Sababurg: Unterschied zwischen den Versionen

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Die Sababurg wurde anschließend nur noch wenige Jahre als landgräfliches Jagdschloss genutzt, nachdem sie unter [[Landgraf Friedrich II.]] noch einmal gründlich erneutert worden war.
 
Die Sababurg wurde anschließend nur noch wenige Jahre als landgräfliches Jagdschloss genutzt, nachdem sie unter [[Landgraf Friedrich II.]] noch einmal gründlich erneutert worden war.
  
Bereits im Jahre 1724 wurde unter [[Landgraf Karl]] von Hessen-Kassel die Pferdeherde aus dem Sababurger Mauerpark herausgenommen und fand im ehemaligen Klosterhof zu [[Beberbeck]] (ehemals im Eigentum des Klosters Lippoldsberg) eine neue Unterkunft.
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Bereits im Jahre 1724 wurde unter [[Landgraf Karl]] von Hessen-Kassel die Pferdeherde aus dem Sababurger Mauerpark herausgenommen und fand im ehemaligen Klosterhof zu [[Beberbeck]] (ehemals im Eigentum des [[Kloster Lippoldsberg|Klosters Lippoldsberg]]) eine neue Unterkunft.
  
 
== Literatur ==
 
== Literatur ==

Version vom 13. Mai 2007, 17:42 Uhr

Sababurg1.jpg

Die Sababurg (nahe der Stadt Hofgeismar) entstand auf den Ruinen der vom Mainzer Erzbischof 1334 erbauten "Zapfenburg" und wurde von Landgraf Wilhelm II. zu Beginn des 16. Jahrhunderts als Jagdschloss im Reinhardswald wieder errichtet. Die Burg erhebt sich auf einem 346 m hohen Basaltkegel etwa 4 km östlich von Beberbeck.

Im Jahr 1571 gründete Landgraf Wilhelm IV. am Fuße der Burg den Tierpark Sababurg, wo die Pferdezucht der "Sababurger Wilden" betrieben wurde.

Der Tierpark wurde im Jahre 1971 wieder eingerichtet und ist heute ein beliebtes Ausflugsziel.

Auch das Schloss Sababurg wird heute gern besucht. Nach dem Siebenjährigen Krieg (1763) verfiel das Schloss, 1826 wurden drei Flügel der Burg abgerissen. 1959 wurde dann die Ruine zu einem Hotel umgebaut. Erhalten sind die Wallgräben, der östliche Treppenturm sowie Teile der Ringmauern mit den Flankentürmen. Das Schloss kann von März bis Oktober besichtigt werden.

  • Kontakt: Tel. 05671 / 8080.

In der Nähe befindet sich im Reinhardswald der Urwald Sababurg.

Dornröschenschloss Sababurg

Hundert Jahre soll Dornröschen auf der Sababurg verschlafen haben. Auch ansonsten präsentiert sich der Reinhardswald als Märchenwald. Zwischen Weser und Diemel gibt sich Nordhessen ganz märchenhaft.

Hier, inmitten der Deutschen Märchenstraße schlief nicht nur Dornröschen ihren hundertjährigen Schlaf, hier trieben auch Riesen, Kobolde und Trolle ihr Unwesen. Über 200 Kinder- und Hausmärchen trugen die Gebrüder Grimm zusammen.

Sammlung Dornröschenschloss Sababurg

Dornröschen Jenny Range und Hotelinhaber Günter Koseck

Es ist ein kleiner Schatz, der hinter den Mauern der Sababurg schlummert. Alles, was irgendwie mit Dornröschen zu tun hat, bewahrt Günther Koseck in Stahlschränken auf. Eine Sammlung, die bislang noch niemand in ihrer ganzen Breite zu Gesicht bekommen hat. Ausstellungen scheiterten bislang an geeigneten Räumen für eine Präsentation.

1990 sei damit begonnen worden, Material rund um die weltweit bekannteste Märchenfigur der Grimms systematisch aufzubewahren, sagt Koseck, Inhaber des Dornröschenschlosses Sababurg. Inzwischen kann der 39-Jährige allein auf 250 Bücher verweisen, die sich mit der schönen Königstochter befassen. Bei den Büchern handelt es sich oft um Originale. Werke, die vergriffen sind und nicht mehr verlegt werden, liegen als Kopien vor.

Wissenschaftliche Arbeiten und märchenpsychologische Deutungen komplettieren die Sammlung ebenso wie Gesamtausgaben, Bilder, Ansichtskarten, Plakate, Programmhefte, Münzen und Briefmarken. Selbst Kataloge von Kostümherstellern bewahrt Koseck auf und, wie er sagt, der Vollständigkeit halber auch allen Kitsch. Zwischen 1000 und 1200 Exponate, schätzt Koseck, seien bisher zusammengetragen worden. Deren Wert beziffert er vorsichtig mit 35 000 Euro.

