Mit dem Fahrrad zur Hebamme

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Geschichten von früher machten die Runde bei der GWH-Mieterehrung in der Südstadt

50 Jahre lang in einem Haus der GWH leben. Zum Teil sogar in derselben Wohnung - da sammeln sich viele Erinnerungen an. Wie beim Ehepaar Elsa und Anton Dressler. „Unser jüngster Sohn Rainer ist 1957 im Kinderzimmer unserer 55 Quadratmeter großen Wohnung zur Welt gekommen“, erinnert sich Anton Dressler.

Allerdings musste der werdende Vater vorher noch einige Hürden überwinden. Als seine Frau über immer stärker werdendes Bauchweh klagt, weiß der junge Mann gleich, was zu tun ist. „Ich schwang mich auf mein Fahrrad, ein Auto hatten wir damals noch nicht, und trat in die Pedale wie heute Jan Ulrich. Meine Frau wollte eine bestimmte Hebamme aus Bettenhausen. Also hatte ich ein gutes Stück Weg vor mir“, erzählt der 78-Jährige. Nachdem die Hebamme informiert war, ging es mit dem Rad wieder zurück. Doch zu Hause angekommen, offenbarte sich das nächste Problem. Die Etagenheizung war ausgefallen.

Vor der anstehenden Geburt eine Horrorsituation. „Mit meinen bloßen Händen schabte ich die noch glühenden Kohlen aus dem Ofen, um diesen wieder anheizen zu können.“ Und das alles mit der Gewissheit im Nacken, dass die Geburt gleich losgehen könnte. „Mithilfe der Hebamme ging dann aber alles gut, und ich habe einen gesunden, über zehn Pfund schweren Jungen zur Welt gebracht“, fügt Elsa Dressler mit einem Lächeln hinzu.

Nach der Ehrung, bei der es für alle Mietparteien eine Urkunde, das Buch „Für nette Nachbarn“ sowie Blumen gab, hatten die Jubilare bei einem Mittagessen Zeit, viele Erinnerungen noch einmal aufleben zu lassen.



Von Agathe Markiewicz