Nutrias

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Nutrias

Gefräßiger Nager aus Südamerika

Nutrias stammen ursprünglich aus dem subtropischen Teil Südamerikas. Nach Deutschland wurden sie in zwei großen Wellen, 1890 und 1930, eingeführt und in weit über 1000 Pelztierfarmen gehalten. Erst durch die weltweite Ächtung von Fellen als schmückende Bekleidungsstücke kam in Deutschland das end-gültige Aus für die Mehrzahl der Farmen. Freigelassen, verwilderten die Nutrias und bereichern jetzt unter vielen Na-men, wie Biberratte, Sumpfbi-ber oder Schweifratte die freie Wildbahn. Da die Nager sehr aggressiv auftreten, kommt es stellenweise bereits zum Rückgang des Bibers.

Nutrias erreichen ausgewachsen bei einer Körperlänge von 70 Zentimeter ein Gewicht von acht Kilogramm. Arttypisch ist der fast körperlange, rattenartig kahle Schwanz. Die Nutriaweibchen, Metzen genannt, zeichnen sich durch eine hohe Produktionsrate aus. Zwei Würfe mit jeweils sieben bis neun vollständig behaarten, sehenden Jungen im Jahr sind die Regel.

Die jungen Weibchen werden bereits nach einem halben Jahr geschlechtsreif. Lediglich harte Winter sorgten bisher dafür, dass es nicht zu einer Übervermehrung gekommen ist. Wenig von Feinden bedroht, können sie in wassernahen Gärten und Feldern erhebliche Schäden anrichten. Zugute wird ihnen dabei die Klimaerwärmung mit milderen Wintern kommen.

Nutrias sind ständig auf der Suche nach neuen Einstands-gebieten, nach ökologischen Nischen. Auf dem Mündener Zickenwerder der Werra, ge-genüber der Blume, weisen erste Fraßspuren möglicher-weise auf den ehemaligen Südamerikaner hin.

Das Hauptvorkommen liegt im nördlichen Niedersachsen, vor allem im Emsland. Dort kamen 2005 über 1500 der Nager zur Strecke.

Jungnutrias dürfen ganzjährig erlegt werden. Den erwachsenen Tierenräumt das Niedersächsische Jagdrecht eine Schonzeit von Anfang März bis Ende August ein. Von Manfred Bogumil