Reinhardswald: Unterschied zwischen den Versionen

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(Tierpark Sababurg)
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Bereits im Jahre 1571 gründete [[Landgraf Wilhelm IV.]] am Fuße der [[Sababurg]] mitten im Reinhardswald auf über 130 ha Fläche einen [[Tierpark Sababurg|Tierpark]], einen der ersten in Europa. 1971 wurde der Tierpark durch den damaligen [[Kreis Hofgeismar]] wieder eingerichtet.
 
Bereits im Jahre 1571 gründete [[Landgraf Wilhelm IV.]] am Fuße der [[Sababurg]] mitten im Reinhardswald auf über 130 ha Fläche einen [[Tierpark Sababurg|Tierpark]], einen der ersten in Europa. 1971 wurde der Tierpark durch den damaligen [[Kreis Hofgeismar]] wieder eingerichtet.
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Auf dem Gelände des Tierparks befindet sich seit Anfang der 1980-er Jahre auch das Forst- und Jagdmuseum, das in einem [[Diemelsächsische Fachwerkhäuser|diemelsächsischen Fachwerkhaus]] aus dem frühen 17. Jahrhundert untergebracht wurde, das ursprünglich im benachbarten [[Gottsbüren]] stand, abgetragen und wieder errichtet worden ist.
  
 
== Urwald Sababurg ==
 
== Urwald Sababurg ==

Version vom 24. Oktober 2007, 15:26 Uhr

Ahlberg Ecopfad.jpg
EcoPfad zum Ahlberg im Reinhardswald
Beberbeck Domäne 1.jpg
Mitten im Reinhardswald liegt Beberbeck

Der Reinhardswald ist ein über 200 km² großes und bis 472 m hohes waldreiches Mittelgebirge im Weserbergland in Nordhessen zwischen Kassel im Süden und Bad Karlshafen im Norden sowie Hann. Münden im Osten und Hofgeismar im Westen.

Mit rund 200 Quadratkilometern Fläche ist der Reinhardswald das größte zusammenhängende Waldgebiet in Hessen. Die höchsten Erhebungen sind der Gahrenberg und der Staufenberg mit jeweils 472 m.

Eichen- und Buchenwälder im Reinhardswald erinnern an die Zeiten des Hutewaldes (der Waldweide), Hohlwege und Hügelgräber an eine Siedlungsgeschichte, die bis in die Bronzezeit zurückreicht.

Mitten im Reinhardswald liegen die Sababurg und Beberbeck, eines der kleinsten Dörfer der Region mit dem ehemals kurfürstlichen Schloss. Die etwa 900 ha große Staatsdomäne betreibt Land- und Forstwirtschaft.

Märchen und Mythen

Die Sababurg im Reinhardswald

Der Reinhardswald ist ein Märchenwald, wie man ihn schöner kaum träumen kann. Hier, zwischen Diemel und Weser und inmitten der deutschen Märchenstraße, schlief Dornröschen (auf der Sababurg), warf Rapunzel (auf der Burg Trendelburg) ihr Haar herab und trieben Riesen, Kobolde und Trolle ihr Unwesen.

Die Märchen der Gebrüder Grimm

Über 200 Kinder- und Hausmärchen trugen die Gebrüder Grimm zusammen. Unzählige Geschichten ranken sich um Natur und Kulturdenkmäler im Reinhardswald und vor allem dessen Ursprünglichkeit ließ viele Sagen und Erzählungen entstehen. Besonders jahrhundertealte Bäume, wie im "Urwald Sababurg", inspirieren zu Märchen und Mythen.

Märchenschloss Sababurg im Reinhardswald

Das wohl bekannteste Märchen ist das von Dornröschen. Ihm wurde von einer bösen Fee prophezeit, es werde sich an seinem 15. Geburtstag an einer Spindel stechen und in einen todesähnlichen Schlaf fallen. Und so geschah es, bis ihr Prinz kam und sie wach küsste.

Hundert Jahre soll Dornröschen nach dem Märchen der Gebrüder Grimm auf der Sababurg verschlafen haben, die inzwischen zu einem Hotel und Restaurant ausgebaut wurde.

