Reinhardshagen

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Reinhardshagen
Veckerhagen-Rathaus.jpg
Reinhardshagen - Rathaus
Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Kassel
Landkreis: Kassel
Höhe: 159 - 472
Fläche: 12,99 qkm
Einwohner: ca. 5.300
Postleitzahl: 34359
Vorwahl: 05544
Kfz-Kennzeichen: KS
Adresse der
Stadtverwaltung:
Amtsstr. 10
34359 Reinhardshagen
Website: www.reinhardshagen.de
Bürgermeister: Fred Dettmar

Der Luftkurort Reinhardshagen an der Weser ist eine Gemeinde im Landkreis Kassel in Nordhessen mit etwa 5.300 Einwohnern.

Aktuelle Ansichten gibt es über eine Webcam:


Die Ortsteile

Ortsteile von Reinhardshagen sind Vaake und Veckerhagen.

Vaake liegt etwa 9 km nördlich von Hann. Münden am linken Ufer der Weser.

Veckerhagen liegt etwa 12 km nördlich von Hann. Münden, ebenfalls am linken Ufer der Weser.

Der Ort ist wegen seiner Lage im Wesertal und der beschaulichen Gierseilfähre zum auf der anderen Seite der Weser gelegenen Hemeln ein beliebtes Ausflugsziel.

Geografie

Karte neu Reinhardshagen.png

Die Gemeinde Reinhardshagen liegt mit ihren beiden Ortsteilen in einem Tal am linken Ufer der Weser zwischen Reinhardswald und Bramwald.

Im Norden von Reinhardshagen liegen die Wesergemeinden Oberweser und Wahlsburg sowie die Stadt Bad Karlshafen, südlich von Reinhardshagen liegt die Stadt Hann. Münden.

Die Weser bildet hier die Grenze zwischen Niedersachsen und Hessen.

Das Gemeindegebiet umfasst 1.298 Hektar und reicht von der Weser bis zu den höchsten Erhebungen im benachbarten Reinhardswald, dem Staufenberg und dem Gahrenberg mit jeweils 472 m Höhe. Weserabwärts erstreckt sich das Gemeindegebiet bis zur ehemaligen Jugendherberge und weseraufwärts bis zur südlichen Ortsgrenze von Vaake.

In Veckerhagen mündet der Hemelbach in die Weser, in Vaake die Ahle, die beide im Reinhardswald entspringen.

Geschichte

Die ev. Kirche in Veckerhagen
Datei:Veckerhagen-Bramastatue.jpg
Brama-Statue am Weserufer in Veckerhagen
Weserfähre Veckerhagen - Hemeln bei der "Weserbeleuchtung"

Der Ortsteil Vaake wurde bereits vor dem Jahr 978 als Fischerdorf gegründet.

Erhalten ist die evangelische Kirche aus dem 14. Jahrhundert, deren quadratischer Ostchor sogar bis ins letzte Drittel des 13. Jahrhunderts zurückreicht.

Die ehemalige landgräfliche Eisenhütte wurde zunächst in Vaake im Jahre 1581 gegründet, im Jahre 1666 dann im heutigen Ortsteil Veckerhagen. Der vermutlich schon Mitte des 13. Jahrhunderts gegründete Ort Veckerhagen war über fast 300 Jahre hinweg ein Hauptsitz der kurhessischen Eisenindustrie.

Die Erze für die Hütte kamen vorzugsweise aus den Hohenkirchener Erzgruben. Erst 1903 wurde der Betrieb eingestellt. Neben Kanonenkugeln und Kanonenrohren wurden in Veckerhagen auch eiserne Öfen, Töpfe oder Wasserleitungen hergestellt. Auf dem Wasserwege wurden die Waren ausgeliefert. Dazu gehörten auch die Veckerhäger Öfen, die in der 1666 gegründeten Kurhessischen Eisenhütte gegossen wurden und von dort aus mit dem Schiff zunächst nach Bremen und von dort zu Kunden beispielsweise in Skandinavien transportiert wurden.

