Mitte (Kassel)

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Königsplatz
(Foto: Rosemarie Stiehl)
Martinskirche und Stadtbad

Der Kasseler Stadtteil Mitte umfasst insbesondere das Zentrum der Stadt, die Innenstadt. Hier finden sich die nach dem Zweiten Weltkrieg noch erhaltenen historischen Gebäuden, zahlreiche große und kleinere Kultureinrichtungen und insbesondere Geschäfte, Kaufhäuser und Einkaufsgalerien.

Zum Stadtteil Mitte gehören aber auch das kleinere Wohn- und Geschäftsviertel um den Entenanger und die Markthalle sowie der westliche Bezirk vom Weinberg im Süden bis zum alten Hauptbahnhof und heutigen Kulturbahnhof im Norden.

Geschichte

Aus der Geschichte des Stadtteils Mitte

Der offizielle Name des Stadtteils ist bis heute "Mitte". Allerdings würde sich der größte Teil der Kasseler Bürger wundern wenn man sagen würde "Lass uns mal nach Mitte fahren". Nahe zu keiner benutzt diesen Namen für den Stadtteil. Die breite masse würde sagen "Lass uns mal in die "Stadt" fahren. "Stadt" ist der gängisgste Begriff für "Mitte". Die im Zweiten Weltkrieg weitgehend zerstörte Kasseler Innenstadt blickt auf eine interessante geschichtliche Entwicklung zurück. Hier - am Ufer der Fulda - befand sich schon im 10. Jahrhundert eine Befestigungsanlage ("castellum") und die Keimzelle der Stadt Kassel.

Die Gründung der Oberneustadt außerhalb der alten Wälle und Gräben erfolgte im Zuge der Aufnahme von Hugenotten ab dem Jahr 1685 durch Landgraf Carl. Im 19. Jahrhundert schlossen sich dann an die Oberneustadt die neu entstandenen Stadtviertel am Ständeplatz und ehemaligen Hauptbahnhof, dem heutigen Kulturbahnhof an.

In den Jahren 1852 bis 1856 wurde der Hauptbahnhof als Kopfbahnhof nach den Plänen des Hofbaudirektors Gottlob Engelhard errichtet. Gleichzeitig entstand ein nördlicher Bahnhofsflügel für die Hannoversche Südbahn.

> Zur Geschichte des Stadtteils

Entenanger

Entenanger.gif

Am 24. Juni 1954 tat sich was unter der Ruine der Garnisonkirche. Zwar waren die meisten nach dem Zweiten Weltkrieg neu erbauten Häuser ringsum noch unbewohnt und der ganze Platz von Schuttbergen umgeben. Doch frisch gestrichene Stände mit weißen Tüchern kündeten von neuem Leben in der zerbombten Altstadt. Kassels Fleischmarkt, 1876 an der Martinskirche gegründet und 1941 auf den enttrümmerten Ständeplatz verlegt, bezog sein neues Domizil am Entenanger. Seinen Ursprüngen an der Martinskirche wieder näher.

Die Fleischer wurden auf Magistratsbeschluss vom Ständeplatz zum Entenanger verlegt. Und prompt mussten sie drei statt bisher zwei Mark Standgeld berappen. Eine Preissteigerung um satte 50 Prozent. Die Zunft zeigte sich im Frühsommer 1954 jedoch zuversichtlich, dass die Rechnung dank ihrer vom Krieg ausgehungerten Kundschaft aufgehen würde.

Nach dem erneuten Umzug des Fleischmarkts in die Kleinmarkthalle im Herbst 1965 entwickelte sich Kassels Nachkriegs-Dorfplatz zu einem traditionellen Einkaufsziel mit Fachgeschäften und baumbestandenem Parkplatz mitten in der Altstadt. Und über den Geschäften hieß das Motto: zentrale Wohnlage in 1950er-Jahre-Architektur.

In den 1980er-Jahren drohte der Entenanger zu einer tristen Einöde voller Autos von oben bis unten zu verkommen. Doch die Verkehrsberuhigung kam. Eine Einbahnstraße zieht sich heute rund um den pro Seite 150 Meter langen Platz, der zwar immer noch Parkplätze hat, aber auch einen Spielplatz und eine kleine Parkanlage in der Mitte.

Weinberg

Der Weinberg mit seiner Hochfläche und dem steil nach westosten abfallenden Hang befindet sich südwestlich des Stadtzentrums. Er ist neben Möncheberg und Kratzenberg eine der drei markantesten innerstädtischen Erhebungen.

Im Mittelalter wurde auf dem Berg Weinanbau betrieben. Darauf weist nicht nur der Namen des Berges hin, sondern auch ein wüst gewordenes Dorf am Fuße des Weinbergs, das Dorf "Weingarten".

siehe auch

Fridericianum
(Foto: Günther Pöpperl)

Weblinks



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