Netze: Unterschied zwischen den Versionen

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* [[TSV 1910 Netze]]; der TSV feierte vom 3. Juli bis 11. Juli 2010 sein 100-jähriges Bestehen.
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* [[FSV Netze/ Freienhagen]] | [http://www.fsv-netze-freienhagen.de/ ''Link'']
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* [[TSV 1910 Netze]]; der TSV feierte vom 3. Juli bis 11. Juli 2010 sein 100-jähriges Bestehen. | [http://www.tsv-netze.de/ ''Link'']
  
 
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Version vom 19. August 2010, 21:27 Uhr

Am Ortschild von Netze (Foto: Heike Saure), v.l. Arno Döhring, Karl Gerland, Uwe Bremmer

Netze ist ein Stadtteil von Waldeck am Edersee im Landkreis Waldeck-Frankenberg.

Der Ort hat etwa 700 Einwohner.

Geografie

Der gleichnamige Zufluß der Eder, die Netze entspringt nördlich des Ortes Netze und im Westen des Langen Waldes.

Das Dorf liegt in einer Höhe von 320 m an der B 485 ziemlich zentral zwischen Korbach und Bad Wildungen.

Geschichte

Netze ist eine sehr alte Siedlung. Wegen seiner günstigen Lage in einem geschützten Tal mit genügend Wasserläufen (die Netze, die bei Mehlen in die Eder mündet, desweiteren die Fombach und die Meierbach) ist anzunehmen, dass hier schon in vorgeschichtlicher Zeit Menschen lebten. Diese These können auch einige, wenn auch wenige praehistorische Funde in Netze belegen. Im Jahre 1932 wurde von dem damaligen Metzgermeister bei der Rodung eines Apfelbaumes in der Naumburgerstrasse ein stattliches Steinbeil gefunden. Leider ging dieser erste Fund im Krieg verloren. Es dauerte bis 1985, bis ein zweites Steinbeil aus der frühen Steinzeit (6000 - 7000 Jahre alt) gefunden wurde. Dieses Beil fand man beim “Eggen” auf dem Feld “Im Wiesenfleck” nördlich des Netzer Bahnhofs. Auf dem gleichen Acker wurden von einem frühgeschichtlichen Kenner noch zwei weitere Steinklingen gefunden.

Netze war während der Sachsenkriege der fränkischen Herrscher im 7. und 8. Jahrhundert der nördlichste fränkische Operationspunkt gegen das südliche Sachsenland. Dadurch finden wir noch heute in der Mundart und Bauweise der Wohn- und Bauernhäuser die Zugehörigkeit zum fränkischen Volksstamm. Die nördliche Nachbarstadt Freienhagen ist bereits sächsischer Art.

Netze ist ein Haufendorf und war bis 1914 größer als die Stadt Waldeck. In Netze selber gibt es nur wenige alte Häuser, denn im 30-jährigen Krieg, sowie im 7-jährigen Krieg hat Netze sehr gelitten. 1618 gab es in Netze 72 Wohnstätten. Nach Ende des 30-jährigen Krieges konnten nur noch 22 Häuser bewohnt werden. Die restlichen waren abgebrannt oder eingestürzt. Es lebten nur noch 13 Männer in Netze. Im 7-jährigen Krieg war es noch schlimmer, als Franzosen und Schweden kamen. 1763 fand ein großes Scharmützel bei den Schanzen am Tiergarten statt. Hierbei starb der berühmte englische General “von Apfelbaum”. Er wurde am Netzer Gottesacker begraben. 2000 Franzosen mit Pferden schlugen im Dorf alles entzwei. Danach waren nur noch 7 Wohnstätten bewohnbar.

În Netze gab es sogar im 14. Jahrhundert (als es einige Jahrhzehnte mildes Klima gab) Weinbau. So wurde zwischen 1350 - 1400 südlich von Netze wie auch in Bad Wildungen Weinberge angelegt. Später wurden diese Anlagen wieder aufgeforstet, doch bis heute hat sich die Bezeichnung Weinberge gehalten.