Um das Stapelrecht von Hann. Münden zu umgehen, baute man 1673 in Veckerhagen Stapelhäuser für die auf der Weser ankommenden Waren, die ab hier auf dem Landweg nach Kassel transportiert wurden.

Die evangelische Kirche in Veckerhagen wurde im Jahre 1778 erbaut, wobei die benötigten Steine in Hand- und Spanndiensten von den Bewohnern aus dem sogenannten Kirchsteinbruch im Reinhardswald geholt wurden.

Es entstand ein Saalbau an der gleichen Stelle, an der zuvor eine kleinere Holzkirche gestanden hatte. Noch im Jahre 1763 hatte man in dieser älteren Kirche zum Ende des Siebenjährigen Krieges einen feierlichen Dankgottesdienst abgehalten.

Im nahegelegenen Forstbetrieb Gahrenberg wurde bis 1970 Braunkohlenbergbau (mit Schrägstollen) betrieben. Die Kohle diente auch als Färbemittel für die Farbenfabrik in Veckerhagen.

Die am Reinhardswald gelegene Gemeinde Reinhardshagen entstand 1971 im Zuge der hessischen Gebietsreform aus den beiden Orten Vaake und Veckerhagen.

Literatur:

  • Walter Gerlach, Orts- und Kirchenjubiläum in Veckerhagen, in: Jahrbuch des Landkreises Kassel 1978, S. 84
  • Walter Gerlach, Vaake - 100 Jahre alt, in: Jahrbuch des Landkreises Kassel 1978, S. 115

Gierseilfähre

Der Ortsteil Veckerhagen ist über eine Gierseilfähre mit dem auf der anderen Seite der Weser gelegenen Hemeln am Fusse des Bramwalds verbunden.

Seit inzwischen 666 Jahren hieß es in einem Artikel in HNA-online am 10.1.2008 werden inzwischen mit der Fähre Menschen, Güter und Tiere (heute allerdings vorwiegend Autos) von einem Ufer der Weser zum anderen befördert.

Politik

Sitzverteilung Reinhardshagen.png

Gemeindeparlament

Bei der Kommunalwahl 2006 erreichte die UWG 48,0 % der Stimmen, vor der SPD mit 38,4 % und der CDU mit 13,5 %.

Bürgermeister

Für den langjährigen Bürgermeister von Reinhardshagen, Lothar Merkwirth endet im November 2008 seine 24-jährige Tätigkeit für die Gemeinde. Mit 35 Jahren wurde er zum ersten Mal zum Rathaus-Chef gewählt. In der Amtszeit von Merkwirth entstanden unter anderem die Wesertalhalle zwischen den beiden Ortsteilen Veckerhagen und Vaake und Kindergärten in beiden Ortsteilen.

Der Nachfolger von Lothar Merkwirth ist Fred Dettmar. Er wurde am 8. Juni mit 57,6 Prozent der Stimmen zum neuen Bürgermeister von Reinhardshagen gewählt und Anfang Dezember 2008 von der Vorsitzenden der Gemeindevertretung, Gisela Stuparek, vereidigt.

Radwandern

Der Weser-Radweg verläuft aus Richtung Hann. Münden (Start) entlang der Weser bis nach Oberweser (25,0 km) und von dort weiter nach Lippoldsberg (30,0 km), Bodenfelde-Wahmbeck (35,0 km) und Bad Karlshafen (45,0 km).

Hier schliesst sich eine mehr als 400 km lange Strecke bis nach Bremen, Bremerhaven und Cuxhaven an.

