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(Historischer Dorfspaziergang)
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Die Geschichtserkundung zu Fuß mit Hilfe illustrierter Informationstafeln führt unter anderem zur evangelischen Dorfkirche, die im Stil einer französischen Saalkirche entstand, zum Friedhof und Gemeindehaus, zum ehemaligen Triftweg (heute [[Paul du Ry]] - Straße, dem Georgs-Museum oder dem [[Hugenotten]]teich am Dorfrand.
 
Die Geschichtserkundung zu Fuß mit Hilfe illustrierter Informationstafeln führt unter anderem zur evangelischen Dorfkirche, die im Stil einer französischen Saalkirche entstand, zum Friedhof und Gemeindehaus, zum ehemaligen Triftweg (heute [[Paul du Ry]] - Straße, dem Georgs-Museum oder dem [[Hugenotten]]teich am Dorfrand.
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'''Kirche: Einweihung durch erste Siedler liegt 300 Jahre zurück'''
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[[Mariendorf]]. Die ersten Siedler Mariendorfs, wegen ihres protestantischen Glaubens in der französischen Heimat verfolgt und deshalb ins landgräfliche [[Hessen-Cassel]] geflohen, mussten nach ihrem Neubeginn noch 23 Jahre warten:
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Erst nach dieser langen Zeit der Genügsamkeit, der Arbeit und des Planens mit geringsten finanziellen Mitteln konnte im Juni 1710 das in der Hugenotten- und Waldenserkolonie so sehnlichst erwartete eigene Gotteshaus eingeweiht werden.
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Der große Tag der ehemaligen Glaubensflüchtlinge, der Abschluss ihrer Koloniegründung, liegt exakt 300 Jahre zurück. Zwölf Generationen später feierten die Mariendorfer das Kirchweihjubiläum am vergangenen Sonntag bei einem bemerkenswerten Festgottesdienst mit historischen Bezügen und einem anschließenden bunten Gemeindefest.
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Großer Andrang Die kleine Kirche mit Standort auf einer leichten Anhöhe über dem Dorf erlebte einen großen Andrang, einige Besucher fanden nur noch stehend einen Platz in der Tür. Der Festgottesdienst wurde von Gemeindemitgliedern aller Generationen vorbereitet und gestaltet, die Predigt hielten Dekan Wolfgang Heinicke und Pfarrer Reinhard Runzheimer. Spielszenen historischer Figuren schlugen eine Brücke in das Mariendorf von vor 300 Jahren. Zur Unterstützung gesellten sich auch „[[Waldenser]]“-Frauen aus [[Gottstreu]] in Tracht unter die Festgemeinde.
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Ein feierlicher Akt folgte im Grünen neben dem Treppenaufgang zur Kirche: die Enthüllung eines Gedenksteins mit den Namen der ersten Siedler, genauer der Familienvorstände. Die Namen konnten dem ältesten Dokument zur Geschichte Mariendorfs, einer Salzausgabeliste vom 8. April [[1687]], entnommen werden.
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Die Tafel zieren am Rande das [[Hugenotten]]kreuz und das Wappen der [[Waldenser]]. Bei dem Gedenkstein handelt es sich um eine Spende des Mariendorfer Heimat- und Ahnenforschers Erwin Massie und seiner Ehefrau Gisela, die anlässlich ihrer Goldenen Hochzeit anstelle von Geschenken um Spenden für diesen Zweck gebeten hatten. Erstmals seit rund einem Vierteljahrhundert wurde das Gemeindefest, das sonst auf der Grillanlage gefeiert wird, unmittelbar an der Kirche veranstaltet.
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An langen Tischreihen verlebten Mariendorfer und Gäste einen unterhaltsamen Nachmittag. Der Musikverein Immenhausen gastierte mit einem Freiluftkonzert, und Bernd Bonnet verkörperte abwechselnd gleich mehrere historische Figuren: Im Gottesdienst stellte er einen landgräflichen Beamten dar, später erzählte er als erster Siedler von der Flucht und den Anfängen in der neuen Heimat, außerdem spielte Bonnet einen vom Landgrafen beauftragten Maler, der den Innenraum der Kirche ausmalen sollte.
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Ein auf großformatiger Leinwand von Gemeindefestbesuchern geschaffenes Kunstwerk wird in der evangelisch-reformierten Gemeinde noch lange an die Feier der Kirche erinnern. Für die musikalische Gestaltung der Feierstunde sorgte neben dem Orgelspiel der Gesangverein Mariendorf.(pbb)
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=== Literatur ===
 
=== Literatur ===

Version vom 16. Juni 2010, 21:31 Uhr

Mariendorf-Hugenottenkirche

Mariendorf ist eine ehemals selbständige Gemeinde im ehemaligen Kreis Hofgeismar und seit 1. Dezember 1970 ein Stadtteil der Stadt Immenhausen im Landkreis Kassel in Nordhessen.

Der Ort hat etwa 470 Einwohner.

Geografie

Mariendorf liegt nördlich von Immenhausen und südlich von Udenhausen, heute ein Stadtteil von Grebenstein.

