Merkurtempel: Unterschied zwischen den Versionen

Aus Regiowiki
Wechseln zu: Navigation, Suche
(Zerstörung und Wiederaufbau)
(Zerstörung und Wiederaufbau)
Zeile 11: Zeile 11:
 
===Zerstörung und Wiederaufbau===
 
===Zerstörung und Wiederaufbau===
 
Die bleierne Merkurstatue, die [[1825]] von dem Bildhauer Heyd geschaffen worden ist, verschwand im Ersten Weltkrieg. Vermutlich wurde die Statue eingeschmolzen. Die schiefergedeckte Kuppel wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört.
 
Die bleierne Merkurstatue, die [[1825]] von dem Bildhauer Heyd geschaffen worden ist, verschwand im Ersten Weltkrieg. Vermutlich wurde die Statue eingeschmolzen. Die schiefergedeckte Kuppel wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört.
Im Rahmen eines Investitionsprogrammes der [[Museumslandschaft Hessen Kassel]] (MHK) wurde die Kuppel Ende November 2011 wieder aufgebaut. Der Nachbau wurde auf der Grundlage restauratorischer Befunde durchgeführt. Die weiße, marmorimitierende Erstfassung des Merkurtempels wurde rekonstruiert. Dabei wurde die hölzerne Kuppelkonstruktion aufgerichtet und anschließend mit einer traditionellen Schiefereindeckung versehen. Die Arbeiten dauerten bis [[2012]] und kosteten 170.000 Euro. Außerdem ziert seit Abschluss des MHK-Programmes eine Replik der Merkurstatue den Tempel.
+
Im Rahmen eines Investitionsprogrammes der [[Museumslandschaft Hessen Kassel]] (MHK) wurde die Kuppel Ende November 2011 wieder aufgebaut. Der Nachbau wurde auf der Grundlage restauratorischer Befunde durchgeführt. Die weiße, marmorimitierende Erstfassung des Merkurtempels wurde rekonstruiert. Dabei wurde die hölzerne Kuppelkonstruktion aufgerichtet und anschließend mit einer traditionellen Schiefereindeckung versehen. Die Arbeiten dauerten bis [[2012]] und kosteten 145.000 Euro.  
 +
 
 +
Außerdem ziert seit Abschluss der Sanierungsarbeiten eine Replik der Merkurstatue, erstellt von dem Nürnberger Bildhauer Prof. Hermann Leber, den Tempel. Wie das historische Vorbild ist der neue Merkur 1,50 Meter groß und steht auf einem Sandsteinsockel. Das Säulenrund des Tempels des Architekten Johann Conrad Bromeis wurde originalgetreu saniert und die im Krieg zerstörte Kuppel wieder hergestellt.
  
 
== Bauweise ==
 
== Bauweise ==

Version vom 31. Oktober 2012, 12:08 Uhr

Der Merkurtempel in Wilhelmshöhe.

Der Merkurtempel ist ein Rundtempel im Bergpark Wilhelmshöhe. Er wurde 1783 gebaut und ist bis heute ein beliebter Anlaufpunkt für Touristen.

Geschichte

Idee und Bau

Schon vor dem Bau des Tempels war der Nordhang über dem sogenannten Philosophental ein beliebter Aussichtspunkt. Unter Landgraf Friedrich II. wurde der Tempel 1783 errichtet. Landgraf Friedrich II. legte großen Wert auf Wissenschaft und Kultur. Er gestaltete den Bergpark nach den Themen antike Philosophie, Religion und Mythologie. In der Mitte des Tempels befand sich eine Gipsfigur des römischen Gottes Merkur. Merkur galt im antiken Rom als Gott der Händler, Kaufleute und Diebe. Als Götterbote sollte er der Mythologie nach in seinem Tempel auf Erden die Seelen ins Elysium begleiten. Beim Neubau des Aquädukts durch Wilhelm IX. 1794. wurde der oberhalb gelegene Merkurtempel in die Gestaltung einbezogen: Das vom Aquädukt herabstürzende Wasser wird durch einen der Rundbögen für den Blick vom Merkurtempel hervorgehoben. Ein weiterer Rundbogen unterhalb des Aquädukts lässt weitere Inspirationen während der Wasserspiele zu.

1823 war der Tempel baufällig geworden. Daher erneuerte Johann Conrad Bromeis das Bauwerk in massiver Bauweise aus Rotsandstein. Wie der hölzerne Vorgängerbau wurde der offene Tempel mit einer weißen Fassung versehen.

Zerstörung und Wiederaufbau

Die bleierne Merkurstatue, die 1825 von dem Bildhauer Heyd geschaffen worden ist, verschwand im Ersten Weltkrieg. Vermutlich wurde die Statue eingeschmolzen. Die schiefergedeckte Kuppel wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört. Im Rahmen eines Investitionsprogrammes der Museumslandschaft Hessen Kassel (MHK) wurde die Kuppel Ende November 2011 wieder aufgebaut. Der Nachbau wurde auf der Grundlage restauratorischer Befunde durchgeführt. Die weiße, marmorimitierende Erstfassung des Merkurtempels wurde rekonstruiert. Dabei wurde die hölzerne Kuppelkonstruktion aufgerichtet und anschließend mit einer traditionellen Schiefereindeckung versehen. Die Arbeiten dauerten bis 2012 und kosteten 145.000 Euro.

Außerdem ziert seit Abschluss der Sanierungsarbeiten eine Replik der Merkurstatue, erstellt von dem Nürnberger Bildhauer Prof. Hermann Leber, den Tempel. Wie das historische Vorbild ist der neue Merkur 1,50 Meter groß und steht auf einem Sandsteinsockel. Das Säulenrund des Tempels des Architekten Johann Conrad Bromeis wurde originalgetreu saniert und die im Krieg zerstörte Kuppel wieder hergestellt.

Bauweise

Der Merkurtempel ist ein offener Rundbau, der nach dem Vorbild des Tempels der Venus im englischen Landschaftsgarten Stowe errichtet worden ist. Der Tempel hat einen Durchmesser von sechs Metern und besteht aus acht Säulen.


Weblinks und Quellen