Posenenske

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Prof. Paul Friedrich Posenenske (* 9. September 1919 in Breslau, † 2004) war Architekt und Lehrer.

Ausbildung

Posenenske studiert von 1936 bis 1941 an der TH Breslau und an der TH Berlin.

Beruf

Ab 1945 war Paul Friedrich Posenenske Leiter verschiedener hessischer Staatsbauämter. Er trat nach dem Krieg 1946 in den Dienst der hessischen Bauverwaltung ein. Posenenske zählte zu den bedeutenden Architekten der Nachkriegszeit. Seine Bauten waren kompromisslos und nonkonformistisch. Ihre Entstehung war oft mit Auseinandersetzungen verbunden.

Ab 1958 war Posenenske Professor an der Staatlichen Hochschule für bildende Künste in Kassel. Im gleichen Jahr richtete er ein eigenes Büro in Offenbach und Kassel ein.

Posenenske war emirierter Professor i. R. des Fachbereichs 06 der Gesamthochschule Kassel.

Als erstem Architekten wurde Posenenske 2001 der Hessische Kulturpreis verliehen.
Als am 23. Juli 2001 in Frankfurt die Preisträger des Hessischen Kulturpreises 2001 bekanntgegeben werden, ist der vierte in der honorigen Runde der Architekt Paul Friedrich Posenenske, der 1958 auf den Lehrstuhl für Architektur der Hochschule für bildende Künste in Kassel berufen wurde und dort in dem von ihm mitentworfenen Hochschulgebäude "eine ganze Generation von Studenten prägte".

Bekannte Bauwerke in Kassel

Wiederaufbau des Schlosses Wilhelmshöhe 1961

Der im Krieg zerstörte Mittelbau des Schlosses wurde für die Unterbringung der bedeutenden Staatlichen Kunstsammlung Kassels wiederaufgebaut. Posenenske erhielt den Auftrag eine Symbiose von alt und neu zu schaffen. Dieses Konzept wurde aber beim Weißensteinflügel während der Innenausbauphase zugunsten einer Restaurierung aufgegeben. Einige Details im Kirchenflügel aus Posenenskes Zeit sind noch erhalten. Die Fertigstellung erfolgte unter der Leitung des Staatsbauamtes Kassel. 1970 wurde der Kirchflügel übergeben und die historische Kapelle restauriert. 1972 wurden die Ausstellungsräume im Hauptbau eröffnet. Weil die Sheddachkonstruktion über dem 1.000 m² großen, freitragenden Oberlichtsaal in den neunziger Jahren sanierungsbedürftig wurde, übernahm der Architekt Stephan Braunfels den Umbau mit seiner Laternendach Lösung. Dies löste heftige Diskussionen um den Wiederaufbau der seit dem Krieg verlorenen Kuppel aus.

Neubau der Hochschule für bildende Künste, heute Kunsthochschule Kassel von 1960 bis 1969

Die Hochschule für bildende Künste, heute Bestandteil der Universität Kassel, geht zurück auf das Jahr 1709, als Landgraf Karl das Collegium Carolinum, welches auf einer früheren Schule des Landgrafen Moritz des Gelehrten aufbaute, gründet.

1777 spaltet sich die Kunstakademie ab und Landgraf Friedrich II. benennt den Baumeister Simon Louis du Ry zum Direktor. Bis 1808 ist sie im Haus Bellevue in der Schönen Aussicht untergebracht. Später zieht man in das der Neuen Galerie gegenüberliegende Palais des Prinzen Wilhelm (Ecke Fünffenster-/Frankfurter Straße). Mit der preußischen Zeit, nach 1870, kommen etliche Neuerungen. Der Neubau der Akademie in der Karlsaue geht auf Bemühen von Louis Kolitz zurück. Das 1908 errichtete Gebäude wird augrund der preußischen Notverordnung 1932 geschlossen und im Zweiten Weltkrieg zerstört. 1947 wird der Lehrbetrieb unter dem Namen "Werkakademie" wieder aufgenommen.

Die Werkkunstschule wird 1960 bis 1965 von Krahn und Lucas am Rande der Karlsaue auf etwa historischem Grundriss errichtet. Etwas zeitversetzt dazu, 1960 bis 1969, errichtet Posenenske nebenan die Staatliche Hochschule für Bildende Künste sowie vier Reihenhäuser mit Hausmeisterwohnungen. Die vorhandenen Bäume werden erhalten und der Parkcharakter wird durch den Bau so wenig wie möglich gestört. Ein dreigeschossiges Hörsaalgebäude mit Halle, Cafeteria, Bibliothek und Seminarräumen bildet das Zentrum der Anlage und ist von allen Arbeitsräumen gut zu erreichen. Die um ein Geschoß höhergezogene Stahlkonstruktion assoziiert eine Erweiterungsmöglichkeit und löst die Gebäudekante auf. Das Stahlskelett als tragende Konstruktion liegt außerhalb der Räume und lässt dadurch eine unabhängige Konstruktion der Leichtmetall-Fassadenelemente zu. Die Ateliers und Werkstätten gruppieren sich U-förmig und öffnen sich zum Küchengraben. Die 4,90 m hohen Räume sind zu langgestreckten Baukörpern zusammengefasst. Mobile Leichtwände in Tafelbauweise und demontable Emporen an den Fensterseiten ermöglichen maximale Ausnutzung und Flexibilität. Eingeschossige Bauteile, den hohen Arbeitsräumen zugeordnet, enthalten die notwendigen Nebenräume sowie ruhige Arbeitshöfe. Die Räume sind mit gleichen, aufeinander abgestimmten Einrichtungselementen ausgestattet, um eine weitgehende Austauschbarkeit und Kombinationsfähigkeit zu erlangen. So bestand zwischen der Ausstattung eines Professorenraumes und dem Arbeitsraum eines Studenten kein Unterschied. 1971 werden die beiden ein Jahr zuvor vereinten Kunst(hoch)schulen in die Gesamthochschule integriert und haben heute, als Fachbereich 23 einen erheblichen Anteil an der Studierendenschaft der Universität Kassel.

Familie

Paul Friedrich Posenenske war mit der Malerin und Bildhauerin Charlotte Posenenske verheiratet.

Publikationen

Veröffentlichungen von Paul Friedrich Posenenske

  • Die Moderne des Ferdinand Kramer in: Deutsches Architektenblatt (DAB), 6/1986, P. Posenenske, S. 735–738

Veröffentlichungen über Paul Friedrich Posenenske

  • Paul Posenenske. Architekt. Werkmonographie (Taschenbuch), 136 Seiten, Verlag: Rahe, Jochen (1992), ISBN-10: 3980308006, ISBN-13: 978-3980308007

Quellen

Internet

Sonstiges

  • Baumanagement: Hessen - 60 stolze Jahre: Von der Staatsbauverwaltung zum modernen Baumanagement