Ray Binder

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Zur Person

Reinhold "Ray" Binder ist ein Kasseler Rock- und Bluesmusiker. Er wurde am 4. November 1944 in Kassel im Hilfskrankenhaus in Wilhelmshöhe (heute eine Seniorenresidenz) geboren. Nach der Handelsschule und einer kaufmännischen Ausbildung beschloss er Musiker zu werden. Den Spitznamen "Ray" bekam er, weil er in den Anfangsjahren ein geschätzter Interpret von Ray Charles-Songs war. Ray Binder ist Vater von drei Mädchen, Großvater von zwei Enkelkindern. Sein Neffe ist der bekannte Blues-Gitarrist Till Kersting.

Musikalischer Werdegang

Eigentlich hatte er sich einen Chemiebaukasten gewünscht. Als der 15-jährige Reinhold Binder 1959 statt dessen aber eine Westerngitarre unterm Weihnachtsbaum fand, war der musikalische Weg vorgezeichnet. Seinen ersten öffentlichen Auftritt hatte er zwei Jahre später im Herbst 1961 auf der Bühne der Kasseler Stadthalle. Es war ein Fest mehrerer Kasseler Schulen in der Stadthalle und der 16-Jährige spielte zur Western-Gitarre bekannte Schlager wie „Wasser ist zum Waschen da“ (Die drei Peheiros, 1956) und „Tom Dooley“ (Kingston Trio, 1958), begleitet von einem Mädchenchor. In England hatten sich die noch unbekannten Silver Beatles gerade in Beatles umbenannt, die Rolling Stones sollten erst ein Jahre später gegründet werden. Schon bald nach dem Auftritt im Herbst 1961 gründete Binder, der die Handelsschule in Kassel besuchte und anschließend bei einem Autohaus seine kaufmännische Ausbildung absolvierte, seine erste Band, die New Beat Stompers. Unter Beat verstanden die sieben Musiker und das Publikum, das sie in Tanzlokalen wie dem „Lesch“, „Bei Jeanette“ und im Hofgeismarer „Hessischen Hof“ unterhielten, Dixieland und Instrumentalmusik im Stile der Shadows.

Schlüsselerlebnisse

Die beiden entscheidenden Erlebnisse, die aus dem Autoverkäufer einen Vollblut-Rockmusiker machten, der fortan sein Leben nur noch der Musik widmete, passierten im Frühjahr 1964. Mit seiner Band Crossfire spielte Binder im Heringer Central Café (CC). In der Pause bat ihn ein Bekannter mit den Worten „so etwas hast du noch nie gehört“ zur Musikbox ins Nachbarlokal Grotte und drückte dort auf „I want to hold your hand“ von den Beatles. „Das war schon ein Schlüsselerlebnis“ sagt er, „und als mir kurze Zeit später eine Schulfreundin, die nach London gezogen war, die erste LP der Rolling Stones schickte, war mir klar: das war der Aufbruch in eine neue Zeit.“ Zirka 90 Konzerte gibt das nordhessische Blues- und Rock-Urgestein jährlich. Einen Knick machte die Karriere lediglich in den frühen 80er-Jahren. "Vor dem Hintergrund der Neuen Deutschen Welle war Blues- und Rockmusik einfach nicht angesagt", erinnert sich Binder in seiner Autobiografie "Rock'n'Roll und Gänseblümchen, Wartberg-Verlag 2009 </div>

Musikhandel

Von 1981 bis 1986 betrieb Ray Binder das Musikgeschäft "Ray's Music" an der Friedrich-Ebert-Straße. In dieser Zeit prodizierte er mit Pete Guckuck auch das Album der erfolgreichen KasseDanach zog es ihn wieder auf die Bühnen zurück. Ray Binder trat in fast allen europäischen Ländern und mit der Band Knife Edge auch in den USA auf.

Bandnamen

Bands, in denen Ray Binder spielte: The New Beat Stompers The Big Beat Stars Crossfire The Rolling Beats The Chosen Few Knife Edge

Weblinks