Niestetal

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Niestetal
Logo niestetal.png
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Kassel
Landkreis: Kassel
Höhe: 221
Fläche: 22,15 qkm
Einwohner: ca. 10.500
Postleitzahl: 34266
Vorwahl: 0561
Kfz-Kennzeichen: KS
Adresse der
Stadtverwaltung:
Heiligenröder Str. 70
34266 Niestetal
Website: www.niestetal.de
Bürgermeister: Andreas Siebert (SPD)

Niestetal mit etwa 10.600 Einwohnern ist eine größere Gemeinde im Landkreis Kassel in Nordhessen nahe der Stadt Kassel.

Die Ortsteile

Ortsteile von Niestetal sind Heiligenrode und Sandershausen.

Gemeindegebiet

Durch das Gemeindegebiet am Kaufunger Wald fließt die Nieste.

An der südlichen Grenze von Heiligenrode verläuft die Losse. Sie mündet bei Niestetal - Sandershausen in die Fulda.

Gemeindeparlament

Ergebnis der Kommunalwahl 26. März 2006 % Sitze
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 34,3 11
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 58,5 18
GRÜNE Bündnis 90/Die Grünen 7,2 2



Geschichte

Heiligenrode

Die ev. Kirche in Heiligenrode

Wichtigstes Datum in der Geschichte des Ortsteils Heiligenrode war der 8. Mai 1123. An diesem Tag erscheint zum ersten Mal der Name des Ortes in der Geschichte. Damals noch Helingenroth geschrieben, änderte sich die Schreibweise im Laufe der Zeit über die Bezeichnungen Heylgenrode und Helgenrade bis hin zum heutigen Ortsnamen Heiligenrode.

War Heiligenrode früher ein Rodedorf, welches zum Kloster Kaufungen gehörte, entstand durch die am 8. Mai 1123 von Kaiser Heinrich V. unterzeichnete Urkunde ein eigenständiges Dorf.

In den folgenden Jahren entwickelte sich Heiligenrode an der Seite des Dörfchens Umbach zu immer größerer Eigenständigkeit. Während der Ort Umbach im Jahr 1385 dem Untergang geweiht war, profitierte Heiligenrode von den „Übersiedlern" des Nachbarortes, die sich ihre neue Existenz in Heiligenrode aufbauten. Der Ort wurde dadurch so gestärkt, dass er sogar die Unruhen des 30jährigen Krieges nicht nur überstand, sondern auch mit den Widrigkeiten der Zeit danach fertig wurde. Im 18. Jahrhundert wurde aus dem ehemaligen Rodedörfchen immer mehr ein Ort, in dem viele fleißige Bauern die umliegenden Äcker und Landflächen bewirtschafteten und so für ihren Lebensunterhalt sorgten. Dies hielt an, bis im Jahr 1939 die Wirren des 2. Weltkrieges begannen, unter denen der Ort sehr leiden musste.

Sandershausen

Etwas jünger als der Nachbarort, aber doch auch schon über 840 Jahre alt, ist der Ort Sandershausen. Das erste Dokument von „Sandrateshusen" stammt aus dem Jahre 1167 und nimmt in historischer Hinsicht die Bedeutung einer Geburtsurkunde des heutigen Sandershausens ein. In dieser Zeit hatten das Kloster Kaufungen sowie einige andere Klöster in der näheren Umgebung noch Besitzungen in der Feldmark von Sandershausen, die aber im Laufe der Zeit in das Eigentum der ansässigen Bauern übergingen.

Ähnlich wie Heiligenrode lebte auch Sandershausen zum überwiegenden Teil von den Erträgen der Landwirtschaft, bis die Flammen des Dreißigjährigen Krieges vieles verzehrten.

Aber man ließ sich nicht beirren und baute wieder auf, was den Kriegswirren zum Opfer gefallen war. In den darauf folgenden Jahren ging man als unscheinbares Dörfchen durch die Geschichte und passte sich den jeweiligen Zeiten an. So ging es den Bürgern recht gut, bis auch Sandershausen vom 2. Weltkrieg ergriffen wurde.

3. Oktober 1943

Man feierte, wie in jedem Jahr, das Erntedankfest, als um 20.45 Uhr die Sirenen heulten. In der Ferne hörte man, wie die Flak schoss und das schwere Brummen der Bomberverbände immer näher kam. In dem etwa eine Stunde dauernden Angriff legten die Bomberverbände ihre „Bombenteppiche" auf die Orte Heiligenrode und Sandershausen. Aber auch andere benachbarte Orte wurden durch die Angriffe schwer beschädigt.

An diesem Abend fanden viele Menschen den Tod und Häuser brannten bis auf die Grundmauern nieder. Das wahre Ausmaß der Zerstörung wurde jedoch erst am nächsten Morgen sichtbar, als das Tageslicht unbarmherzig die zerstörten Orte erkennen ließ. Ohne ein Dach über dem Kopf und ohne ausreichende Nahrungsmittel war es für die meisten Menschen unmöglich geworden, in ihrer Heimatgemeinde zu bleiben, und so zog man fort und wartete fern der Heimat auf das Ende des Krieges.

Nach Ende des Krieges im Jahr 1945 aber kamen viele wieder nach Hause in „ihr" Heiligenrode oder „ihr" Sandershausen, um sich mit unermüdlichem Einsatz dem Aufbau der Häuser zu widmen. Mit 40 DM „Startkapital" in der Tasche begann so der Wiederaufbau der Orte Heiligenrode und Sandershausen.

Für die Jahre der Nachkriegszeit sind die Worte „Unsere Arbeit schuf aus Asche und Zerstörung ...", die am alten Bürgermeisteramt im Ortsteil Sandershausen zu lesen sind, bezeichnend. In beiden Orten entstanden neue Straßen, wurden Häuser wieder aufgebaut, Kindergärten, Schulen, Sportanlagen, Kinderspielplätze und viele andere Dinge, die uns heute ganz selbstverständlich erscheinen, errichtet.

Niestetal

Als dann im Jahre 1972 im Rahmen der Gebietsreform der Zusammenschluss der beiden Orte Heiligenrode und Sandershausen zur Gemeinde Niestetal beschlossen wurde, konnten beide Dörfer auf eine solide Grundlage zurückblicken.

Nachdem das gemeinsame Rathaus mit Mehrzweckhalle, Gemeinschaftsräumen, Kegelbahnen sowie den Feuerwehrgebäuden mit Rettungsstationen von ASB und DRK errichtet war, konzentrierte man sich auf das Zusammenwachsen der beiden Ortsteile und erreichte damit, dass die Gemeinde ihrem Slogan „Wohngemeinde mit Freizeitwert“ gerecht werden kann.

Nieste

Auf ihrem Weg zur Mündung in die Fulda bei Niestetal-Sandershausen durchfliest die Nieste das Niestetal, die gleichnamige Gemeinde Nieste und die Ortsteile von Niestetal, Heiligenrode und Sandershausen.

siehe auch

Weblinks



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WappenLkKassel.jpg

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