Ringwalle im Landkreis Kassel: Unterschied zwischen den Versionen

Aus Regiowiki
Wechseln zu: Navigation, Suche
Zeile 1: Zeile 1:
 
[[Bild:Ahlberg Ringmauer.jpg|thumb|right|300px|Ringwall auf dem Ahlberg]]
 
[[Bild:Ahlberg Ringmauer.jpg|thumb|right|300px|Ringwall auf dem Ahlberg]]
Zu den archäologischen Bodendenkmälern gehören frühmittelalterliche Ringwallanlagen, die auch an verschiedenen Orten im [[Landkreis Kassel]] zu finden sind.  
+
Zu den archäologischen Bodendenkmälern gehören frühgeschichtliche Ringwallanlagen, die auch an verschiedenen Orten im [[Landkreis Kassel]] zu finden sind.  
  
 
Zu erwähnen sind insbesondere  
 
Zu erwähnen sind insbesondere  
Zeile 12: Zeile 12:
  
 
== Ringwall auf dem Ahlberg ==
 
== Ringwall auf dem Ahlberg ==
 +
=== Eco-Pfad Ahlber-Mariendorf ===
 
[[Bild:Ahlberg Ecopfad.jpg|thumb|right|200px|Der Eco-Pfad zum Ringwall auf dem Ahlberg]]
 
[[Bild:Ahlberg Ecopfad.jpg|thumb|right|200px|Der Eco-Pfad zum Ringwall auf dem Ahlberg]]
 
Etwa zwei Kilometer östlich der Ortsmitte [[Mariendorf]]s erhebt sich der 394,6 Meter hohe [[Ahlberg]], an dessen Westflanke die kleine Ahlberg-Siedlung liegt.  Der Ahlberg liegt am Westrand des großen Waldgebietes des Gutsbezirkes [[Reinhardswald]]. Sein Plateau hat eine Größe von 1,25 Hektar und ist nach allen Seiten befestigt. Es wird von einem Wall mit vor gelagertem Graben umschlossen, der an der Nord- und Ostseite fast gradlinig, an der Süd- und Westseite jedoch leicht bogenförmig verläuft. An der Südwestseite befand sich früher eine Tongrube,  deren Zufahrt Graben und Wall unterbricht. Einige andere muldenförmige Vertiefungen im Bereich um das Plateau sind ebenfalls auf diese Materialgewinnung zurückzuführen. Im Südost- und Ostverlauf sind Wall und Graben gut sichtbar erhalten.
 
Etwa zwei Kilometer östlich der Ortsmitte [[Mariendorf]]s erhebt sich der 394,6 Meter hohe [[Ahlberg]], an dessen Westflanke die kleine Ahlberg-Siedlung liegt.  Der Ahlberg liegt am Westrand des großen Waldgebietes des Gutsbezirkes [[Reinhardswald]]. Sein Plateau hat eine Größe von 1,25 Hektar und ist nach allen Seiten befestigt. Es wird von einem Wall mit vor gelagertem Graben umschlossen, der an der Nord- und Ostseite fast gradlinig, an der Süd- und Westseite jedoch leicht bogenförmig verläuft. An der Südwestseite befand sich früher eine Tongrube,  deren Zufahrt Graben und Wall unterbricht. Einige andere muldenförmige Vertiefungen im Bereich um das Plateau sind ebenfalls auf diese Materialgewinnung zurückzuführen. Im Südost- und Ostverlauf sind Wall und Graben gut sichtbar erhalten.
Zeile 19: Zeile 20:
 
Ab Herbst 2007 führt ein Rundweg des [[Eco-Museum Reinhardswald|EcoMuseums Reinhardswald]] unter der Bezeichnung „EcoPfad Ahlberg-Mariendorf“ über den Ahlberg. Zwei Schautafeln erläutern die geologischen und archäologischen Besonderheiten des Ahlbergs. Der Weg ist von der Bushaltestelle Ahlberg aus gut beschildert und problemlos begehbar.
 
Ab Herbst 2007 führt ein Rundweg des [[Eco-Museum Reinhardswald|EcoMuseums Reinhardswald]] unter der Bezeichnung „EcoPfad Ahlberg-Mariendorf“ über den Ahlberg. Zwei Schautafeln erläutern die geologischen und archäologischen Besonderheiten des Ahlbergs. Der Weg ist von der Bushaltestelle Ahlberg aus gut beschildert und problemlos begehbar.
  
== Galerie==
+
=== Galerie ===
 
<gallery>
 
<gallery>
 
Bild:Ahlberg.jpg|Der Ahlberg  
 
Bild:Ahlberg.jpg|Der Ahlberg  
Zeile 27: Zeile 28:
 
</gallery>
 
</gallery>
  
== Literatur ==
+
=== Literatur ===
 
* Rolf Gensen, „Die Ringwallanlage auf dem Ahlberg bei Immenhausen-Mariendorf“ in: Stadt und Landkreis Kassel. Führer zu archäologischen Denkmälern in Deutschland 7, Stuttgart 1986, S.129ff.
 