Der Name Netze wurde erstmals 1216 urkundlich erwähnt und zwar wurde hier das Geschlecht der Ministerialenfamilie “derer v. Netze” genannt. Damit ist zugleich erstmalig der Name NETZE genannt. Andreas v. Netze ist Zeuge in dieser Urkunde. Zwischen 1230 - 1290 wird des öfteren, als Zeuge in Kaufbriefen der Grafen v. Waldeck ein Andreas v. Netze oder Eckehardus v. Netze gefunden. In späteren Erwähnungen finden wir einen Udo, Conradus oder Heinrich v. Netze. Diese Ministerialen- und zehntfreie Familie v. Netze stand in den Diensten des Grafen v. Waldeck und war dadurch dem Landesherren zu besonderer Treue verpflichtet. Über die Familie v. Netze ist bekannt, dass Sie über Jahrhunderte hier in Netze wohnte und reichlich begütert war. Die Vermutungen gehen so weit, dass die Familie v. Netze schon vor der Klostergründung (1228) hier ansässig war und in der Zeit der ersten romanischen Netzer Kirche Dienstmannen des alten Grafengeschlechts v. Schwalenberg waren. Die letzte Erwähnung über die “v. Netze” finden wir 1577 als Graf Daniel aus einem Krieg von Frankreich heimkehrte und der Knappe Heinrich v. Netze ihn begleitete. Danach verschwand das Geschlecht “v. Netze” wieder aus den Urkunden und es ist anzunehmen, dass es im Mannesstamm ausgestorben ist.

Das im Jahre 1701 von Graf Christian Ludwig am Netzer Tiergarten errichtete Jagdschloss Friedrichsthal wurde zwischen 1759 und 1762 zerstört.

Klosterkirche im "Thal der Maria"

Die ehemalige Klosterkirche in Netze

Geschichte

Der ganze Stolz von Netze ist die Zisterzienserinnen - Klosterkirche im "Thal der Hl. Maria". Das Kloster wurde im Jahre 1228 von den Schwalenberger - Waldecker Grafenbrüdern Volkwin und Adolf, als einziges Zisterzienser - Kloster im Waldecker Land gegründet.

Vor der Gründung des Klosters gab es in Netze schon eine Kirche bzw. einen Turm und eine Kapelle. Diese waren für eine Ordenskirche aber zu klein. Deshalb wurde diese erste Kirche umgebaut und 1280 als Gebetsstätte und somit als Herz und Mittelpunktes eines jeden Klosters geweiht.

Nach der Reformation war es ab 1529 den Nonnen freigestellt, aus dem Kloster auszutreten. Die Äbtissin Katharina von Rhene verblieb mit den letzten 36 Nonnen bis an ihr Lebensende im Kloster und hatte nach dem Vertrag mit dem Landesherrn Philipp IV. (1553) "freien Tisch nach des Hauses Vermögen" auf ihrem Klosterhofe, der in eine gräfliche Meierei umgewandelt wurde. 1565 starb die letzte Äbtissin, 1577 dann die letzte Nonne. Marienthal hatte aufgehört, als Kloster zu existieren.

Sehenswürdigkeiten

  • Die herausragenden Sehenswürdigkeiten in der ehemaligen Klosterkirche sind der Netzer Altar, ein dreiteiliger gotischer Flügelaltar, den ein unbekannter Meister um 1370 geschaffen hat, eine der ältesten Bronzeglocken Deutschlands, die im 11. Jahrhundert an Ort und Stelle von durchziehenden Mönchen gegossen wurde und die Grabkapelle "St. Nikolaus", in der mehrere Angehörige des Waldeckischen Grafenhauses beigesetzt sind.

siehe auch

ehem. Schulhaus

Vereine

Weblinks


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