Mauersegler

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Der Mauersegler verbringt die meiste Zeit seines Lebens fliegend.

Er hält Ausschau nach Beute: der Hühnerhabicht Foto: Bogumil

Perfekte Flieger

Mauersegler sind perfekte Flieger. Atemberaubend schnell, bis zu 200 Stundenkilometer, gleiten sie dahin. Ihr Flugbild mit den langen, sichelförmigen Schwingen und dem kurzen, gegabelten Schwanz charakterisiert sie am Himmel. Oft mit Schwalben verwechselt, gehören sie zur Ordnung der Schwirrvögel und sind mit den Kolibris verwandt. Im Wald wird man sie kaum vorfinden. Dafür verbringen sie nahezu ihr gesamtes Leben – Mauersegler können bis zu 20 Jahre alt werden – in der Luft. Dennoch ist ihr bevorzugtes Jagdrevier der Luftraum über Wäldern und Feldern. Hier schweben Myriaden winziger Insekten in der Luft wie Plankton im Meer. Die eleganten Jäger der Lüfte fangen sie mit weit geöffnetem Schnabel.

Vogel des Jahres 2003

In Deutschland verweilt der Vogel des Jahres 2003, nach der Überwinterung südlich der Sahara in Afrika, lediglich drei Monate, von Ende Mai bis Ende August. Nach Fressen, Schlafen, Trinken und Lieben in der Luft, letzteres in der Vogelwelt einzigartig, beginnt unter Dachpfannen meist hoher alter Häuser, in Mauerspalten, aber auch in Felswänden oder Astlöchern der Brutbetrieb. Die nach drei Wochen geschlüpften Jungvögel bekommen von den Altvögeln täglich 20 bis 30 eingespeichelte, eiweißhaltige Energiebömbchen mit jeweils 1000 Insekten und Spinnen. Bemerkenswert ist dabei die Fähigkeit der Mauerseglerjungen, bei schlechtem Wetter oder vorübergehenden Kälteeinbrüchen ihren Stoffwechsel erheblich zu reduzieren. So können sie tagelang ohne Futter überleben. Ihre Körpertemperatur liegt dann nur knapp drei Grad Celsius über der umgebenden Außentemperatur.

Mauersegler sind ausgesprochen gesellige Vögel, die bevorzugt in kleinen Kolonien brüten. Glattwandige Fassaden moderner Neubauten schränken – durchaus im Sinne hochbelasteter Hausbauer – ihre Brutplätze ein.

Trotzdem sind Mauersegler keinesfalls vom Aussterben bedroht. Ihre Europäische Population wird immerhin auf vier bis fünf Millionen Paare geschätzt. Von Manfred Bogumil