* Rolf Gensen, „Die Ringwallanlage auf dem Ahlberg bei Immenhausen-Mariendorf“ in: Stadt und Landkreis Kassel. Führer zu archäologischen Denkmälern in Deutschland 7, Stuttgart 1986, S.129ff.
 
* Jörg Lindenthal, „Kulturelle Endeckungen - Archäologische Denkmäler in Hessen“, Darmstadt 2004, S.95, ISBN 3-934377-734
 
* Jörg Lindenthal, „Kulturelle Endeckungen - Archäologische Denkmäler in Hessen“, Darmstadt 2004, S.95, ISBN 3-934377-734
 +
 +
== Ringwall auf dem Hohen Dörnberg ==
 +
Auf dem wenig bewaldeten Gipfelplateau des [[Hoher Dörnberg|Dörnbergs]] ist noch heute deutlich sichtbar die Struktur eines mehrere hundert Meter langen, fast dreiecksförmigen Ringwalls zu erkennen. Sein Alter ist nicht zweifelsfrei geklärt, vermutlich stammt er bereits aus der Jungsteinzeit.
 +
 +
Auch rund um die Basaltgruppe Helfenstein bei [[Zierenberg)) sind Bodenspuren unklaren Alters vorhanden.
  
 
== siehe auch ==
 
== siehe auch ==

Version vom 28. Oktober 2007, 22:40 Uhr

Ringwall auf dem Ahlberg

Zu den archäologischen Bodendenkmälern gehören frühgeschichtliche Ringwallanlagen, die auch an verschiedenen Orten im Landkreis Kassel zu finden sind.

Zu erwähnen sind insbesondere

Ringwall auf dem Ahlberg

Eco-Pfad Ahlber-Mariendorf

Der Eco-Pfad zum Ringwall auf dem Ahlberg

Etwa zwei Kilometer östlich der Ortsmitte Mariendorfs erhebt sich der 394,6 Meter hohe Ahlberg, an dessen Westflanke die kleine Ahlberg-Siedlung liegt. Der Ahlberg liegt am Westrand des großen Waldgebietes des Gutsbezirkes Reinhardswald. Sein Plateau hat eine Größe von 1,25 Hektar und ist nach allen Seiten befestigt. Es wird von einem Wall mit vor gelagertem Graben umschlossen, der an der Nord- und Ostseite fast gradlinig, an der Süd- und Westseite jedoch leicht bogenförmig verläuft. An der Südwestseite befand sich früher eine Tongrube, deren Zufahrt Graben und Wall unterbricht. Einige andere muldenförmige Vertiefungen im Bereich um das Plateau sind ebenfalls auf diese Materialgewinnung zurückzuführen. Im Südost- und Ostverlauf sind Wall und Graben gut sichtbar erhalten.

Als ursprünglicher Aufbau der heute als Wälle sichtbaren Befestigung ist Mauerwerk anzunehmen, da an einigen Stellen der Außenseite des Walls erkennbare Steine auf eine Mauerfront hin deuten. Form und Ausführung der Gräben und Wälle lassen auf Reste einer frühmittelalterlichen Befestigung schließen, die eine ältere eisenzeitliche Anlage überlagert, was Funde aus dieser Zeit bezeugen. Inmitten der frühmittelalterlichen Wehranlage wurde im Spätmittelalter an der höchsten Stelle ein Wartturm, wahrscheinlich als Pendant zur in Sichtweite befindlichen Udenhausener Warte, errichtet. Vom Ahlberger Wartturm sind noch Teile eines mächtigen Mauerfundaments erhalten. Reste einer Ringmauer, die um den Turm herum eine Fläche mit einem Durchmesser von etwa 15 Metern umschloss, sind im Gelände erkennbar.

Ab Herbst 2007 führt ein Rundweg des EcoMuseums Reinhardswald unter der Bezeichnung „EcoPfad Ahlberg-Mariendorf“ über den Ahlberg. Zwei Schautafeln erläutern die geologischen und archäologischen Besonderheiten des Ahlbergs. Der Weg ist von der Bushaltestelle Ahlberg aus gut beschildert und problemlos begehbar.

Galerie

Literatur

  • Rolf Gensen, „Die Ringwallanlage auf dem Ahlberg bei Immenhausen-Mariendorf“ in: Stadt und Landkreis Kassel. Führer zu archäologischen Denkmälern in Deutschland 7, Stuttgart 1986, S.129ff.
  • Jörg Lindenthal, „Kulturelle Endeckungen - Archäologische Denkmäler in Hessen“, Darmstadt 2004, S.95, ISBN 3-934377-734

Ringwall auf dem Hohen Dörnberg

Auf dem wenig bewaldeten Gipfelplateau des Dörnbergs ist noch heute deutlich sichtbar die Struktur eines mehrere hundert Meter langen, fast dreiecksförmigen Ringwalls zu erkennen. Sein Alter ist nicht zweifelsfrei geklärt, vermutlich stammt er bereits aus der Jungsteinzeit.

Auch rund um die Basaltgruppe Helfenstein bei [[Zierenberg)) sind Bodenspuren unklaren Alters vorhanden.

siehe auch

Weblinks