Im Osten liegt der 395 m hohe Ahlberg im Reinhardswald.

Geschichte

Aus der Ortsgeschichte

Die Kulturschmiede in Mariendorf

Landgraf Carl siedelte im 17. Jahrhundert französische Glaubensflüchtlinge (Hugenotten) auch in der Stadt Hofgeismar sowie in der Umgegend der Stadt an. Etwa 265 Flüchtlinge trafen Anfang Februar 1686 in Hofgeismar ein.

1686 begann auch das Siedlungsprogramm des Landgrafen in den nach dem Dreißigjährigen Krieg vielfach zerstörten und entvölkerten Landstrichen. Neue Dörfer entstanden, als erste Carlsdorf (benannt nach Landgraf Carl) und Mariendorf (benannt nach seiner Ehefrau Maria Amelia).

Die Erbauung der zweiten nordhessischen Hugenottenkolonie in Mariendorf begann 1686 für vorwiegend waldensische Flüchtlinge, die aus Vars und anderen Orten im Dauphiné in Südfrankreich nach Hessen gekommen waren. Die eigentliche Geschichte des Ortes beginnt aber erst im April 1687 mit dem Umzug der bis dahin in Immenhausen untergebrachten ersten 110 Réfugiés.

Mariendorf wurde in Kreuzform angelegt, wie das benachbarte Carlsdorf wahrscheinlich nach Plänen von Paul du Ry, an den heute eine Straße im Dorf erinnert.

Schon bald wurde auch mit dem Bau der Dorfkirche begonnen. Eine lateinische Inschrift über dem Portal der zwischen 1701 und 1705 erbauten Mariendorfer Saalkirche verweist auf Landgräfin Maria Amelia, geborene Prinzessin von Kurland.

Zuvor hatte der erste Mariendorfer Pfarrer, Jean Laget aus Traverses im Pragelastal für die französischen Siedler in der Stadtkirche in Immenhausen gepredigt. Der französische Gottesdienst fand hier im Anschluss an deutschen Gottesdienst statt. Nachdem im Jahre 1705 der Rohnbau fertiggestellt werden konnte, dauerte es noch lange Jahre bis der Innenausbau fertig gestellt wurde und der dritte Mariendorfer Pfarrer, Louis de Lescure die Kirche am 9. Juni 1710 einweihen konnte.

Bis zum Jahr 1739 bestand der Ort bereits aus 28 Höfen und fünf weiteren Häusern.

In unmittelbarer Nähe von Mariendorf wurden in früheren Jahren Ton und Braunkohle abgebaut. Am Ahlberg im Reinhardswald wurde, ähnlich wie am Gahrenberg, vom 18. Jahrhundert an bis 1925 Braunkohle untertage mit Hilfe eines Schrägstollens gefördert.

Von diesen Aktivitäten zeugen nur noch wenige Relikte, so ein Natursteinfundament mit vier eingelassenen Gewindestangen und der aus Backstein errichtete, etwa sieben Meter hohe Be- und Entlüftungsschacht an der Hauptstraße der Ahlberg-Siedlung.

Die Kohle wurde am Ahlberg in geringer Tiefe unter Tage abgebaut. Mit der Kohle belieferte man seinerzeit auch die Garnison in Hofgeismar, Branntweinbrennereien oder die Ziegelhütte am Ahlberg.

Neben dem noch vorhandenen etwa zehn Meter hohen Pyramidenstumpf des ehemaligen Schüttelwerkes befand sich der 29 m tiefe Förderschacht. Daneben ist eine Lore aufgestellt, die einst dem unterirdischen Transport der Kohle diente.

Archäologisches Denkmal Ahlberg

Etwa zwei Kilometer östlich der Ortsmitte Mariendorfs erhebt sich der 394,6 Meter hohe Ahlberg, an dessen Westflanke die kleine Ahlberg-Siedlung liegt.

Bushaltestelle Ahlberg

Der Ahlberg liegt am Westrand des großen Waldgebietes des Gutsbezirkes Reinhardswald. Sein Plateau hat eine Größe von 1,25 Hektar und ist nach allen Seiten befestigt. Es wird von einem Wall mit vor gelagertem Graben umschlossen, der an der Nord- und Ostseite fast gradlinig, an der Süd- und Westseite jedoch leicht bogenförmig verläuft. An der Südwestseite befand sich früher eine Tongrube, deren Zufahrt Graben und Wall unterbricht. Einige andere muldenförmige Vertiefungen im Bereich um das Plateau sind ebenfalls auf diese Materialgewinnung zurückzuführen. Im Südost- und Ostverlauf sind Wall und Graben gut sichtbar erhalten.

