St. Marien Kirche - Homberg: Unterschied zwischen den Versionen

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* ... nach dem [[Dreißigjähriger Krieg|Dreißigjährigen Krieg]] der Türmer auf St. Marien in [[Homberg (Efze)|Homberg]] auch Stadtmusikus war und mit seiner Familie auf dem Turm wohnte?<br>''Friedrich Dreytza, Türmer von Homberg''
  
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* ... am 21. Mai [[1878]] auf dem Turm der Homberger Stadtkirche die neu vergoldete Fahne nebst dem Knopfe und den die vier Himmelsrichtungen bezeichnenden Eisenstangen angebracht wurde?<br>''Oskar Breiding, Homberg''
  
 
* ... die jahrhundertelange Geschichte des Türmer und Stadtmusikers auf St. Marien in [[Homberg (Efze)|Homberg]] am 1. Januar [[1897]] beendet war?<br>''Friedrich Dreytza, Türmer von Homberg''
 
* ... die jahrhundertelange Geschichte des Türmer und Stadtmusikers auf St. Marien in [[Homberg (Efze)|Homberg]] am 1. Januar [[1897]] beendet war?<br>''Friedrich Dreytza, Türmer von Homberg''

Version vom 15. Juni 2008, 18:14 Uhr

Blick auf die Homberger Altstadt und die Marienkirche

Die spätgotische Stadtkirche St. Marien bestimmt das Bild der Altstadt von Homberg (Efze).

Geschichte

Die Stadtkirche

Die Grundsteinlegung im Jahre 1340 war auch ein Zeichen des Reichtums der Stadt. Die Marienkirche entstand als spätgotische Hallenkirche an Stelle einer romanischen Basilika. Das Westportal der Kirche gestaltete Baumeisters Tyle von Frankenberg.

1374 folgte der Bau des Kirchturms durch Kirchenbaumeister Heinrich von Hesserode.

Besonders sehenswert sind die Chorfenster der Kirche und die sieben Stationen des spätgotischen Kreuzwegs.

Türmerwohnung im Kirchturm

Die Wohnung des städtischen Türmers wurde beim Wiederaufbaus des Kirchturms im Jahre 1687 oberhalb der Altane im Oktogon des Kirchturms errichtet. In früheren Jahrhunderten wohnte und wachte hier der Homberger Türmer bei Kriegs- oder Brandgefahr, der letzte im 19. Jahrhundert.

Über 217 Stufen erreicht man die aus zwei Zimmern bestehende Türmerwohnung in etwa 57 m Höhe. Rund um den Kirchturm verläuft der Balkon der Türmerwohnung mit weiter Aussicht bis zur Hohenburg oder nach Fritzlar.

Kirche der Homberger Synode

Besondere Bekanntheit erhielt das Bauwerk als Kirche der Homberger Synode, die am 21. Oktober des Jahres 1526 hier begann. Initiator war Landgraf Philipp I. von Hessen, der die Reformation auch in seinem Herrschaftsgebiet einführen wollte, darüber hinaus aber auch weitergehende Reformen plante. An der Synode nahmen sowohl Vertreter der Geistlichkeit als auch weltliche Vertreter der Landgrafschaft teil. Infolge der Synode wurde die Landgrafschaft protestantisch, da die Mehrheit der Anwesenden die Vorhaben des Landgrafen unterstützten.

Gerichtslinde

Neben der Mairenkirche findet der Besucher einen etwa 700 Jahre alten Lindenbaum, angeblich die älteste Gerichtslinde Deutschlands.

Kirchenglocken

Fünf Bronzeglocken mit der Tonfolge c’-es’-f’-as’-b’ befinden sich im Westturm der Kirche:

Glocken der Stadtkirche St. Marien in Homberg (Efze).

1. Reformationsglocke

Schlagton c’

Die Glocke wurde 1926 in Apolda gegossen, wiegt 1.790 kg und hat einen Durchmesser von 1,47 m. Sie ist ein Geschenk der evangelischen Kirchengemeinden Hessens zum 400-sten Jahrestag der Homberger Synode. Im 2. Weltkrieg sollte die Glocke eingeschmolzen werden, wurde aber 1948 auf dem Hamburger Glockenfriedhof wiedergefunden.