Die Sage vom Reinhardswald

Springende Hirsche auf der Steinzeichnung eines unbekannten Malers auf einem tonnenschweren, 30 Millionen alten Quarzit mitten im Reinhardswald. (Foto: Bogumil)
Schon die Geschichte der Entstehung des Reinhardswaldes ist unglaublich. So wird berichtet, der Bischof von Paderborn und Graf Reinhard hätten um dessen Besitztümer gewürfelt. Graf Reinhard, ein leidenschaftlicher Spieler, besaß riesige Ländereien. Der Bischof gewann und der Graf verlor sein Land. Aber er sann auf einen Ausweg: Er bat um die Gnade, noch einmal säen und ernten zu dürfen. Die Bitte wurde ihm gewährt. Graf Reinhard säte Eicheln anstelle von Getreide. Bis diese Früchte trugen, die man ernten konnte, vergingen viele, viele Jahre. Der Bischof kapitulierte vor so viel List und der Reinhardswald kam zu seinen Eichen und seinem Namen.

Die Eichen wuchsen und gediehen, wurden groß, stattlich und alt. Neue Geschichten entstanden. Viele handeln von verirrten Wanderern, die von Elfen den Weg gewiesen bekamen. Aber es gibt auch bedrohliche Erzählungen, von Wanderern, die in der Abenddämmerung noch immer im Wald herumirrten und von bösartigen Fabelwesen das Leben schwer gemacht bekamen.

Die Sage vom Brama, Saba und Trendula

Namensgeberin der nahen Burg Trendelburg ist in der Märchenwelt die Riesin „Trendula“, die der Sage nach von einem Blitz auf freiem Feld erschlagen wurde, nachdem sie ihren Schwestern Saba (mit Sitz auf der Sababurg) und Brama (von der Bramburg) stark zugesetzt hatte. Alle drei sollen im übrigen von der nahegelegenen Burg des Riesen Kruko, der Krukenburg stammen. Mit etwas Phantasie sind noch heute die Spuren des Blitzes in der Nähe von Trendelburg zu sehen. Aber auch weniger phantasievolle Zeitgenossen empfinden den „nassen Wolkenbruch“ zwischen Trendelburg und Friedrichsfeld als durchaus beeindruckenden, allerdings nur schwer zugänglichen Trichter mit einem See in 45 m Tiefe, den der Besucher auf einem Pfad umrunden kann.

Strufus

Schwarzerle im Naturschutzgebiet „Bruchwald am Gahrenberg“ (Foto: Bogumil)

"Niemanden Herr und niemanden Knecht, so war auch Strufus Art, ein hoher Sinn für Freiheit und Recht, mit hilfreichem Herzen gepaart!", heißt es in einer Inschrift über dem Dorfgemeinschaftshaus im Hofgeismarer Stadtteil Hombressen. Bis heute rankt sich manche Geschichte um den Wilddieb Strufus, der in alter Zeit armen und hungrigen Hombresser Waldbauern auch schon einmal ein Stück Wild vor die Haustür gelegt haben soll. Ihm zu Ehren wurde das steinerne Stufuskreuz im Lempetal errichtet, an der Stelle, wo der Wilddieb sein Leben ließ.

Tierpark Sababurg

Bereits im Jahre 1571 gründete Landgraf Wilhelm IV. am Fuße der Sababurg mitten im Reinhardswald auf über 130 ha Fläche einen Tierpark, einen der ersten in Europa. 1971 wurde der Tierpark durch den damaligen Kreis Hofgeismar wieder eingerichtet.

Auf dem Gelände des Tierparks befindet sich seit Anfang der 1980-er Jahre auch das Forst- und Jagdmuseum, das in einem diemelsächsischen Fachwerkhaus aus dem frühen 17. Jahrhundert untergebracht wurde, das ursprünglich im benachbarten Gottsbüren stand, abgetragen und wieder errichtet worden ist.

Urwald Sababurg

Der Urwald Sababurg ist ein ehemaliger Hutewald und heute ein etwa 92 ha großes, von alten Eichen dominiertes Naturschutzgebiet im Reinhardswald nahe der Sababurg.

