Niedenstein

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Niedenstein
Niedenstein.jpg
Blick vom Hessenturm auf Niedenstein
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Kassel
Landkreis: Schwalm-Eder-Kreis
Einwohner: 5.540 (2007)
Postleitzahl: 34305
Vorwahl: 05624
Kfz-Kennzeichen: HR
Gemeindeverwaltung: Obertor 8
Website: www.niedenstein.de
Bürgermeister: Werner Lange (SPD)

Niedenstein ist eine nordhessische Kleinstadt im Schwalm-Eder-Kreis. Niedenstein ist staatlich anerkannter Luftkurort.

Lage

Die Stadt Niedenstein liegt oberhalb des Wiehofftals am Westhang des Niedensteiner Kopfes, der zu den Langenbergen gehört.

Im Nordwesten befindet sich der Naturpark Habichtswald, etwa 15 km im Nordosten die Stadt Kassel.

Nachbargemeinden

Nördlich von Niedenstein liegt die Gemeinde Schauenburg. Im Osten, jenseits der Langenberge, liegt die Stadt Baunatal, südöstlich die Stadt Gudensberg und im Süden die Stadt Fritzlar. Im Westen liegt die Gemeinde Bad Emstal.

Stadtteile

Die Stadt Niedenstein besteht aus den fünf Stadtteilen Ermetheis, Kirchberg, Metze, Niedenstein und Wichdorf.

Die Stadt Niedenstein und die Gemeinde Ermetheis schlossen sich am 1. September 1970 zur neuen Stadt Niedenstein zusammen. Am 31. Dezember 1971 folgten dann die Gemeinden Kirchberg, Metze und Wichdorf. Sitz der Stadtverwaltung wurde Niedenstein.

Die Kernstadt hat etwa 2.032 Einwohner.

Geschichte

Hessenturm auf dem Niedensteiner Kopf

Niedenstein wurde erstmals im Jahr 1254 als "Nydensteyne" urkundlich erwähnt. Konrad von Elben erwähnt in einer Urkunde "castro" und "oppido" zu Niedenstein, wobei er ersteres als seine Burg bezeichnet. Die Burg wurde auf dem Niedensteiner Kopf errichtet, die Stadt talwärts an dessen Westhang. Im Auftrag der Herzogin Sophie von Brabant, der Mutter des ersten hessischen Landgrafen Heinrich I., gründet Konrad von Elben somit Stadt und Burg Niedenstein. Es folgte zur Befestigung der Stadt eine Ummauerung mit drei Stadttoren. 1266 werden in Niedenstein zwei Ratsleute und ein Schultheiß genannt.

1322 wird Niedenstein von Landgraf Otto I. und seinem Sohn Heinrich als ihre Stadt bezeichnet. 1343 wird erstmals ein Stadtsiegel, 1366 ein Bürgermeister und sechs Ratsleute erwähnt. Bis 1377 war Niedenstein ein eigenes Amt, danach gehört die Stadt zum Amt Gudensberg. Bereits 1386 wird Burg Niedenstein als zerstört erwähnt, vermutlich war sie im Streit der Landgrafen mit dem Mainzer Erzbischof Adolf I. von Nassau zerstört worden. Von 1387 bis 1394 gehört Niedenstein zum Erzbistum Mainz.

Im Jahr 1405 wird ein Bürgermeister, ein Gemeindemann sowie sechs Schöffen erwähnt. 1432 erhält Werner von Elben einen halben Zehnten zu Niedenstein von Landgraf Ludwig I. zugewiesen. 1434 erhält der Ritter Hermann Hund von Ludwig das Burg- und Mannlehen zu Niedenstein, weitere Belehnung folgen bis 1655. 1497 gehört die Stadt zum landgräflichen Amt Gudensberg.

Im Jahr 1579 ist erwähnt, dass der Schultheiß zwei Ratsleute und zwei Vertreter der Gemeinde bestimmt, die den Bürgermeister wählen. Sodann werden von den zwei Ratsleuten und zwei Gemeindevertretern weitere vier Ratsleute gewählt. Diese acht Personen wählen dann den Gemeinen Bürgermeister. Der Gemeine Bürgermeister und der Bürgermeister werden vom Schultheißen auf den Landesherrn vereidigt. 1575 und 1585 gehört Niedenstein zum Amt Gudensberg und zum niederen und peinlichen Gericht Hessen. Im Jahr 1598 wütet in Niedenstein die Pest.