Sehenswürdigkeiten

Veckerhagen - ehem. landgräfliches Schloss
Veckerhagen - ehem. Eisenhütte
Ev. Kirche in Vaake

siehe auch

Übernachtungsmöglichkeiten

Übersicht

Hotels/ Gasthäuser

Vereine

Sportvereine

Die Fußballer des TSV Vaake blickten im Jahre 2007 auf eine 75-jährige Geschichte zurück. In den 1960-er Jahren stellte der Verein zeitweilig die größte Jugendabteilung im Sportkreis Hofgeismar und engagierte sich beim Bau des Ahlesportplatzes in Vaake. Seit 1990 hat sich eine Spielgemeinschaft mit den Senioren des VfL gebildet.

Wandern

Der Wandertipp: Auf den Spuren des Bergbaus führt vom Ortsteil Veckerhagen zum Gahrenberg und zur ehemaligen Braunkohlenzeche Gahrenberg im Reinhardswald.

Weitere Ansichten aus Reinhardshagen

Weserflößer

Im Jahre 2008 veranstalteten das „Büro am Fluss - Lebendige Weser e.V.“ und die „Flößerfreunde Reinhardshagen“ eine Floßfahrt auf der Weser von Reinhardshagen nach Bremen.

Damit wurde an das uralte Gewerbe der Weserflößer erinnert und eine historische Flusslandschaft neu entdeckt.

Gestartet wurde am 12. Juli 2008 in Veckerhagen.

Vierzehn Tage später wurde die Mannschaft um Floßführer Thomas Hiddersen in Reinhardshagen wieder begeistert empfangen. Über die Fähre von Hemeln nach Veckerhagen kehrten die Teilnehmer an der Floßfahrt bei strahlendem Sommerwetter zurück und wurden von den Oberwesermusikanten sowie zahlreichen Zuschauern am Ufer der Weser willkommen geheißen.

Weser-Störche

Nach einem Jahrzehnt Eingewöhnung nicht über den Berg - Futter fehlt immer noch

Reinhardshagen. Jedes Jahr im April gibt es an der Weser einen kuriosen Wettstreit: Wer sieht die Störche als Erster? Seit sich 1998 erstmals seit Jahrzehnten wieder ein Storchenpaar ins Wesertal verirrte und sogar zu brüten begann, herrscht in der Gemeinde Reinhardshagen ein regelrechtes Storchenfieber, das immer mehr um sich greift.

... Die Aufmerksamkeit ist gerechtfertigt, denn die Tiere leben gefährlich - und das beschäftigt die gut 15 aktiven Storchenfreunde aus Reinhardshagen täglich. Zum einen müssen sie totgefahrene Kleintiere von der Bundesstraße sammeln, weil die Störche sich sonst auf Futtersuche selbst in Lebensgefahr begeben. Außerdem müssen die Störche ihr Nest und die Eier gegen andere Störche und zugewanderte Nilgänse verteidigen, was schon einige federsträubende Situationen bescherte.

... Auch wenn sich die Zahl längst etwas erholt hat (1988 gab es in Hessen keinen einzigen Storch, 1998 wurden 25 Brutpaare gezählt, jetzt sind es knapp 100) ist noch lange keine Entwarnung für die bedrohten Tiere angesagt. 2,5 Jungtiere müssen pro Nest und Jahr überleben, um den Erhalt der Art zu sichern.

... Dass sich Störche wieder im Wesertal niedergelassen haben, ist ein kleines Wunder - sie sind derzeit das einzige in einem Mittelgebirge brütende Storchenpaar. Wie lange das gut geht, ist offen. Denn auch bei Reinhardshagen geht die Industrialisierung der Landwirtschaft voran. Kleine Felder werden zu großen zusammengelegt, Gräben vertieft, Feldwege und Ackerrandstreifen, wo Mäuse als Storchenfutter leben können, werden weggepflügt, Hecken und Büsche verschwinden, monotone Maisfelder weiten sich aus. Tierfreundliche Landschaftspläne warten auf ihre Umsetzung. Die Reinhardshäger haben also noch viel zu tun für ihre Störche.

von Thomas Thiele

(aus: HNA-online vom 08.04.2008)

Weblinks

Städte und Gemeinden im Landkreis Kassel
WappenLkKassel.jpg

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