitz informierte das Landesamt für archäologische Denkmalpflege in Marburg (Dr.Otto Uenze) und erstellte in Abstimmung mit dem Amt einen Fundbericht, der dem Amt auch vorliegt und der die wissenschaftlichen Erkenntnisse von 1954 widerspiegelt.
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Der Stein hat die Maße: Höhe 21 cm, Breite über der Stirn 29 cm, am Hals 24 cm. Er hat ein Gewicht von 2,1 kg, Material: Quarzit. Es handelt sich um einen, von der Natur gebildeten Menschenkopf (Geofakt). Ohne menschliche Einwirkung entstanden Augen, Nase, Mund, Kinn, Hals, Brustansatz und linkes Ohr. Das rechte Auge ist ein 5cm tiefes, natürliches Loch, während das linke Auge von einer flachen Mulde gebildet wird. Die Augen liegen nicht in gleicher Höhe, das linke liegt etwa 2cm tiefer. Die Farbe ist ein graues Braun, das mit helleren, gelbbraunen Schuppen durchsetzt ist. Die Oberfläche ist rau. Das linke Auge ist mit einer harten Kruste überzogen.Über dem linken Auge ist ein Splitter herausgesprungen. In ähnlicher Größe ist auch unter dem rechten Auge ein Stückchen herausgesprungen. Die Ohrmuschel des linken Ohres ist abgeschlagen. Über der linken Stirn befindet sich ein größerer Abschlag. Im unteren Bereich (Standfläche) sind menschliche Bearbeitungsspuren erkennbar (damit wird das Geofakt zum Artefakt). Der Kopf ist etwas nach hinten geneigt und hat trotzdem eine hohe Standfestigkeit. Ein von der Natur gebildeter menschlicher Kopf, mit ein wenig Brust. Die Schüler der Klasse 5a gaben ihm den Namen "Steinzwerg vom Weinkopf". Herr Pitz informierte das kurhessische Landesamt für Vor- und Frühgeschichte Marburg (heute Landesamt für archäologische Denkmalpflege) Herrn Dr.Otto Uenze. Zusammen mit Herrn Pitz wurde ein Fundbericht erstellt.
  
