Marienkirche Bettenhausen

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Marienkirche - 2005

In einer Urkunde vom 29. August des Jahres 1318 wird ein der hl. Maria geweihtes Gotteshaus in Bettenhausen erstmals genannt.

Bauwerk und Geschichte

Die Kirche entstand einst als ein Gebäude im gotischem Stil. Ihr Patronat lag in den Händen der Kasseler Familie “Vor dem Tore” und ging später auf das Geschlecht derer von Elben über. Diese vererbten vor ihrem Aussterben im Jahre 1535 die Liegenschaften von Bettenhausen der Familie von Buttlar. Eine Wehrmauer umgab den gesamten Kirchhof. In Kriegszeiten war die Kirche zugleich Zuflucht der Menschen vor dem Feind, sie war die Burg der Bauern.

Nachdem Bettenhausen sich 1505 aus dem Filialverhältnis zu Waldau gelöst hatte, und zum Dekanat Kirchditmold gehörte, wurde aber noch im Verlauf des 16. Jahrhunderts (1585) der alte Zustand wieder hergestellt und Waldau war wieder der Sitz der Pfarrei für Bettenhausen. Der “Pfaffenstieg” erinnert noch an die Zeit als der Pfarrer von Waldau seinen Weg durch den Forst zu seiner Bettenhäuser Filial-Kirche nahm. Ende des 18. Jahrhunderts wuchs die Bevölkerung von ehemals 200 Menschen im Jahre 1639 durch die Industrialisierung auf 800 Seelen an. Ein Kirchenneubau war notwendig.

Das Jahr 1792 brachte dem Dorf den Neubau einer Saalkirche mit Empore auf den Fundamenten des 1318 errichteten Gotteshauses, in dessen Turmunterseite Reststeine des alten Gotteshauses verbaut sind. Der Erbauer war der Steinbaumeister Philipp Noll aus Rotenburg a. d. Fulda. Die Kosten trug die Gemeinde Bettenhausen, welche auch Hand- und Spanndienste leistete. Seit 1900 ist Bettenhausen eine selbstständige Kirchengemeinde.

Am 15.Dezember 1944 wurde die Kirche durch Bomben bis auf den Turm zerstört. Im Dezember 1944 ist auf den Fundamenten eine hölzerne Notkirche (eine Schweizer Stiftung) errichtet worden. Im Herbst 1953 musste die Notkirche für den Wiederaufbau ihren Platz im Schiff der alten Kirche räumen. Sie kam auf das Rewaldsche Grundstück an der Ecke Dorfplatz/Ringhofstraße, wo sie bis zur Einweihung des neuen Gotteshauses noch ihren Dienst weiter versah, um danach in der Gartenstadt Eichwald am Umbachsweg der Eichwaldgemeinde für ihre Gottesdienste zur Verfügung zu stehen.

Im Oktober 1954 wurde die neue Marienkirche von Dekan Schwab eingeweiht. Bischof Wüstemann hielt die Festpredigt, und Pfarrer Römheld gab den Baubericht.

Bettenhäuser Symboldreieck

Die Dorfkirche in Bettenhausen so könnte man auf den ersten Blick glauben, hat vermutlich und anscheinend keine große Kirchengeschichte, jedenfalls wird sie nicht besonders in der Chronik zum Eintrag Bettenhausen und auch nicht im Eintrag Agathof erwähnt. Jedoch ist die Marienkirche (so ist ihr Name), beileibe keine "Graue Maus"; nein, sie steht relativ zentral im alten Ortskern, auch gar nicht mal weit seitlich nördlich der Leipziger Straße, aber der Verkehr, der Verkehr...!

Wenn man sich dazu die alte "Niveau Karte von dem Kurfürstenthum Hessen", Blatt 16 Cassel, v.1859 genau ansieht, ergeben sich auch interessante Aspekte; vor allem da ja auf dieser Karte von Kassel aus der Zeit des "Kurfürstentums Hessen" alles zwischen Fuldaaue und Bettenhausen noch so "ursprünglich und leer" ist. Auch die nähere Kirchenumgebung deutet auf eine früher gebräuchliche Nutzung hin, nämlich auf eine Friedhofsanordnung um den Kirchenbau.

So ergibt sich beim Blick auf vg. Karte, ein fast Symboldreieck mit den Ecken "Gemeinschaftskraft", hierfür steht die Bettenhäuser Dorfkirche im "südlichen Eck", dann für "Wirtschaft" steht der Agathof als "Ostecke" an der "Kreuzung" von Sandershäuser Straße mit dem "Bach" der weiter abwärts kurz vor der Einmündung in oder der Vereinigung mit dem von Süden kommenden Wahlebach, mit "Die Losse"(?) auf der alten Karte bezeichnet ist. Dieser erkennbare Bach wird auch "Neue Losse" oder auch "Mühlkanal der Losse" genannt und war die offensichtliche Wasserzuführung zum Agathof und vermutlich auch noch "Mühlgraben" der Richtung Kassel liegenden damaligen Oelmühle; als dritte Ecke dieses symbolisch gedachten Dreiecks ist ein Chausseehaus an der Leipziger Straße mit der Bezeichnung "Bettelbachbrücke" zu sehen, diese Ecke steht für "Verkehr". Und Verkehr hat Bettenhausen ja heute über alle Maßen; also die Bettenhäuser Attribute: Gemeinschaft, Wirtschaft und Verkehr**!

An dieser westlichen Ecke des "Bettenhäuser Symboldreiecks" zweigen ab nach Süden, die damals noch mit "Fuldaer Straße" bezeichnete Nürnberger Straße, bzw. zwischenzeitlich und heute mit veränderter Linienführung "Bundesstraße B83"; wobei das heute verbliebene ursprüngliche "alte" Straßenstück Söhre Straße heißt und an der Lilienthal Straße endet; nach Norden zweigt von der Leipziger ab - und ist in der vg. Karte mit "Hannoversche Straße" benannt, die heutige Sandershäuser Straße. In dieser Karte ist auch die Losse noch in freier Meandrierung zu sehen, wogegen sie ja heute quasi in einem Kanal verläuft. In diesem oben definiertem Dreieck, lag damals nördlich der "Leipziger" das Landeskrankenhaus; jedoch der damalige "Siechenhof" befindet sich auf der vg. Karte, unmittelbar westlich des Abgangs der heutigen Sandershäuser Straße auf nördlicher Straßenseite.

Noch ein Nachsatz zur Losse: Diese kommt schon in Niederkaufungen als stattlicher Bach an, der nach seiner "Reise" von ca. 15 km aus seinem Quellgebiet, dem "Verbindungsrücken" zwischem dem südlichen Kaufunger-Wald und östlichem Söhre-Wald - "irgendwo um Hessisch-Lichtenau", nun am Ortsrand von N-K. in Richtung Bettenhausen noch vom zweiquelligen Setzebach "aufgefüllt" wird. Die weiteren ca. 10 km sind "oben" und im Eintrag "Agathof" geschildert.

- H.-J.Schulz, 17.4.06 -

Quellen

siehe auch

Weblinks