Nachtschwalbe

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Perfekt getarnt: Die Nachtschwalbe

Im Reinhardswald sind die fremdartig wirkenden, geheimnisvollen Nachtschwalben, wenn auch in kleiner Anzahl, als Brutvögel heimisch. Ihr Bestand leidet stark an den vielen Fressfeinden: Wiesel, Marder, Fuchs, Dachs, Wildkatze, Marderhund, Greifvögel und Wildschweine. Sie alle sind auf der Jagd nach den Eiern und flugunfähigen Jungvögeln der Nachtschwalben.

Verbreitung

Obwohl in Europa über 500.000 Nachtschwalben den Sommer verbringen, bekommt man sie kaum zu sehen. Perfekt getarnt durch ihr rindenartig gemustertes Federkleid verbringen sie den Tag flach angeschmiegt an Ästen oder auf dem Boden.

Verhalten

Richtig munter werden sie erst mit der beginnenden Abenddämmerung, um dann während der gesamten Nacht Insekten und Nachtfalter im Flug zu erbeuten.

Dazu befähigen die Nachtschwalben ihre breiten, im Schnabelwinkel mit borstigen Federn besetzten Mundspalten. Die schlanken, keine 100 Gramm wiegenden Nachtschwalben erinnern in ihrem Flug an kleine Falken. Der Ruf des nachtaktiven Vogels wirkt beim erstmaligen Hören gespenstisch. Ein monotones Schnurren, bestehend aus 1900 Tönen pro Minute – wie ein lang gezogenes, röchelndes Geräusch mit gelegentlichen Tonhöhenwechseln.

Nachtschwalben bevorzugen als Lebensräume lichte, sonnendurchflutete Wälder, Heideflächen und Hochmoore. Trockene Kiefernbestände gelten als besonders ideale Brutareale. Die Weibchen legen ab Mai zwei weißliche, braunfleckige Eier in ungepolsterte Bodenmulden. In trockenen Sommern sind zwei Gelege pro Jahr üblich.

Namensgebung

Seit Jahrhunderten werden Nachtschwalben „Ziegenmelker“ genannt. Ihr nächtliches Umherfliegen auf der Jagd nach Insekten in unmittelbarer Nähe von Viehherden, vor allem in ihren Winterquartieren südlich der Sahara, führte zu dem abwegigen Aberglauben, sie würden die Ziegen heimlich melken.