Peter Friedl: Unterschied zwischen den Versionen

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Peter Friedl (Jahrgang [[1960]]) hat an der [[Documenta10|documenta X]] und der [[Documenta12|documenta XII]] teilgenommen.  
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Peter Friedl (Jahrgang [[1960]]) ist ein Künstler, der an der [[Documenta X|documenta X]] und der [[Documenta 12|documenta 12]] teilgenommen hat.  
  
 
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Friedl stellte sich [[2007]] in der Vortragsreihe der Kunsthochschule Kassel vor und versuchte, einige Korrekturen an dem Bild vorzunehmen, das sich die Öffentlichkeit von ihm und seinem Werk gemacht hat. Friedl sieht sich für Dinge in Anspruch genommen, die er nicht vertreten will. Weder will er das tote Tier als Zeugen der Anklage vorführen noch will er politische Statements abgeben.
 
Friedl stellte sich [[2007]] in der Vortragsreihe der Kunsthochschule Kassel vor und versuchte, einige Korrekturen an dem Bild vorzunehmen, das sich die Öffentlichkeit von ihm und seinem Werk gemacht hat. Friedl sieht sich für Dinge in Anspruch genommen, die er nicht vertreten will. Weder will er das tote Tier als Zeugen der Anklage vorführen noch will er politische Statements abgeben.
  
[[Bild:IMG 2874.JPG|thumb|Peter Friedl]][[Bild:Peterfriedl.jpg|thumb|left|Zoo-Story]] Friedl sieht die Giraffe als ein (plastisches) Bild, mit dessen Hilfe er eine ästhetische Erfahrung vermitteln will. Das bedeutet für seine Zuhörer (und später für die documenta-Besucher), dass sie mit einem Widerspruch leben müssen: Die Giraffe ist ein Bild, zu dem das Publikum seine Geschichten erfinden kann. Sie ist aber auch das Opfer einer konfliktreichen Situation in Palästina. Um das Verwirrspiel komplett zu machen, trug Friedl in der Kunsthochschule die Fakten, die zum Tod der Giraffe führten, als „Märchen” vor.
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Friedl sieht die Giraffe als ein (plastisches) Bild, mit dessen Hilfe er eine ästhetische Erfahrung vermitteln will. Das bedeutet für seine Zuhörer (und später für die documenta-Besucher), dass sie mit einem Widerspruch leben müssen: Die Giraffe ist ein Bild, zu dem das Publikum seine Geschichten erfinden kann. Sie ist aber auch das Opfer einer konfliktreichen Situation in Palästina. Um das Verwirrspiel komplett zu machen, trug Friedl in der Kunsthochschule die Fakten, die zum Tod der Giraffe führten, als „Märchen” vor.
  
 
Das heißt: Natürlich will Friedl, dass der sozialpolitische Hintergrund mit gedacht wird. Das zeigten auch seine anderen Werkbeispiele, die er vorführte. Sie bewegen sich alle auf einer erzählerischen, poetisch-unverfänglichen Ebene. Doch sie basieren alle auf sehr genauen historischen und politischen Recherchen.
 
Das heißt: Natürlich will Friedl, dass der sozialpolitische Hintergrund mit gedacht wird. Das zeigten auch seine anderen Werkbeispiele, die er vorführte. Sie bewegen sich alle auf einer erzählerischen, poetisch-unverfänglichen Ebene. Doch sie basieren alle auf sehr genauen historischen und politischen Recherchen.
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===Urheberrechtsstreit um Brownie===
 
===Urheberrechtsstreit um Brownie===
  
Die Künstlerin Ayse Erkmen will vor Peter Friedl die Idee gehabt haben, die im Zoo auf der Westbank ums Leben gekommene Giraffe ''Brownie'' in einer Ausstellung zu präsentieren. Vor Gericht konnte sie sich aber nicht mit ihrem Anspruch auf Urheberrecht durchsetzen.  
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Die Künstlerin Ayse Erkmen will vor Peter Friedl die Idee gehabt haben, die im Zoo auf der Westbank ums Leben gekommene Giraffe ''Brownie'' in einer Ausstellung zu präsentieren. Vor Gericht konnte sie sich aber nicht mit ihrem Anspruch auf Urheberrecht durchsetzen.
 