 
==Fachliche Auffassung==
 
==Fachliche Auffassung==
Heute befindet sich der "Steinkopf vom Weinkopf" im Besitz des Sohnes von Heinrich Pitz, Dr. Karl Heinrich Pitz. Er hat den renomierten Wissenschaftler für Ur- und Frühgeschichte, von der Goethe Universität Frankfurt, Professor Jens Lüning um eine Beurteilung des Fundes gebeten. Prof. Lüning hat sich im Mai 2012 wie folgt geäußert: "Es handelt sich bei dem Stein um ein Naturschauspiel oder ein minimalistisches Kunstwerk, das von Menschen behauen worden ist und vermutlich zu kultischen Zwecken benutzt wurde (gelegentlich, scherzhaft als "Taschengott" bezeichnet)". Zur Datierung äußerte er sich wie folgt: "der Stein kann in der gesamten hessischen Vorgeschichte entstanden sein, als ein Kunstwerk frühestens ab dem Jungpaläolithikum (Aurignacien) vor 42.000 Jahren),als sich die modernen Menschen (Homo sapiens) in weiten Teilen West-, Mittel-, und Osteuropas ausbreiteten und sich anschickten die Neandertaler abzulösen. Vielleicht gibt es irgendwann weitergehende Erkenntnisse um den "Steinkopf vom Weinkopf", die wissenschaftlich untermauert und belegbar sind. Bis dahin haben die bisherigen fachlichen Stellungnahmen ihre Gültigkeit. Zweifellos stellt schon heute der Steinkopf den "ältesten Borkaner" dar, der bis zum heutigen Tag nachweisbar ist.
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Erst die am Fund festgestellten und nachgewiesenen menschlichen Bearbeitungsspuren, durch Wissenschaftler aus dem Fachgebiet Archäologie, lassen den ansonsten von der Natur geformten Steinkopf zu einem archäologisch bedeutsamen Fund werden. Zweifel an den Feststellungen der Wissenschaftler sind bis zum heutigen Zeitpunkt nicht begründbar, daher unangebracht und nicht gerechtfertigt.
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Bereits Dr. Otto Uenze, Landesamt für Vor- und Frühgeschichte Marburg, hat 1954, nachdem der Steinkopf gefunden wurde,zusammen mit Herrn Pitz festgestellt, dass "der ''Eiszeitmensch'' durch einige Abschläge dem Steinkopf die gewünschte Form gab".
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Heute befindet sich der "Steinkopf von Borken", wie er im Volksmund genannt wird und der fachlich korrekt als "Steinidol von Borken" bezeichnet wird, im Besitz des Sohnes von Heinrich Pitz, Dr. Karl Heinrich Pitz. Er hat den renomierten Wissenschaftler für Ur- und Frühgeschichte, von der Goethe Universität Frankfurt, Professor Jens Lüning um eine Beurteilung des Fundes gebeten. Prof. Lüning hat sich im Mai 2012 wie folgt geäußert: "Es handelt sich bei dem Stein um ein Naturschauspiel oder ein minimalistisches Kunstwerk, das von Menschen behauen worden ist und vermutlich zu kultischen Zwecken benutzt wurde". Auch Prof. Lüning stellt die menschlichen Bearbeitungsspuren fest, wodurch die Wandlung des Steinkopfes vom Geofakt zum Artefakt erneut bestätigt wurde. Zur Datierung äußerte er sich wie folgt: "Der Stein kann in der gesamten hessischen Vorgeschichte entstanden sein, als ein Kunstwerk frühestens ab dem Jungpaläolithikum (Aurignacien, vor 42.000 Jahren),als sich die modernen Menschen (Homo sapiens) in weiten Teilen West-, Mittel-, und Osteuropas ausbreiteten und sich anschickten die Neandertaler abzulösen".
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Auch für den zuständigen Archäologen des Landesamtes für archäologische Denkmalpflege Marburg, Dr. Andreas Thiedmann, stehen die menschlichen Bearbeitungsspuren außer Zweifel, er stellte im Juni 2017 z.B. Kantenbrechungen an der oberen Bearbeitungsfläche, über dem linken Auge fest und die erheblich stärkere Versinterung im unteren Bearbeitungsbereich der Standfläche des Kopfes, die auf eine zeitlich unterschiedliche Bearbeitung hinweist und damit die untere Bearbeitungsfläche als die ältere ausweist.
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==Alter==
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Eine genaue Festlegung des Alters des Steinkopfes ist derzeit noch nicht möglich. Wenn
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jedoch eine Bearbeitung in der Zeit, als der Homo Sapiens (moderne Mensch) in unseren Breiten Einzug gehalten hat, erfolgte, dann kann das Alter des Steinkopfes
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bis zu 42.000 Jahren vor heute betragen. Erfolgte die Bearbeitung jedoch schon früher, als die Neandertaler noch in unseren Breiten zuhause waren, dann kann der Steinkopf auch um Einiges älter sein.
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==Kunst oder Kult==
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Fragt man sich, welchen Zweck wohl dieser Steinkopf erfüllt haben mag, dann kann man davon ausgehen, dass es sich um ein, im Wesentlichen von der Natur geformtes, nur minimal menschlich bearbeitetes Steingesicht handelt, welches wohl in überwiegender Weise kultischen Zwecken gedient haben dürfte. Da er 1953 in unmittelbarer Nähe eines Hügelgrabes gefunden wurde, ist seine letzte Verwendung, vor etwa 3.500 Jahren, vielleicht der obere Abschluss eines Hügelgrabes gewesen. Zwischen Herrn Dr. Karl Heinrich Pitz und der Stadt Borken (Hessen) ist ein Dauerleihvertrag geschlossen worden der die Rückführung des bedeutenden archäologischen Fundes nach Borken (Hessen) ermöglicht und eine spätere Übereignung an die Stadt Borken zum Ziel hat. Es ist beabsichtigt den Steinkopf publikumswirksam im Innenbereich des Rathauses auszustellen. Damit kehrt der "älteste Borkaner" wieder an seinen Fundort zurück.
  
 
==Literatur==
 
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   - Prof.Dr. Jacobshagen, Ausstellungsführer zur Ausstellung "Die Eiszeit in Nordhessen" Marburg 1952
 
