Rudolf Erich Raspe

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Rudolf Erich Raspe (1736 - 1794) war Bibliothekar, Autor und Universalgelehrter. Er gilt als Erfinder der Münchhausen-Geschichten. Von 1767 bis 1775 lebte er in Kassel. Unter anderem lehrte er am Collegium Carolinum.

Werdegang

Zeit in Kassel

Raspe hatte er die Münzsammlung des Landgrafen in Kassel so akkurat katalogisiert, dass dadurch seine schamlosen Diebstähle aufflogen. Über Nacht brachte der Münzdiebstahl Raspe um all seine Verdienste. 1775 musste sich der bedeutende Universalgelehrte Hals über Kopf nach England absetzen. Zuvor hatte Raspe sieben Jahre lang in Kassel als Bibliothekar und Professor am Collegium Carolinum gewirkt. Er schrieb und übersetzte - außer ins Deutsche - in vier Sprachen: Latein, Englisch, Französisch und Italienisch. Vor dem Diebstahl stand der Professor hoch in der Gunst von Landgraf Friedrich II. von Hessen Kassel, der sogar die Patenschaft für seine beiden Kinder übernommen hatte.

Zeit in England

Die Flucht nach London bot zwar Sicherheit, Raspes Ruf war durch den Diebstahl aber schwer beschädigt. Raspe flog aus der Royal Society, der amerikanische Staatsmann und Erfinder Benjamin Franklin und andere befreundete Gelehrte gingen auf Distanz. James Cook wollte ihn beispielsweise nicht auf seine dritte Weltumsegelung mitnehmen. Als Mitübersetzer von Georg Forsters Reisebeschreibung und Berater für den Bergbau in Cornwall rappelte sich Raspe wieder auf.

Geschichten über den Lügenbaron Münchhausen

Außerdem erfand Raspe in Cornwall und London den legendären Lügenbaron Münchhausen. Raspe nutzte verschiedene Quellen über Münchhausen, und seine ab 1785 verbreiteten Geschichten über den Lügenbaron wurden ein riesiger Erfolg.

Der Film „Münchhausen“ aus dem Jahr 1943 mit Hans Albers in der Hauptrolle ist auch Teil der Kasseler Stadtgeschichte. Als sich am 22. Oktober 1943 insgesamt 400 britische Kriegsbomber bereits im Anflug auf Kassel befanden, lief im Ufa-Kino an der Königsstraße der Abspann von „Münchhausen“. Es war für lange Zeit die letzte Vorführung in dem Kino, denn in der Bombennacht wurde der Großteil Kassels zerstört.

siehe auch

Weblinks und Quellen