Schöneberg

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Schöneberg
Schöneberg-Kirche.jpg
Die Hugenottenkirche in Schöneberg

Schöneberg ist ein Stadtteil von Hofgeismar mit etwa 600 Einwohnern und liegt im Landkreis Kassel in Nordhessen.

Das Straßendorf liegt westlich am Rande des Reinhardswalds.

Durch den Ort führt die Bundesstraße B 83 (von Kassel nach Bremen), im Ort: "Bremer Straße".

Das ehemals selbständige Dorf wurde im Rahmen der hessischen Gebietsreform Anfang der 1970er Jahre ein Stadtteil der angrenzenden Stadt Hofgeismar.

Geschichte

An die ehemalige Burg auf dem 323 m hohen "Schöneberg" unweit des heutigen Dorfes erinnern heute nur noch wenige Überreste der ehemals umfangreichen Burganlage (siehe auch: "Stutewecken"). Die "Burg Schöneberg" (auch: Schoeneberg oder Schonenburg) wurde im Jahre 1151 im Auftrag von Graf Hermann von Winzenburg auf dem damals noch unbewaldeten Berg errichtet.

Schöneberg - restauriertes Hugenottenhaus
Schöneberg - Hugenottenkirche
Schöneberg - Innenraum der Kirche
Die Bremer Straße in Schöneberg

Die Gründung des heutigen Straßendorfs Schöneberg erfolgte im Jahre 1699 für Glaubensflüchtlinge aus Frankreich. Landgraf Carl von Hessen-Cassel gab ihnen im 17. Jahrhundert auch in der Umgebung der Stadt Hofgeismar neuen Siedlungsraum, nachdem sie durch das Edikt von Fontainebleau und die Aufhebung der Religionsfreiheit in Frankreich im Jahre 1685 ihre Heimat verloren hatten. Ebenso fanden hier waldenser Flüchtlinge eine neue Heimat, die 1698 auf Befehl Ludwig XIV. aus Frankreich vertrieben worden waren.

Im Bereich des ehemaligen Dorfs Büngheim (auch: Bünichheim) - urkundlich bereits im Jahre 965 erwähnt - bestimmte Landgraf Carl von Hessen für 24 "Réfugiés" einen Platz für die Anlage einer "Kolonie" im Nordosten von Hofgeismar, mit deren Bebauung ab 1700 begonnen wurde. Viele Erstsiedler kamen aus dem Pragelas- und Queyrastal nach Zwischenaufenthalten in der Schweiz und in der Pfalz nach Schöneberg. Für die Ortsplanung in Schöneberg war Paul du Ry verantwortlich, der - ebenfalls hugenottischer Glaubensflüchtling - 1685 von Landgraf Carl zum Hofbaumeister berufen worden war.

Seit dem Jahre 1730 wurde die ursprünglich durch den Nachbarort Hümme führende alte Bremer Poststraße, die heutige "Bremer Strasse", über Schöneberg geleitet.

Sehenswürdigkeiten

Wie die Hugenottenkirchen in Carlsdorf oder Kelze wurde auch die Fachwerkkirche in Schöneberg in schlichter Saalbauweise errichtet. Die Kirche wurde in den Jahren 1705 und 1706 erbaut und am 24. Oktober 1706 von Pfarrer Jacques le Fèvre eingeweiht (die an der Kirche angebrachte Tafel nennt das Jahr 1705).

Zum Eingangsportal führt eine kleine Freitreppe. Auf einem der Querbalken über dem Eingang heißt es in einer französischen Inschrift "Mein Haus wird ein Bethaus genannt werden". Mit einer weiteren Inschrift aus dem Jahre 1705 (offenbar das Jahr des Richtfestes) wird die Großherzigkeit des Landgrafen Karl gerühmt.

Im Innern befindet sich hinter dem schlicht gehaltenen Altar die Kanzel. Gegenüber gelegen ist die Orgelempore unterhalb der man in die Kirche eintritt.

Literatur

  • Kreis Hofgeismar, Handbuch des Heimatbundes für Kurhessen, Waldeck und Oberhessen III, Marburg/ Lahn 1966, S. 192
  • Jochen Desel, Hugenottenkirchen in Hessen-Kassel, Bad Karlshafen 1992, S. 52 ff.
  • Jochen Desel, Französische Dörfer - deutsche Zuwanderer 1669 - 1779: 300 Jahre Kelze und Schöneberg, Band II, Hofgeismar 1999

Weblinks