Inschrift: „Reformationsglocke. Stiftung der ev. Gemeinden Hessens, 1526-1926, Allein aus Gnaden“.

Einzelfunktion: -läutet nur im Plenum-

2. Gedächtnisglocke

Schlagton es’

Die Glocke wurde im Jahre 1949 von Rincker in Sinn gegossen, wiegt 1.120 kg und hat einen Durchmesser von 1,26 m.

Inschrift: „Ihr Toten auch im fernen Land, ruht alle ihr Gottes Hand, Gedächtnisglocke, zum Gedächtnis an die in den beiden Kriegen gefallenen Söhne“.

Einzelfunktion: -läutet nur im Plenum-

3. Gebetsglocke

Schlagton f’

Die Glocke wurde 1949 von Rincker in Sinn gegossen, wiegt 780 kg und hat einen Durchmesser von 1,11 m.

Inschrift: „Seele, was ich auch kling’ und klage, alle Tage sind Gottes-Tage, Gebetsglocke“.

Einzelfunktion: Stundenschlag mittels Magnethammer, Tagesläuten um 7:01, 12:01 und 18:01 Uhr (je 3 Minuten).

4. Feierglocke

Schlagton as’

Die Glocke wurde im Jahre 1949 von Rincker in Sinn gegossen, wiegt 470 kg und hat einen Durchmesser von 0,94 m.

Inschrift: „Gottes Lob will ich verkünden und die herzen zu Dank entzünden, Feierglocke“.

Einzelfunktion: Zeichenläuten vor Gottesdiensten, Vater-Unser-Läuten.

5. Toten-/Geschichtsglocke

Schlagton b’

Bereits im Jahre 1640 wurde die Glocke im Eisenwerk zu Holzhausen gegossen (läutete erstmals 1654). Sie wiegt 250 kg und hat einen Durchmesser von 0,77 m.

Inschrift: „Anno 1640“, „Anno 1654“, „Una cum Templo sex aeramenta sonora hostilis Mavors igne perire facit haec tamen urbis opes accisae restituerunt tu porro avertags o Deus omne malum“.

Einzelfunktion: Viertelstundenschlag mittels Magnethammer.


Kleine Läuteordnung (ohne Einzelfunktionen):

  • normaler Gottesdienst: Glocken 1-2-3-4
  • Festgottesdienst (z.B. Ostern): Glocken 1-2-3-4-5
  • Adventsgottesdienst: Glocken 1-2-3
  • Hochzeit: Glocken 1-2-4-5
  • Beerdigung: Glocken 1-3-4
  • Einsegnung der Konfirmanden: Glocken 1-2-3-4-5
  • Wochenende einläuten (samstags um 18:05 Uhr): Glocken 1-2-3-4

siehe auch

Blasorchester Brunslar 2007.jpg

Wussten Sie schon, dass ...?

  • ... sich am Turm der Homberger Stadtkirche über 24 Steinmetzzeichen befinden? Sie dokumentieren eine technische Leistung aus dem 14. Jahrhundert.
    Oskar Breiding, Homberg
  • ... nach dem Dreißigjährigen Krieg der Türmer auf St. Marien in Homberg auch Stadtmusikus war und mit seiner Familie auf dem Turm wohnte?
    Friedrich Dreytza, Türmer von Homberg
  • ... am 21. Mai 1878 auf dem Turm der Homberger Stadtkirche die neu vergoldete Fahne nebst dem Knopfe und den die vier Himmelsrichtungen bezeichnenden Eisenstangen angebracht wurde?
    Oskar Breiding, Homberg
  • ... die jahrhundertelange Geschichte des Türmer und Stadtmusikers auf St. Marien in Homberg am 1. Januar 1897 beendet war?
    Friedrich Dreytza, Türmer von Homberg

Weblinks