Siebenjähriger Krieg: Unterschied zwischen den Versionen

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* [http://aeiou.iicm.tugraz.at/aeiou.encyclop.s/s565530.htm Informationen im Österreich – Lexikon]
 
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Version vom 17. August 2008, 16:19 Uhr

Im Siebenjährigen Krieg von 1756 bis 1763 kämpften die damaligen europäischen Großmächte mit Preußen und Großbritannien auf der einen Seite und Österreich, Frankreich, Russland auf der anderen Seite gegeneinander. Aber auch zahlreiche mittlere und kleine Staaten waren beteiligt, darunter auch die Landgrafschaft Hessen-Kassel.

Für viele Bewohner der Landgrafschaft brachte der Krieg erhebliche wirtschaftliche Schäden, besonders während des Stellungskriegs an der Diemel in den Jahren 1760-1762; hessische Truppen kämpften damals im Sold Englands gegen Frankreich.

Kriegsverlauf zwischen Weser und Diemel

Im Sommer 1760 verschanzte sich die Armee des Herzogs von Braunschweig mit etwa 110.000 Mann in dem flachen Bogen der Diemel zwischen Warburg und Trendelburg und es entstanden Schanzwerke an den nördlichen Uferhängen, etwa am Gleudenberg oberhalb von Sielen.

Im Juli 1760 fand die Schlacht bei Warburg statt, bei der eine Armee aus Braunschweigischen, Hessen-Kasseler und britischen Truppen mit insgesamt 24.000 Soldaten unter dem Kommando des Herzogs Ferdinand von Braunschweig-Wolfenbüttel und Friedrich II. von Hessen-Kassel kämpfte und eine französische Armee mit 21.500 Soldaten unter der Führung von Generalleutnant Louis Nicolas Victor de Félix d'Ollières besiegte.

Von der Bevölkerung forderte der lange andauernde Stellungskrieg im Diemeltal hohe wirtschaftliche Opfer.

Am 31. Juli 1760 erreichten die französischen Truppen die Städte Grebenstein und Hofgeismar und plünderten beide. Die Soldaten drangen in die Häuser ein und suchten nach Lebensmitteln. Schließlich eigneten sie sich alles an, was irgendwie brauchbar war. Dazu erpressten sie noch große Summen Geld.

Auch das Jahr 1761 brachte Truppen in unsere Gegend. Hofgeismar wurde abermals überfallen, aber auch in Grebenstein richtete der französische General Stainville am 7. September große Flurschäden an.

Aus dem Städtchen Trendelburg wurde berichtet, dass hier im Jahre 1761 bei der Anlage von Befestigungen und Schanzen-Gräben die besten Gärten ruiniert und über 2000 Obstbäume abgehauen wurden. In der Stadt selbst waren auch hier zahlreiche Soldaten einquartiert, oft 20 Soldaten in einem Haus.

Nach dem Abzug der alliierten Truppen aus dem Diemeltal errichten hier französische Besatzungstruppen weitere Schanzen und Batteriestellungen bis zum Deiselberg hin.

Entscheidende Bedeutung für den Kriegsverlauf in Nordhessen hatte die Schlacht bei Wilhelmsthal im Jahre 1762. Die Armee des Herzog Ferdinands mit 57.000 Mann ging am 24. Juni zwischen Warburg und Liebenau über die Diemel. Es kam zum Kampf mit den gegenerischen Truppen, die zwischen Carlsdorf und Meimbressen mit 72.000 Mann standen. Die Schlacht bei Wilhelmsthal endete mit dem Rückzug der französischen Soldaten nach Kassel und von dort nach Oberhessen.

Damit verschwanden die Heere aus dem Diemeltal. Zurück bleiben hier Hunger und äußerste Not. Ohne ausreichendes Zugvieh konnten anfangs auch die Äcker nicht mehr bestellt werden.

Schlacht bei Wilhelmstal

Märchenlandweg-Wilhelmsthal.JPG
Wilhelmsthal Allee.jpg

In der "Schlacht bei Wilhelmsthal" wurde die französische Armee am 24. Juni 1762 geschlagen - ebenso bei der späteren Schlacht bei Lutternberg am 23. Juli 1762 - und zog sich aus Hessen zurück.

Im Küchenflügel von Schloss Wilhelmsthal kann man in einer Ausstellung von Dioramen mit Zinnsoldaten sehr anschaulich einige Schlachtsituationen nachvollziehen.

Die Geschichte des Tambours von Wilhelmsthal ist auf einer Tafel vor dem Haupteingang nachzulesen. Nach der Überlieferung stammte er aus Burguffeln, heute ein Stadtteil von Grebenstein. In der Schlacht bei Wilhelmsthal trommelte der junge, unerfahrene Tambour nicht das Kommando „zum Sammeln“ sondern „zum Sturm“, was letztlich zum Sieg über die französischen Truppen geführt haben soll.

siehe auch

Vortragsveranstaltung: „Der Siebenjährige Krieg in Nordhessen“

Der Heimat- und Geschichtsverein Wolfhagen hatte zu einer Vortragsveranstaltung mit dem Thema: „Der Siebenjährige Krieg in Nordhessen“ in den großen Clubraum der Stadthalle eingeladen. Vor zahlreichen Zuhörern referierte Jürgen Nolte aus Kassel, der als Redakteur der HNA tätig war und zu diesem Thema bereits eine Artikelserie in der Sonntagszeit der HNA veröffentlicht hatte.