1608 bezeichnet der Kupferstecher Wilhelm Dilich die Niedensteiner Burg als "längst verfallenes Schloss", heute gibt es keine Überreste der Burg mehr. Im Dreißigjährigen Krieg wurde die Stadt 1631 durch Truppen des Grafen Tilly in Brand gesetzt. 1636 und 1647 sind weitere Brände erwähnt, so dass die Stadt am Ende des Krieges nahezu vollständig abgebrannt ist.

1747 wird die Stadt erneut von einem Brand heimgesucht.

In den Jahren des Königreichs Westphalen bildet Niedenstein von 1807 bis 1813 ein Kanton und Friedensgericht. Nach Wiederherstellung des Kurfürstentums Hessen gehört Niedenstein ab 1814 wieder zum Amt Gudensberg. Mit der Kurhessischen Verwaltungsreform 1821 gehört Niedenstein dann zum Kreis Fritzlar und zum Justizamt Gudensberg, aus welchem 1867 das Amtsgericht Gudensberg wird. Seit spätestens 1822 gibt es Niedenstein eine jüdische Synagoge und ab 1832 einen jüdischen Friedhof.

1931 wird auf dem Niedensteiner Kopf, auf Anregung des Lehrers und Vorsitzenden des Gebirgsvereins Wilhelm Hecker, der "Hessenturm" errichtet.

Im Jahr 1932 wird der Kreis Homberg mit dem Kreis Fritzlar zusammengelegt. Die Stadt Niedenstein gehörte sodann zum neuen Kreis Fritzlar-Homberg.

Politik

Bürgermeister und Magistrat

WappenNiedenstein.jpg

Der Magistrat der Stadt Niedenstein besteht zur Zeit aus acht ehrenamtlichen Stadträten und dem hauptamtlichen Bürgermeister. Den Vorsitz im Magistrat führt der Bürgermeister. Die ehrenamtlichen Stadträte werden auf die Dauer von fünf Jahren gewählt. Die Sitzungen des Magistrates finden unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.

Dem Magistrat obliegt als Verwaltungsbehörde die laufende Verwaltung der Stadt. Er führt die Entscheidungen der Stadtverordnetenversammlung und die ihm von ihr übertragenen Aufgaben aus.

Die SPD stellt seit der Kommunalwahl 2006 fünf Stadträte, die CDU zwei Stadträte und die FWG einen Stadtrat. Erster Stadtrat ist Horst Giesler (FWG).

Der Bürgermeister wird von der Bevölkerung der Stadt für die Dauer von sechs Jahren gewählt. Zur Zeit ist Werner Lange Bürgermeister der Stadt Niedenstein.

Stadtparlament

Ergebnis der Kommunalwahl 2006 % Sitze
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 46,7 11
FWG Freie Wählergemeinschaft 23,7 5
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 20,9 5
Grüne BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN 8,6 2

Die Stadtverordnetenversammlung ist das höchste Organ der Stadt Niedenstein. Sie trifft alle wichtigen Entscheidungen und erlässt die Satzungen ("Gesetze") der Stadt. Zur Vorbereitung dieser Entscheidungen bildet die Stadtverordnetenversammlung verschiedene Ausschüsse in denen einzelne Themen vorbereitet werden, um sie dann in der Stadtverordnetenversammlung zur Abstimmung vorlegen zu können.

Die Niedensteiner Stadtverordnetenversammlung hat 23 Mitglieder.

Partnerschaften

Die Stadt Niedenstein unterhält seit 1976 eine Partnerschaft mit der französischen Gemeinde St. Germer de Fly. Die Gemeinde liegt ca. 80 km nordwestlich von Paris und hat etwa 2.000 Einwohner.

Wartberg

Der 306 m hohe Wartberg liegt im Gebiet des Niedensteiner Stadtteils Kirchberg. Nach ihm ist die "Wartberg-Kultur" benannt; er gilt als Hauptfundort jungsteinzeitlicher Funde aus der Zeit von 3500 bis 2800 vor Christus.

siehe auch

CDU im Schwalm-Eder-Kreis

CDU im Schwalm-Eder-Kreis

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Weblinks


Stadtteile der Stadt Niedenstein
WappenNiedenstein.jpg

Ermetheis | Kirchberg | Metze | Niedenstein | Wichdorf


Städte und Gemeinden im Schwalm-Eder-Kreis
WappenSchwalmEderKreis.jpg

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