Zu den Initiatoren des nordhessischen Naturschutzgebietes Urwald Sababurg gehörte der Maler Theodor Rocholl, der schon in seiner Jugend im Reinhardswald künstlerisch gearbeitet hatte. Aufgrund seines Engagements entstand ab 1907 in der Nähe der Sababurg der Urwald mit alten Eichen- und Buchenbeständen. Neben den unterhalb der Sababurg weidenden Pferden des Gestüts Beberbeck oder den Bildern aus dem bäuerlichen Milieu der Gegend rund um die Stadt Hofgeismar, gehören Bilder aus den geheimnisvollen Buchen-, Eichen- und Farnwäldern des Reinhardswalds zu den bevorzugten Motiven des Malers.

Wandern

Archäologisches Denkmal Ahlberg

Bushaltestelle Ahlberg

Etwa zwei Kilometer östlich der Ortsmitte Mariendorfs erhebt sich der 394,6 Meter hohe Ahlberg, an dessen Westflanke die kleine Ahlberg-Siedlung liegt. Der Ahlberg liegt am Westrand des großen Waldgebietes des Gutsbezirkes Reinhardswald. Sein Plateau hat eine Größe von 1,25 Hektar und ist nach allen Seiten befestigt. Es wird von einem Wall mit vor gelagertem Graben umschlossen, der an der Nord- und Ostseite fast gradlinig, an der Süd- und Westseite jedoch leicht bogenförmig verläuft. An der Südwestseite befand sich früher eine Tongrube, deren Zufahrt Graben und Wall unterbricht. Einige andere muldenförmige Vertiefungen im Bereich um das Plateau sind ebenfalls auf diese Materialgewinnung zurückzuführen. Im Südost- und Ostverlauf sind Wall und Graben gut sichtbar erhalten.

Als ursprünglicher Aufbau der heute als Wälle sichtbaren Befestigung ist Mauerwerk anzunehmen, da an einigen Stellen der Außenseite des Walls erkennbare Steine auf eine Mauerfront hin deuten. Form und Ausführung der Gräben und Wälle lassen auf Reste einer frühmittelalterlichen Befestigung schließen, die eine ältere eisenzeitliche Anlage überlagert, was Funde aus dieser Zeit bezeugen. Inmitten der frühmittelalterlichen Wehranlage wurde im Spätmittelalter an der höchsten Stelle ein Wartturm, wahrscheinlich als Pendant zur in Sichtweite befindlichen Udenhausener Warte, errichtet. Vom Ahlberger Wartturm sind noch Teile eines mächtigen Mauerfundaments erhalten. Reste einer Ringmauer, die um den Turm herum eine Fläche mit einem Durchmesser von etwa 15 Metern umschloss, sind im Gelände erkennbar.

Am Ahlberg wurde, ähnlich dem Gahrenberg, vom 18. Jahrhundert an bis 1925 Braunkohle untertage mit Hilfe eines Schrägstollens abgebaut. Von diesen Aktivitäten zeugen nur noch wenige Relikte, so ein Natursteinfundament mit vier eingelassenen Gewindestangen und der aus Backstein errichtete, etwa sieben Meter hohe Be- und Entlüftungsschacht an der Hauptstraße der Ahlberg-Siedlung.

Ab Herbst 2007 führt ein weiterer Rundweg des EcoMuseums Reinhardswald unter der Bezeichnung „EcoPfad Ahlberg-Mariendorf“ über den Ahlberg. Zwei Schautafeln erläutern die geologischen und archäologischen Besonderheiten des Ahlbergs. Der Weg ist von der Bushaltestelle Ahlberg aus gut beschildert und problemlos begehbar.

Weitere Wandertipps

Wandertipp 3

Radwandern

Der Reinhardswaldradweg verläuft von Kassel über Vellmar, Espenau, Immenhausen (mit dem Glasmuseum), vorbei am Kaiserteich im Reinhardswald, an Hombressen, am Tierpark Sababurg, über Gottsbüren bis zum Trendelburger Ortsteil Wülmersen. Ab hier führt der Diemel-Radweg weiter bis nach Bad Karlshafen.

Wildgatter

Ein 76 Kilometer langes Gatter verläuft rund um das Wildschutzgebiet im Reinhardswald und sorgt unter anderem dafür, dass sich das Rotwild hier stärker vermehrt als sonst in freier Wildbahn. Während sich besonders Jäger, aber auch Naturbeobachter über die stattliche Wilddichte freuen, sprechen sich Kritiker für die Beseitigung des Zauns aus.

siehe auch

Weblinks