Sensenstein: Unterschied zwischen den Versionen

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[[Bild:Wiki191.jpg|right|thumb|400px|Blick vom Sensenstein nach Kaufungen ''(Foto: Jürgen Apel)'']]
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#REDIRECT [[Burg Sensenstein]]
Der '''Sensenstein''' ist eine Erhebung im Tal der [[Nieste]] nördlich von [[Kaufungen]], auf der bis Anfang des 17. Jahrhunderts als Grenzsicherung zu [[Niedersachsen]] die '''Burg Sensenstein''' stand. Von hier aus blickt man direkt in den Kasseler Graben, der Teil eines riesigen Grabensystems ist, bis nach Kaufungen.
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Heute erinnern nur noch hohe Wälle an die einstige Größe der Burganlage. Die Gebäude sind restlos abgebrochen. An ihrer Stelle befindet sich die ''Jugendsportbildungsstätte Sensenstein''.
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== Lage ==
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Im nördlichen [[Kaufunger Wald]] liegen zu beiden Seiten der [[Nieste (Fluss)|Nieste]], die hier die Grenze zwischen [[Hessen]] und [[Niedersachsen]] bildet, nur knapp fünf Kilometer voneinander entfernt die Reste zweier mittelalterlicher Burgen, die fast völlig verschwundene Burg Sensenstein bei der Gemeinde [[Niestetal]] und die als Ruine erhaltene [[Burgruine Sichelnstein|Burg Sichelnstein]].
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Man erreicht den Sensenstein über die Abfahrt 78 Kassel-Ost der [[Autobahn A7|Autobahn A 7]] in Richtung Kaufungen auf der B7 und von dort aus nach [[Nieste]] über die K6. Vor dem Ort zweigt links eine Zufahrt zur Jugendbildungsstätte Sensenstein ab, vor der sich Parkplätze befinden.
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Die Wallanlagen der ehemaligen Burg Sensenstein liegen auf dem Grundstück der Jugendbildungsstätte. Sie darf ohne Erlaubnis, die erfragt werden kann, nicht von Außenstehenden betreten werden.
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== Namenslegende ==
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Missgunst und Witzelei gaben den beiden Burgen diesseits und jenseits der früher braunschweigisch-hessischen Grenze ihre Namen in Verbindung mit Sichel und Sense, ähnlich dem bekannten Beispiel der rheinischen Burgen Katz und Maus. Der Legende nach errichtete der Braunschweiger Herzog Otto I. (Otto der Quade) am Fuß des Staufenbergs eine Burg nur aus dem Grund, den [[Hessen]] das Getreide bequemer räubern zu können. In Anspielung hierauf soll er die Burg ''Sichelnstein'' getauft haben, während [[Landgraf Hermann II.]] von [[Hessen]] ihm die Burg ''Sensenstein'' gegenüber setzte und mit dem größeren Namen auch umfassendere Absichten andeutete.
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==Geschichte==
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[[Landgraf Hermann II.]] von [[Hessen]] ließ die Burg Sensenstein um [[1372]] gegenüber der älteren und im gleichen Jahr stark erweiterten [[Burgruine Sichelnstein|Burg Sichelnstein]] erbauen, um den Räubereien der Braunschweiger Einhalt zu gebieten. [[1438]] wurde die Burg wieder erwähnt, als sie von [[Landgraf Ludwig I.]] von [[Hessen]] als Lehen an den Ritter Sittich von Berlepsch kam, der zuvor [[Schloss Berlepsch]] bei [[Witzenhausen]] als Lehen innehatte. Bereits [[1461]] kam es zum Rücktausch: [[Schloss Berlepsch]] wurde Stammsitz derer von Berlepsch und die Burg Sensenstein diente dem Landgrafen als Jagdsitz für den [[Kaufunger Wald]].
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[[1483]] bis [[1561]] wurde die Burg mit ihren Gütern erneut hessisches Lehen der Grafen von Berlepsch. Die Burg verlor jedoch zunehmend an Bedeutung und nachdem mehrmals Lehnsherr bzw. Besitzer gewechselt hatten, verfiel sie zusehens. [[1585]] war nur noch ein Gutshof vorhanden, der zu der Burgruine gehörte und ab [[1601]] von Eberhard von Weihe bewirtschaftet wurde. Neuer Besitzer des Anwesens wurde [[1677]] der hessische Geheimrat Graf Dietrich von Kunowitz, der die verfallenen Gebäude abräumen und den noch 22 Meter hohen Rest des Bergfrieds sprengen ließ.
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[[1699]] erwarb Landgräfin Amalie, die Gemahlin [[Landgraf Karl|Karls von Hessen]], und deren Sohn den Hof zusammen mit dem benachbarten Gut Windhausen. Beides ging [[1767]] an den Generalmajor [[Martin Ernst von Schlieffen]] über, um schon nach sechs Jahren wieder Hessisches Staatsgut zu werden. [[1900]] verließ der letzte Pächter den danach unbewohnten Sensenstein. Die Ländereien selbst wurden von Windhausen aus bewirtschaftet.
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Kurz nach dem Ersten Weltkrieg pachtete ein Kasseler Gastwirt die verfallenen Gemäuer des Hofes und ließ das Wohnhaus instand setzen und als Gasthaus einrichten, das bis zum Beginn des Zweiten Weltkriegs betrieben wurde.
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==Heutige Nutzung==
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[[1946]] fanden auf dem Sensenstein die ersten Zeltlagerfreizeiten der Kreisjugendpflege [[Kassel]] statt, die in der Folgezeit zur festen Einrichtung wurden. Am 17. September [[1954]] legte man den Grundstein für die Jugendbildungsstätte des [[Landkreis Kassel|Landkreises Kassel]] und am 29. September [[1962]] konnte die Anlage als ''Jugendburg Sensenstein'' eingeweiht und ihrer Bestimmung übergeben werden. Seither wurden die zur Anlage auf dem zwanzig Hektar großen Gelände gehörenden Einrichtungen ständig erweitert und auf dem neuesten Stand gehalten. Heute betreibt der Landkreis gemeinsam mit dem Landessportbund Hessen auf dem Sensenstein die ''Sportbildungsstätte des Landkreises Kassel'', zu der ein Bildungs- und Tagungshaus sowie Sportstätten gehören, von denen viele wettkampfgerecht sind.
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==Quellen==
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Rudolf Knappe: Mittelalterliche Burgen in Hessen, Gudensberg, 2000, ISBN 978-3861342281
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== Siehe auch ==
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* [[Nieste]]
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* [[Burgruine Sichelnstein]]
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== Weblinks ==
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*[http://www.burgenwelt.de/sensenstein/ge.htm Burg Sensenstein bei www.burgenwelt.de]
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*[http://www.jufkk.de/122.0.html Jugendsportbildungsstätte Sensenstein]
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[[Kategorie:Nordhessen]]
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[[Kategorie:Landkreis Kassel]]
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[[Kategorie:Burgen und Schlösser]]
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Aktuelle Version vom 29. Februar 2008, 14:51 Uhr

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