Oberzwehren

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Oberzwehren ist ein Stadtteil der Stadt Kassel.

Geschichte

Aus der Ortsgeschichte

Der Erzbischof Conrad von Mainz schreibt am 24. September 1196 in einer Urkunde von "Thveren Superior" (heute Oberzwehren). Laut diesem Schreiben übergibt der Erzbischof dem Kloster Weißenstein den Zehnt zu Dudenhausen (eine Wüstung zwischen dem heutigen Kirchditmold und Harleshausen), wofür ihm das Kloster vier Hufen Land zu Oberzwehren (ein Hufen umfasst einen Bauernhof mit Haus, Scheune, Stallung und 30 Acker Land) und eine halbe Hufe in Nordshausen hinterlässt.

Wie man weiter aus dem Schriftstück entnehmen kann, hat der Ort Oberzwehren schon vor dem Jahr 1196 bestanden.

Quelle: Kurt Becker: Gesammelte Daten von Oberzwehren und Kurhessen, früher auch Niederhessen oder Hessen-Cassel genannt (bis Dez. 1997)

Am 1. Oktober 1936 wurde Oberzwehren mit den Dörfern Harleshausen, Waldau, Niederzwehren, Wolfsanger und Nordshausen nach Kassel eingemeindet.

Altenbaunaer Strasse

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Ganz im Süden von Kassel zieht sich eine Straße von der Stadtgrenze am Rand von Oberzwehren bis zur Frankfurter Straße in Niederzwehren, die wohl zu den ältesten Straßenzügen unserer Region zählt: die Altenbaunaer Straße. In alten Adressbüchern ist von einem schlichten Örtlichkeitsnamen die Rede, weil sie „nach dem Dorfe Altenbauna südlich von Kassel hin“ führt.

Doch weit gefehlt: Chronisten der Dorfgeschichte von Oberzwehren wissen, dass vermutlich schon der heilige Bonifatius auf seinen Reisen zur Verbreitung der christlichen Lehre durchs „Altenbäuner Feld“ wandelte. Das müsste dann so um 700 nach Christus gewesen sein. Und es lag daran, dass sich hier in einem Eselsgraben die alte Poststraße von Frankfurt am Main über Gudensberg und Besse nach Kassel mit dem Straßenzug von Kassel über Korbach nach Köln kreuzte. An eben dieser Straßengabel, der „alten Straße“ oder auch „Eselsstraße“, soll auch eine vorgeschichtliche Siedlung gelegen haben - also der Steinzeit-Vorgänger des alten Dorfs Oberzwehren.

Der frühe Ruhm eines Hauptverkehrswegs verblasste über die Jahrhunderte. Die Altenbaunaer Straße blieb aber immer Hauptzugangsweg zu den südwestlich von Kassel gelegenen Dörfern. Ursprünglich ein Schotterweg, wurde sie etwa 1928 gepflastert, ehe 1962 aus den inzwischen geteerten 2,8 Kilometern eine Schnellstraße zum VW-Werk wurde - sehr zum Leidwesen der Anwohner. Das Tempo wird heute durch Rückbauten, Ampeln und Verkehrsinseln zwar wieder etwas gebremst, doch die Hauptstraße des Stadtteils bleibt stark befahren.

Innerhalb von Oberzwehren war die Altenbaunaer Straße früher zu beiden Seiten mit Obstbäumen bepflanzt, die von den Anwohnern gepachtet werden konnten. Von Westen her war das auch nach dem Zweiten Weltkrieg noch so. Auf der anderen Seite steht seit 1905 ein stadtteilprägendes Gebäude: das Auguste-Förster-Haus.

Die Patriziertochter aus Braunschweig ließ es als wirtschaftliche Frauenschule für junge Mädchen errichten. 1921 hieß das Haus dann Haushaltungsschule, unter den Nazis ab 1934 Landfrauenschule, von 1951 bis 1980 war es Volksschule, 1984 diente es der Awo für die Schulsozialarbeit, heute ist ein Kinderhaus dort untergebracht. Doch im Volksmund ist und bleibt der im Denkmalbuch des Landes Hessen als Kulturdenkmal ausgewiesene Bau die Kochschule.

Hinweise zu einzelnen Häusern enthält der ausführliche Artikel zur Altenbaunaer Straße.

siehe auch

Polizeirevier Südwest

Parteien

Straßenverzeichnis

siehe dazu: Straßennamen aus Kassel-Oberzwehren und frühere Straßennamen

Vereine

Historisches Sportfoto: Handballer aus Oberzwehren

Weblinks



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