Richard Peters

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Richard Peters Repro: Stadt Northeim

Die ersten drei Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts war Richard Peters Northeims Stadtoberhaupt, er leitete vom 15. Oktober 1903 bis Juni 1933 die Geschicke der Stadt. Die Nazis drängten ihn aus dem Amt.

Ehrung zum Dienstjubiläum

Das ehemalige Stadtoberhaupt erhielt zu seinem 25-jährigen Dienstjubiläum 1928 die Ehrung, dass die Bürgermeister-Peters-Straße nach ihm benannt wurde, mit deren Bebauung erst drei Jahre zuvor begonnen worden war. Ihr Namenspatron baute sich an ihr ein Haus, das er 1935 bezog.

Damals war Peters nicht mehr in Amt und Würden. Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten war er im Juni 1933 nach knapp 30jähriger Amtszeit aus dem Amt gedrängt worden und trat am 1. April 1934 in den Ruhestand. Doch die braunen Machthaber wollten auch die Erinnerung an den verdienten Bürgermeister auslöschen. 1940 wurde seine Straße nach einem Werber für die Nazis in Karl-Dincklage-Straße umbenannt.

Northeim wächst

In der Amtszeit des am 16. Juli 1872 in Eschershausen geborenen Peters wuchs Northeim beträchtlich. Die Einwohnerzahl stieg von etwa 7900 auf rund 11000. Außerdem entstanden in dieser Zeit eine Reihe von wichtigen öffentlichen Gebäuden: das Gymnasium Corvinianum (1906), die Scharnhorstkaserne (1913-15), die ehemalige Warmbadeanstalt im Schaupenstiel (Northeim) (1926), die ehemalige "landwirtschaftliche Winterschule" in der Hindenburgstraße (1907), die Stadtsparkasse am Münster (Northeim) (die heutige KSN, 1929) und das Bergbad (1930).

Peters erlebte auch die Rückbenennung seiner Straße noch. Kurz nach dem Ende des 2. Weltkrieges, am 27. Mai 1945, wurde der Name des Nazi-Aktivisten Dincklage wieder von den Schildern getilgt. Die Straße erhielt den Namen Bürgermeister-Peters zurück.

Amt abgelehnt

Peters sollte damals noch einmal das Amt des Bürgermeisters übernehmen. Der damals 73jährige lehnte aber ab. Er starb am 5. April 1956.

Von Olaf Weiß aus der HNA-Serie Straßen und ihre Paten