Vor allem Studenten, Volkskundler, Märchen- und Sprachforscher schätzen die Sammlung. Sie klopfen bei Koseck an, um zwischen all den Stücken auf die Suche nach interessanten Details zu gehen. Schulbuchverlage rufen an und fragen nach Illustrationen für ihre Lehrbücher. "Mir ist ein Dornröschen in einem Schulbuch lieber als irgendeine andere Märchenfigur", sagt Koseck.

Inzwischen denkt der Geschäftsführer des Hauses darüber nach, die Sammlung einer größeren Öffentlichkeit zu zeigen. Ein Datum hierfür hat er bereits im Blick. Denn im kommenden Jahr feiert Dornröschen ihren 200. Geburtstag. Bis dahin muss allerding ein Ausstellungsraum gefunden sein. Der Gewölbekeller, den Koseck ursprünglich vorgesehen hatte, ist zu feucht. Und das Land Hessen hat sich bis jetzt nicht bereit erklärt, sich an den Kosten für die Trockenlegung zu beteiligen.

Aus der HNA vom 5. Mai 2007

Geschichte

Mit dem Bau der Burg wurde am 19. April des Jahres 1334 begonnen, zur Zeit der Herrschaft des Erzbischofs von Mainz. Nachdem in den Jahren 1330/ 1331 eine Wallfahrtskirche im benachbarten Gottsbüren entstanden war, diente die Burg zum Schutz des Wallfahrtsorts und der zahlreichen Pilger und wurde 1336 dem Ritter Arnold von Portenhagen "zur Verwahrung anvertraut".

Sababurg3.JPG

Die Burg entstand allerdings gegen den erheblichen Protest des damaligen Landgrafen von Hessen, des Herzogs von Braunschweig und des Bischofs von Paderborn, auf deren Boden der Bau errichtet worden war. Bei der folgenden kriegerischen Auseinandersetzung unterlagen die Truppen des Erzbischofs von Mainz und die Burg gelangte zur Hälfte an den Landgrafen von Hessen. Die Pfandschaft über die weitere Hälfte fiel später vorübergehend an die Edelherren von Schoeneberg. Als der letzte der Herren von Schoeneberg 1428 ohne männliche Erben verstarb, wurde die Pfandschaft im Jahre 1429 an Hessen verkauft.

Nachdem die politische Bedeutung des "Vorpostens" im Reinhardswald entfallen war, verfiel die Burg zunehmend und lag bereits im Jahre 1455 nach einem Bericht im Trendelburger Salbuch "wüst".

Erst unter Landgraf Wilhelm I. von Hessen entstand in den Jahren 1490 bis 1492 wieder ein befestigtes Haus, in späteren Jahren - etwa ab 1508 - dann ein Jagdschloss, das erst unter der Herrschaft seines Sohnes, Landgraf Philipp von Hessen, fertiggestellt wurde.

Es begann ein großer Zeitabschnitt für die Burg, die auch von den Gästen des Kasseler Hofes zu Jagden besucht wurde. Im Jahre 1571 entstand unter der Herrschaft des Landgrafen Wilhelm IV. in unmittelbarer Nähe der Burg ein über 500 Morgen großer Tierpark, einer der ersten in Europa, wo auch die Pferdezucht der "Sababurger Wilden" betrieben wurde. Eine frühe Pferdezucht gab dem Landgrafen offenbar Anlaß zur Gründung des Tiergartens unterhalb der Sababurg, um eine wertvolle Stutenherde, die in der warmen Jahreszeit im Freien gehalten wurde, einigermaßen sicher unterzubringen.

Als im Dreißigjährigen Krieg 1623 das Heer des Generals Johann t'Serclaes Graf von Tilly in Hessen einfiel, wurde auch die Sababurg besetzt und geplündert und die Zuchtpferde des Gestüts wurden erbeutet. Erst ab dem Jahre 1651 wurde unter der Herrschaft des Landgrafen Wilhelm IV. mit dem Wiederaufbau begonnen, bevor die Burg dann im Siebenjährigen Krieg wieder starke Beschädigungen durch Plünderungen und Zerstörungen erfuhr.

Die Sababurg wurde anschließend nur noch wenige Jahre als landgräfliches Jagdschloss genutzt, nachdem sie unter Landgraf Friedrich II. noch einmal gründlich erneutert worden war.

Bereits im Jahre 1724 wurde unter Landgraf Karl von Hessen-Kassel die Pferdeherde aus dem Sababurger Mauerpark herausgenommen und fand im ehemaligen Klosterhof zu Beberbeck (ehemals im Eigentum des Klosters Lippoldsberg) eine neue Unterkunft.

Literatur

  • Eduard Brauns, Die Sababurg und der Reinhardswald, Geschichte und Gegenwart, 2. Auflage, Kassel 1975
  • Alt-Hofgeismar, Bilder aus einer vergangenen Zeit 1870 - 1925, herausgegeben und erläutert von Helmut Burmeister und Klaus-Peter Lange, Hofgeismar 1979, S. 55 f.

siehe auch

Sababurg2.JPG

Links