Wie schon im Dreißigjährigen Krieg wurde Hessen auch im Siebenjährigen Krieg hart getroffen, so dass das Volk neben den physischen und materiellen wiederum besonderen psychischen Belastungen ausgesetzt war.

Der Siebenjährige Krieg war im Kern der Krieg zwischen Österreich und Preußen von 1756 bis 1763 mit den jeweiligen Verbündeten um die Wiedergewinnung Schlesiens, das Österreich im Österreichischen Erbfolgekrieg an Preußen verloren hatte, und um die Vormachtstellung im Reich. Beteiligt waren die meisten der europäischen Mächte, vor allem Preußen, Großbritannien und Hannover auf der einen und Österreich, Sachsen, Frankreich, Russland, Schweden und Spanien auf der anderen Seite.

Die hessischen Kontingente unterstanden der englischen Führung. Dabei gelang es den Alliierten nicht, das Land vor dem Einfall der Franzosen zu bewahren. Nach der Niederlage des Duke of Cumberland bei Hastenbeck musste die englische Heeresführung den größten Teil ihrer Truppen auflösen und Hannover und Kassel den Franzosen überlassen. In diesem Zusammenhang sollte auch das hessische Heer aufgelöst und entwaffnet werden. Dagegen stelle sich jedoch Landgraf Wilhelm, der beherzt eingriff und dieses verhinderte. Die Folge davon waren allerdings schwere Repressalien gegen sein Land und gegen die Bevölkerung. Im März 1758 mussten die Franzosen Kassel wieder verlassen. Sie besetzten die Stadt nach der Schlacht von Sandershausen bei Kassel am 23. Juli 1758 aber erneut. Als sich die Feinde im Winter wieder zurückzogen, drängten sofort hessisch-hannoversche Truppen nach, diese wurden aber am 13. April 1759 bei Bergen geschlagen. Erst der Sieg der Alliierten bei Minden am 1. August 1759 veränderte wieder die Lage.

In den kommenden Jahren wechselte das Kriegsglück weiterhin und fünf verschiedene Herren kommandierten Kassel und Marburg. Am 10. Juli 1760 wandte sich Herzog Ferdinand von Braunschweig, um die hessische Hauptstadt zu decken, zuerst nach Wolfhagen, danach nach Hohenkirchen und schließlich nach Kassel selbst. Die Franzosen folgten langsam nach. So begann für die Diemelbevölkerung eine Zeit großer Not. Sie verlor durch die Heerlager beider Armeen in kurzer Zeit die ganze Ernte. Am 31. Juli 1760 erreichten die leichten französischen Truppen, Husaren und Freiwillige die Städte Grebenstein und Hofgeismar und plünderten sie beide. Die Soldaten drangen in die Häuser ein und suchten nach Lebensmitteln. Schließlich eigneten sie sich alles an, was irgendwie brauchbar war. Dazu erpressten sie noch große Summen Geld.

Auch das Jahr 1761 brachte Truppen in unsere Gegend. Hofgeismar wurde abermals überfallen, aber auch in Grebenstein richtete der französische General Stainville am 7. September große Flurschäden an.

Das Jahr 1762 brachte die Entscheidungsschlacht in dem siebenjährigen Ringen um das Land zwischen Weser und Diemel. Im Mai zog der Herzog von Braunschweig seine Truppen am linken Weserufer nördlich der Diemel zusammen. Es waren Hessen, Hannoveraner, Engländer, Braunschweiger und Bückeburger. Die Franzosen sammelten sich unterdessen bei Kassel, um den möglichen Ansturm der alliierten Truppen abfangen zu können. Unter französischem Befehl standen etwa 72.000 Mann, bestehend aus Franzosen, Nassauern, Pfälzern und Schweizern. Den Oberbefehl führten der Prince de Soubise und der Marschall d'Estrees. Im Verlauf dieser Schlacht, die später als die „Schlacht bei Wilhelmsthal" in die Geschichte eingegangen ist, verloren die Franzosen etwa 1500 Mann durch Verwundung und Tod, 2732 französische Soldaten gerieten in Gefangenschaft, darunter allein 170 Offiziere. Die Alliierten meldeten dagegen 104 Tote, 273 Verwundete und 306 Vermisste. Hierbei ragten auf alliierter Seite gerade die hessischen Kontingente durch ihre gute Führung und Ausbildung heraus, wobei sie dem preußischen Vorbild kaum nachstanden.

Hermann Neumeyer

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