Mariendorf: Unterschied zwischen den Versionen

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[[Landgraf Karl|Landgraf Carl]] siedelte im 17. Jahrhundert französische Glaubensflüchtlinge ([[Hugenotten]]) auch in der Stadt [[Hofgeismar]] sowie in der Umgegend der Stadt an. Etwa 265 Flüchtlinge trafen Anfang Februar 1686 in [[Hofgeismar]] ein. Bereits am 22. Februar 1686 wurde eine französisch-reformierte Gemeinde in Hofgeismar an der [[Hofgeismar - Neustädter Kirche|Neustädter Kirche]] gegründet. Der erste Pfarrer der Gemeinde war der [[Waldenser|Waldenserpfarrer]]  [[David Clément]], der 1685 seine Heimat im Pragelatal verlassen musste und über die Schweiz mit drei Flüchtlingsbrigaden (den Brigaden "Elsaß", "Val Cluson" und "Queyras") nach Hessen gekommen war.
 
[[Landgraf Karl|Landgraf Carl]] siedelte im 17. Jahrhundert französische Glaubensflüchtlinge ([[Hugenotten]]) auch in der Stadt [[Hofgeismar]] sowie in der Umgegend der Stadt an. Etwa 265 Flüchtlinge trafen Anfang Februar 1686 in [[Hofgeismar]] ein. Bereits am 22. Februar 1686 wurde eine französisch-reformierte Gemeinde in Hofgeismar an der [[Hofgeismar - Neustädter Kirche|Neustädter Kirche]] gegründet. Der erste Pfarrer der Gemeinde war der [[Waldenser|Waldenserpfarrer]]  [[David Clément]], der 1685 seine Heimat im Pragelatal verlassen musste und über die Schweiz mit drei Flüchtlingsbrigaden (den Brigaden "Elsaß", "Val Cluson" und "Queyras") nach Hessen gekommen war.
  
1686 begann auch das Siedlungsprogramm des Landgrafen in den nach dem [[Dreißigjähriger Krieg|Dreißigjährigen Krieg]] vielfach zerstörten und entvölkerten Landstrichen. Neue Dörfer entstanden, als erstes [[Carlsdorf]] (benannt nach Landgraf Carl) und Mariendorf bei [[Immenhausen]] (benannt nach seiner Ehefrau Maria Amalia).
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1686 begann auch das Siedlungsprogramm des Landgrafen in den nach dem [[Dreißigjähriger Krieg|Dreißigjährigen Krieg]] vielfach zerstörten und entvölkerten Landstrichen. Neue Dörfer entstanden, als erstes [[Carlsdorf]] (benannt nach Landgraf Carl) und Mariendorf bei [[Immenhausen]] (benannt nach seiner Ehefrau Maria Amalia). Dies bezeugt auch eine Inschrift in der zwischen 1701 und 1705 erbauten Mariendorfer Kirche. Der Ort selbst wurde in Kreuzform angelegt.
  
 
== siehe auch ==
 
== siehe auch ==

Version vom 23. Januar 2007, 01:36 Uhr

Mariendorf ist eine ehemals selbständige Gemeinde im ehemaligen Kreis Hofgeismar und nach der hessischen Gebietsreform seit 1972 ein Stadtteil der Stadt Immenhausen im Landkreis Kassel in Nordhessen.

Geschichte

Landgraf Carl siedelte im 17. Jahrhundert französische Glaubensflüchtlinge (Hugenotten) auch in der Stadt Hofgeismar sowie in der Umgegend der Stadt an. Etwa 265 Flüchtlinge trafen Anfang Februar 1686 in Hofgeismar ein. Bereits am 22. Februar 1686 wurde eine französisch-reformierte Gemeinde in Hofgeismar an der Neustädter Kirche gegründet. Der erste Pfarrer der Gemeinde war der Waldenserpfarrer David Clément, der 1685 seine Heimat im Pragelatal verlassen musste und über die Schweiz mit drei Flüchtlingsbrigaden (den Brigaden "Elsaß", "Val Cluson" und "Queyras") nach Hessen gekommen war.

1686 begann auch das Siedlungsprogramm des Landgrafen in den nach dem Dreißigjährigen Krieg vielfach zerstörten und entvölkerten Landstrichen. Neue Dörfer entstanden, als erstes Carlsdorf (benannt nach Landgraf Carl) und Mariendorf bei Immenhausen (benannt nach seiner Ehefrau Maria Amalia). Dies bezeugt auch eine Inschrift in der zwischen 1701 und 1705 erbauten Mariendorfer Kirche. Der Ort selbst wurde in Kreuzform angelegt.

siehe auch

Literatur

  • Jochen Desel, „Hugenotten und Waldenser in und um Hofgeismar“ in: Hessische Heimat – Sonderheft Hofgeismar, Marburg 1978, S. 70 ff.
  • Jochen Desel, Die 300-Jahrfeiern in Carlsdorf und Mariendorf 1986 und 1987, in: Jahrbuch des Landkreises Kassel 1988, S. 77 ff.

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