   - Prof.Dr. Jacobshagen, Ausstellungsführer zur Ausstellung "Die Eiszeit in Nordhessen" Marburg 1952
   - Heinrich Pitz, Fundbericht in, Die Entwicklung des Amtes Borken vom 18.10.1954, Seite 99/100
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   - Dr. Otto Uenze und Heinrich Pitz,Fundbericht in: Die Entwicklung des Amtes Borken vom 18.10.1954, Seite 99/100
   - LfD Marburg, Fundbericht H. Pitz, 18.10.1954
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   - Prof. Jens Lüning, Mai 2012
   - Dr. Karl.Heinrich Pitz, Archäologische Einschätzung von Prof. Jens Lüning, Mai 2012
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  - Dr. Andreas Thiedmann, LfD Marburg, Juni 2017
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  - Cornelius Tittel, Kunstmagazin BLAU, Nr 27,4/2018, S.39-49, "Die ersten Skulpturen"
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   - '''Video''' Dr.K.H.Pitz 8/2018, zu sehen (bitte anklicken): '''//https://youtu.be/1pH4l_jO4O8 '''
  
 
==Siehe auch==
 
==Siehe auch==
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* [[Hügelgräber in Borken (Hessen)]]
 
* [[Hügelgräber in Borken (Hessen)]]
 
* [[700 Jahre Stadt Borken (Hessen)]]
 
* [[700 Jahre Stadt Borken (Hessen)]]
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* [[Die Burg Borken (Hessen)]]
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* [[Der Giesenbühl]]
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* [[Der Wasserturm von Borken (Hessen)]]
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* [[Die Hardt bei Trockenerfurth]]
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* [[Hügelgräber in Singlis]]
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* [[Die Schwalm]]
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Aktuelle Version vom 4. Januar 2019, 09:49 Uhr

Fundort

Da staunte der Lehrer Heinrich Pitz nicht schlecht, als ihm bei einer naturkundlichen Wanderung mit der Klasse 5a, der Borkener Stadtschule, in Richtung Weinkopf, am Freitag den 17. November 1953 der Schüler Kurt Schreiber einen gefundenen Stein in die Hand drückte mit der Bemerkung, "Herr Pitz ein Menschenkopf"!

Der Steinkopf von Borken, Foto: Dr.K.H. Pitz

Fundbeschreibung

Der Stein hat die Maße: Höhe 21 cm, Breite über der Stirn 29 cm, am Hals 24 cm. Er hat ein Gewicht von 2,1 kg, Material: Quarzit. Es handelt sich um einen, von der Natur gebildeten Menschenkopf (Geofakt). Ohne menschliche Einwirkung entstanden Augen, Nase, Mund, Kinn, Hals, Brustansatz und linkes Ohr. Das rechte Auge ist ein 5cm tiefes, natürliches Loch, während das linke Auge von einer flachen Mulde gebildet wird. Die Augen liegen nicht in gleicher Höhe, das linke liegt etwa 2cm tiefer. Die Farbe ist ein graues Braun, das mit helleren, gelbbraunen Schuppen durchsetzt ist. Die Oberfläche ist rau. Das linke Auge ist mit einer harten Kruste überzogen.Über dem linken Auge ist ein Splitter herausgesprungen. In ähnlicher Größe ist auch unter dem rechten Auge ein Stückchen herausgesprungen. Die Ohrmuschel des linken Ohres ist abgeschlagen. Über der linken Stirn befindet sich ein größerer Abschlag. Im unteren Bereich (Standfläche) sind menschliche Bearbeitungsspuren erkennbar (damit wird das Geofakt zum Artefakt). Der Kopf ist etwas nach hinten geneigt und hat trotzdem eine hohe Standfestigkeit. Ein von der Natur gebildeter menschlicher Kopf, mit ein wenig Brust. Die Schüler der Klasse 5a gaben ihm den Namen "Steinzwerg vom Weinkopf". Herr Pitz informierte das kurhessische Landesamt für Vor- und Frühgeschichte Marburg (heute Landesamt für archäologische Denkmalpflege) Herrn Dr.Otto Uenze. Zusammen mit Herrn Pitz wurde ein Fundbericht erstellt.