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[[Kategorie: Documenta]] [[Kategorie: Kunst und Kultur]] [[Kategorie: Stadt Kassel/Kunst und Kultur]] [[Kategorie:Person]] [[Kategorie: Documenta/d X]] [[Kategorie: Documenta/d 12]]

Aktuelle Version vom 2. Dezember 2015, 13:44 Uhr

Das documenta-Lexikon
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Peter Friedl (Jahrgang 1960) ist ein Künstler, der an der documenta X und der documenta 12 teilgenommen hat.

Giraffe Brownie

Zu Zeiten der documenta X blieb er als Person im Hintergrund. Jetzt liegt die Sache ganz anders, seit das Bild von der Giraffe Brownie und die dazu gehörige Geschichte durch die Medien ging: Das in einem Zoo auf der Westbank lebende Tier war bei einer militärischen Attacke in Panik geraten und zu Tode gekommen. Jetzt will Friedl die präparierte Giraffe in der documenta 12 präsentieren.

Friedl stellte sich 2007 in der Vortragsreihe der Kunsthochschule Kassel vor und versuchte, einige Korrekturen an dem Bild vorzunehmen, das sich die Öffentlichkeit von ihm und seinem Werk gemacht hat. Friedl sieht sich für Dinge in Anspruch genommen, die er nicht vertreten will. Weder will er das tote Tier als Zeugen der Anklage vorführen noch will er politische Statements abgeben.

Friedl sieht die Giraffe als ein (plastisches) Bild, mit dessen Hilfe er eine ästhetische Erfahrung vermitteln will. Das bedeutet für seine Zuhörer (und später für die documenta-Besucher), dass sie mit einem Widerspruch leben müssen: Die Giraffe ist ein Bild, zu dem das Publikum seine Geschichten erfinden kann. Sie ist aber auch das Opfer einer konfliktreichen Situation in Palästina. Um das Verwirrspiel komplett zu machen, trug Friedl in der Kunsthochschule die Fakten, die zum Tod der Giraffe führten, als „Märchen” vor.

Das heißt: Natürlich will Friedl, dass der sozialpolitische Hintergrund mit gedacht wird. Das zeigten auch seine anderen Werkbeispiele, die er vorführte. Sie bewegen sich alle auf einer erzählerischen, poetisch-unverfänglichen Ebene. Doch sie basieren alle auf sehr genauen historischen und politischen Recherchen.

Peter Friedl will, so ergab sich der Eindruck, die Betrachter dazu verführen, die Bilder mit allen ihren Möglichkeiten aufzunehmen. Und dann kann sich auch die politische Dimension eröffnen. Im Katalog, so erklärte Friedl auf Nachfrage, werde in einem kurzen Text schon die Geschichte der Giraffe skizziert. Aber drei Wochen vor Ausstellungsstart wusste er noch nicht genau, wie der Text auf dem Schild in der Ausstellung lauten werde. Auf jeden Fall soll er knapp sein. Und wenn neben dem Titel "Zoo-Story" noch Leihgabe aus Palästina stehe, sei schon viel gesagt. (Quelle: Artikel aus der HNA vom 26. 5. 2007 "Bilder und die Welt der Märchen")


Urheberrechtsstreit um Brownie

Die Künstlerin Ayse Erkmen will vor Peter Friedl die Idee gehabt haben, die im Zoo auf der Westbank ums Leben gekommene Giraffe Brownie in einer Ausstellung zu präsentieren. Vor Gericht konnte sie sich aber nicht mit ihrem Anspruch auf Urheberrecht durchsetzen.

siehe auch

Eine Giraffe als Panik-Opfer


Weblinks und Quellen