Söhrewald: Unterschied zwischen den Versionen

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Version vom 8. März 2007, 21:06 Uhr

Söhrewald ist eine Gemeinde im Landkreis Kassel in Nordhessen.

Geschichte

Kurzer Überblick über die Geschichte der Gemeinde

Am äußersten Südosten des Landkreises Kassel liegt die Gemeinde Söhrewald. Sie entstand am 1. Dezember 1970 durch den freiwilligen Zusammenschluss der Ge­meinden Wellerode, Wat­tenbach und Eiterhagen.

Höhen­zug der Söhre

Der waldbedeckte Höhen­zug der Söhre, der der neu­en Gemeinde ihren Namen gab, erstreckt sich vom Ostufer der Fulda bis zum Stiftswald. Die Söhre ist ein altes Sied­lungsgebiet. Ihr Name leitet sich ab von "soor" oder "sör" und bedeutet "trocken". So mangelte es den ersten Ansiedlern auf den ausgedehnten Hoch­flächen oft an Wasser, und sie waren bald wieder zur Aufgabe ihrer Rodungen gezwungen. Eine dieser auf­gegebenen Siedlungen hieß Lubesrode. Sie ist mit ihrer sagenumwobenen Kapelle St. Juliane längst ver­schwunden. Nur der "Glockenborn" und die Rui­ne "Stückkirchen" sind Zeu­gen aus vergangener Zeit und heute noch Wanderziel vieler Ausflügler.

Fleißige Frau­en- und Kinderhände

Wellerode, Wattenbach und Eiterhagen, in den Tälern des Fahrenbaches, des Wat­tenbaches und der Mül-misch gelegen, boten ihren Bewohnern genügend Was­ser. Ansonsten fanden die Menschen dort nur ein kar­ges Auskommen, denn viel gaben die Felder der klei­nen, hängigen Rodungsge­markung nicht her. So war man gezwungen, auch den Wald für den Lebensunter­halt zu nutzen. Lange Zeit hatten diese Bewohner in ihm das Huterecht. Er bot ihnen außerdem Holz, Bee­ren und Pilze. Fleißige Frau­en- und Kinderhände sorg­ten für bescheidene Neben­einnahmen. Allein die Ge­markung Wellerode hatte 3.560 ha Wald und nur 461 ha Feldflur. So fanden viele Bewohner der Söhredörfer ihr Auskommen als Wald­arbeiter und "Kulturfrau­en".

Jagdrecht

Das Jagdrecht durften sie al­lerdings nicht ausüben. Das war in damaliger Zeit den adeligen Herren vorbehal­ten. Die wildreichen Wälder waren oft Schauplatz prunkvoller Treibjagden hessischer Landgrafen. Auch Jerome, der "König Lustik", kam des Öfteren in die Söhre, um Jagd auf Hir­sche zu halten. Schon in der Vergangenheit hatten die drei Söhredörfer Einiges Gemeinsam. Ihre Entstehung lässt sich etwa auf die Wende vom 13. zum 14. Jahrhundert festlegen.

600-jährige Ge­schichte

Nach vorhandenen Urkun­den aus dem Jahr 1289 ist Eiterhagen der älteste Ort. Wattenbach wird im Jahr 1323 erstmalig urkundlich erwähnt. Eine schriftliche Lehensübergabe aus dem Jahr 1351 ist Grundlage für die mehr als 600-jährige Ge­schichte des Dorfes Wel­lerode. Während Watten­bach seit seinen Anfängen den Namen nahezu in gleicher Schreibweise beibe­hielt, fand Eiterhagen über Eyterhayen, Eiterbachhayen, Edderhöhe zu seinem heutigen Namen. Aus Wynebolderohe, Weiderade, Welwolderade und Wellerodt wurde endlich Wel­lerode. Alle drei Söhregemeinden unterstanden dem "Amt" Oberkaufungen. So man­cher Bewohner musste "auf Schusters Rappen" über den "Amtspfad" durch die Wäl­der der Söhre und des Stifts­waldes zur hohen Obrigkeit marschieren.

Entwicklung der Söhre­dörfer

Die Entwicklung der Söhre­dörfer litt unter ihrer Welt­abgeschiedenheit. Die schlechten Verkehrs­verhältnisse beließen sie auf der Stufe von Kleinsiedler­dörfern. Die karge Land­wirtschaft und der Wald blieben über Jahrhunderte die Lebensgrundlage ihrer Bewohner. Der große Umbruch wurde erst mit dem Bau der Söhrebahn in den Jahren 1911/12 eingeleitet. Mit ihrer Inbe­triebnahme konnten die Ar­beiterplätze in Kassel schneller und bequemer er­reicht werden. Bessere Aus­bildung und mehr Berufs­möglichkeiten wurden den Bewohnern der Söhredörfer damit geboten. Bescheide­ner Wohlstand kam in die Familien. So mancher konn­te sich den Wunsch nach ei­nem eigenen Häuschen er­füllen. Jetzt war es auch möglich, die heimischen Basalt- und Braunkohlevorkommen bes­ser zu erschließen und in­tensiver zu nutzen, da die Söhrebahn für den rei­bungslosen Transport sorg­te. Damit wuchs auch die Zahl der Arbeitsplätze in heimischer Umgebung. So wurde vor allem Watten­bach mit der Zeche Stellberg zu einem Bergmannsdorf. Die Bergmannstradition wird bis zum heutigen Tag gepflegt. Bei örtlichen Ver­anstaltungen kann man Bergleute in ihren schmucken Umformen be­wundern. In der Bedeutung gleichrangig mit dem Braunkohlebergbau war die Arbeit in den Basaltbrüchen der Söhre. So waren im Jahr 1927 350 Arbeiter in den verschiedenen Brüchen in der Söhre beschäftigt. Diese Arbeitsplätze beste­hen heute nicht mehr. Mit­telständische Gewerbe- und Handwerksbetriebe sind zwar noch vorhanden, doch der weitaus größere Teil der Erwerbstätigen Söhrewalds hat seinen Arbeitsplatz in Kassel oder im näheren Umland.

Söhrebahn

Die Söhrebahn musste im Jahr 1966 wegen mangeln­der Rentabilität den Schie­nenverkehr einstellen. Der Busverkehr auf der Straße hat ihre Aufgabe übernom­men. Doch die meisten Be­rufstätigen aus Söhrewald fahren wie die anderen Um­landbewohner der Stadt Kassel mit ihrem eigenen Auto zum Arbeitsplatz. Söhrewald ist zu einer Arbeitnehmerwohnsitzgemeinde geworden. Ihr Ka­pital ist die unversehrte Waldlandschaft. Die außer­ordentlichen landschaftli­chen Schönheiten der viel­gestaltigen Mischwälder mit stillen Tälern und idylli­schen Wasserflächen bieten ausgezeichnete Vorausset­zungen für Naherholung und Fremdenverkehr. Um die alten Ortskerne mit ihren gediegenen Fach­werkhäusern sind neue Wohngebiete entstanden. Inzwischen ist die Zahl der Bürger auf 5.300 angewach­sen. Söhrewald ist ein Ort mit Zukunft. Die Entwicklung zu einer attraktiven Ge­meinde mit hohem Wohnwert und hoher Lebensqua­lität geht weiter.

Lage

Die Gemeinde liegt südöstlich von Kassel inmitten der waldbedeckten Höhenzüge des hessischen Mittelgebirgswaldes Söhre.

Verkehr

Straßen

Radwege

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