Fachliche Auffassung

Erst die am Fund festgestellten und nachgewiesenen menschlichen Bearbeitungsspuren, durch Wissenschaftler aus dem Fachgebiet Archäologie, lassen den ansonsten von der Natur geformten Steinkopf zu einem archäologisch bedeutsamen Fund werden. Zweifel an den Feststellungen der Wissenschaftler sind bis zum heutigen Zeitpunkt nicht begründbar, daher unangebracht und nicht gerechtfertigt. Bereits Dr. Otto Uenze, Landesamt für Vor- und Frühgeschichte Marburg, hat 1954, nachdem der Steinkopf gefunden wurde,zusammen mit Herrn Pitz festgestellt, dass "der Eiszeitmensch durch einige Abschläge dem Steinkopf die gewünschte Form gab". Heute befindet sich der "Steinkopf von Borken", wie er im Volksmund genannt wird und der fachlich korrekt als "Steinidol von Borken" bezeichnet wird, im Besitz des Sohnes von Heinrich Pitz, Dr. Karl Heinrich Pitz. Er hat den renomierten Wissenschaftler für Ur- und Frühgeschichte, von der Goethe Universität Frankfurt, Professor Jens Lüning um eine Beurteilung des Fundes gebeten. Prof. Lüning hat sich im Mai 2012 wie folgt geäußert: "Es handelt sich bei dem Stein um ein Naturschauspiel oder ein minimalistisches Kunstwerk, das von Menschen behauen worden ist und vermutlich zu kultischen Zwecken benutzt wurde". Auch Prof. Lüning stellt die menschlichen Bearbeitungsspuren fest, wodurch die Wandlung des Steinkopfes vom Geofakt zum Artefakt erneut bestätigt wurde. Zur Datierung äußerte er sich wie folgt: "Der Stein kann in der gesamten hessischen Vorgeschichte entstanden sein, als ein Kunstwerk frühestens ab dem Jungpaläolithikum (Aurignacien, vor 42.000 Jahren),als sich die modernen Menschen (Homo sapiens) in weiten Teilen West-, Mittel-, und Osteuropas ausbreiteten und sich anschickten die Neandertaler abzulösen". Auch für den zuständigen Archäologen des Landesamtes für archäologische Denkmalpflege Marburg, Dr. Andreas Thiedmann, stehen die menschlichen Bearbeitungsspuren außer Zweifel, er stellte im Juni 2017 z.B. Kantenbrechungen an der oberen Bearbeitungsfläche, über dem linken Auge fest und die erheblich stärkere Versinterung im unteren Bearbeitungsbereich der Standfläche des Kopfes, die auf eine zeitlich unterschiedliche Bearbeitung hinweist und damit die untere Bearbeitungsfläche als die ältere ausweist.

Alter

Eine genaue Festlegung des Alters des Steinkopfes ist derzeit noch nicht möglich. Wenn jedoch eine Bearbeitung in der Zeit, als der Homo Sapiens (moderne Mensch) in unseren Breiten Einzug gehalten hat, erfolgte, dann kann das Alter des Steinkopfes bis zu 42.000 Jahren vor heute betragen. Erfolgte die Bearbeitung jedoch schon früher, als die Neandertaler noch in unseren Breiten zuhause waren, dann kann der Steinkopf auch um Einiges älter sein.

Kunst oder Kult

Fragt man sich, welchen Zweck wohl dieser Steinkopf erfüllt haben mag, dann kann man davon ausgehen, dass es sich um ein, im Wesentlichen von der Natur geformtes, nur minimal menschlich bearbeitetes Steingesicht handelt, welches wohl in überwiegender Weise kultischen Zwecken gedient haben dürfte. Da er 1953 in unmittelbarer Nähe eines Hügelgrabes gefunden wurde, ist seine letzte Verwendung, vor etwa 3.500 Jahren, vielleicht der obere Abschluss eines Hügelgrabes gewesen. Zwischen Herrn Dr. Karl Heinrich Pitz und der Stadt Borken (Hessen) ist ein Dauerleihvertrag geschlossen worden der die Rückführung des bedeutenden archäologischen Fundes nach Borken (Hessen) ermöglicht und eine spätere Übereignung an die Stadt Borken zum Ziel hat. Es ist beabsichtigt den Steinkopf publikumswirksam im Innenbereich des Rathauses auszustellen. Damit kehrt der "älteste Borkaner" wieder an seinen Fundort zurück.

Literatur

  • Friedrich Döring
 - Prof.Dr. Jacobshagen, Ausstellungsführer zur Ausstellung "Die Eiszeit in Nordhessen" Marburg 1952
 - Dr. Otto Uenze und Heinrich Pitz,Fundbericht in: Die Entwicklung des Amtes Borken vom 18.10.1954, Seite 99/100
 - Prof. Jens Lüning, Mai 2012 
 - Dr. Andreas Thiedmann, LfD Marburg, Juni 2017
 - Cornelius Tittel, Kunstmagazin BLAU, Nr 27,4/2018, S.39-49, "Die ersten Skulpturen"
 - Video Dr.K.H.Pitz 8/2018, zu sehen (bitte anklicken): //https://youtu.be/1pH4l_jO4O8 

Siehe auch