Philipp Scheidemann

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Friedrich Wilhelm I., Kurfürst von Hessen-Kassel, saß noch in Kassel auf dem Thron, als am 26. Juli 1865 Philipp Scheidemann in der Kasseler Michelsgasse Nr. 7 das Licht der Welt erblickte. Philipp war der erste Sohn des Tapeziermeisters Friedrich Scheidemann und seiner Frau Wilhelmine.

Nach dem Schulbesuch machte Philipp eine Lehre als Schriftsetzer und trat 1883 in die damals verbotene SPD ein. 1885 kehrte Scheidemann seiner Vaterstadt den Rücken, um bei verschiedenen Tageszeitungen als Redakteur zu arbeiten. 1905 kam er nach Kassel zurück, um Chefredakteur des Volksblattes zu werden. Gleichzeitig kletterte er die Karriereleiter in der SPD hinauf: Scheidemann saß seit 1903 im Reichstag, war unter anderem Fraktions- und Parteivorsitzender. Überregional bekannt wurde er, als er am 9.11.1918 vom Balkon des Reichstags die Republik ("Weimarer Republik" erst 1919 durch die in Weimar verabschiedete Verfassung) ausrief. 1920-1925 war er Oberbürgermeister von Kassel.

Unter dem Pseudonym Henner Piffendeckel veröffentlichte er Bücher in Kasseler Mundart. Sein bekanntestes Werk ist De Drillerpiffe. Der Henner-Piffendeckel-Platz befindet sich vor dem Philipp-Scheidemann-Haus.

Er heiratete 1889 Johanna Dibbern (1864 - 1926). Aus dieser Ehe stammten die Töchter Lina, Luise und Hedwig. Scheidemann starb nach einem Schlaganfall am 29. November 1939 im Kopenhagener Exil, in das er 1933 emigriert war.

Der Große Brockhaus schreibt in seiner Ausgabe von 1980 über Philipp Scheidemann detailliert zu seinem Lebenslauf, Zitat: "Scheidemann, Philipp, Politiker (SPD), *Kassel 26.7.1865, tKopenhagen 29.11.1939, Buchdrucker, später Journalist, 1903-18 MDR., seit 1911 im Vorstand der SPD, seit 1913 einer der Führer der sozialdemokratischen Fraktion im Reichstag, vertrat die gemäßigte, von der Mehrheit seiner Partei getragene polit. Linie (Mehrheitssozialist). In der Reg. des Prinzen Max von Baden (Okt. bis Nov. 1918) war er Staatssekretär o.G. Nach Ausbruch der Novemberrevolution rief S. am 9.11.1918 die Rep. aus und war Mitgl. des Rates der Volksbeauftragten (Nov. 1918 bis Jan. 1919), 1919-20 gehörte er der Weimarer Nationalversammlung, 1920-33 dem Reichstag an. Seit Feb. 1919 MinPräs. an der Spitze einer Weimarer Koalition, trat S. schon im Juni 1919 zurück, da er den Versailler Friedensvertrag für unannehmbar hielt. 1920-25 war er Oberbürgermeister von Kassel. 1933 ging er ins Exil." - soweit im G.Brockhaus; Zusatz von H.-J. Schulz,15.4.06 -

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