Als ursprünglicher Aufbau der heute als Wälle sichtbaren Befestigung ist Mauerwerk anzunehmen, da an einigen Stellen der Außenseite des Walls erkennbare Steine auf eine Mauerfront hin deuten. Form und Ausführung der Gräben und Wälle lassen auf Reste einer frühmittelalterlichen Befestigung schließen, die eine ältere eisenzeitliche Anlage überlagert, was Funde aus dieser Zeit bezeugen. Inmitten der frühmittelalterlichen Wehranlage wurde im Spätmittelalter an der höchsten Stelle ein Wartturm, wahrscheinlich als Pendant zur in Sichtweite befindlichen Udenhausener Warte, errichtet. Vom Ahlberger Wartturm sind noch Teile eines mächtigen Mauerfundaments erhalten. Reste einer Ringmauer, die um den Turm herum eine Fläche mit einem Durchmesser von etwa 15 Metern umschloss, sind im Gelände erkennbar.

Am Ahlberg wurde, ähnlich dem Gahrenberg, vom 18. Jahrhundert an bis 1925 Braunkohle untertage mit Hilfe eines Schrägstollens abgebaut. Von diesen Aktivitäten zeugen noch einige wenige Relikte.

Seit Herbst 2007 führt ein Rundweg des EcoMuseums Reinhardswald unter der Bezeichnung „Eco-Pfad Ahlberg-Mariendorf“ über den Ahlberg. Der Rundweg beginnt am Parkplatz an der Reithalle am Nordrand von Mariendorf. Er führt durch die Siedlung am Ahlberg, über eine 394 m hohe Basaltkuppe, ins „Bärenloch“ und durch einen Hohlweg - vorbei an einem Hutestein - zurück nach Mariendorf.

Schautafeln an verschiedenen Stationen erläutern die geologischen und archäologischen Besonderheiten des Ahlbergs, darunter den Ringwall und die Warte (8. - 10. Jahrhundert), die Wüstung Reinersen [11. - 16. Jahrhundert, die Tongruben und Ziegelhütte (13. - 15. Jahrhundert) oder die Bergbaustätten (1755 - 1925).

Historischer Dorfspaziergang

Der Historische Dorfspaziergang Mariendorf, ein Werk des Arbeitskreises Dorfgeschichte, skizziert neben dem Eco-Pfad Kulturgeschichte Ahlberg-Mariendorf die über 2000-jährige Siedlungsgeschichte am Ahlberg.

Die Geschichtserkundung zu Fuß mit Hilfe illustrierter Informationstafeln führt unter anderem zur evangelischen Dorfkirche, die im Stil einer französischen Saalkirche entstand, zum Friedhof und Gemeindehaus, zum ehemaligen Triftweg (heute Paul du Ry - Straße, dem Georgs-Museum oder dem Hugenottenteich am Dorfrand.

Kirche: Einweihung durch erste Siedler liegt 300 Jahre zurück

Gedenkstein statt Geschenke

aus HNA-online vom 15.06.10</ small>

Mariendorf. Die ersten Siedler Mariendorfs, wegen ihres protestantischen Glaubens in der französischen Heimat verfolgt und deshalb ins landgräfliche Hessen-Cassel geflohen, mussten nach ihrem Neubeginn noch 23 Jahre warten:

Gedenkstein statt Geschenke
Erst nach dieser langen Zeit der Genügsamkeit, der Arbeit und des Planens mit geringsten finanziellen Mitteln konnte im Juni 1710 das in der Hugenotten- und Waldenserkolonie so sehnlichst erwartete eigene Gotteshaus eingeweiht werden. Der große Tag der ehemaligen Glaubensflüchtlinge, der Abschluss ihrer Koloniegründung, liegt exakt 300 Jahre zurück. Zwölf Generationen später feierten die Mariendorfer das Kirchweihjubiläum am vergangenen Sonntag bei einem bemerkenswerten Festgottesdienst mit historischen Bezügen und einem anschließenden bunten Gemeindefest.

Großer Andrang Die kleine Kirche mit Standort auf einer leichten Anhöhe über dem Dorf erlebte einen großen Andrang, einige Besucher fanden nur noch stehend einen Platz in der Tür. Der Festgottesdienst wurde von Gemeindemitgliedern aller Generationen vorbereitet und gestaltet, die Predigt hielten Dekan Wolfgang Heinicke und Pfarrer Reinhard Runzheimer. Spielszenen historischer Figuren schlugen eine Brücke in das Mariendorf von vor 300 Jahren. Zur Unterstützung gesellten sich auch „Waldenser“-Frauen aus Gottstreu in Tracht unter die Festgemeinde.

Ein feierlicher Akt folgte im Grünen neben dem Treppenaufgang zur Kirche: die Enthüllung eines Gedenksteins mit den Namen der ersten Siedler, genauer der Familienvorstände. Die Namen konnten dem ältesten Dokument zur Geschichte Mariendorfs, einer Salzausgabeliste vom 8. April 1687, entnommen werden.

Die Tafel zieren am Rande das Hugenottenkreuz und das Wappen der Waldenser. Bei dem Gedenkstein handelt es sich um eine Spende des Mariendorfer Heimat- und Ahnenforschers Erwin Massie und seiner Ehefrau Gisela, die anlässlich ihrer Goldenen Hochzeit anstelle von Geschenken um Spenden für diesen Zweck gebeten hatten. Erstmals seit rund einem Vierteljahrhundert wurde das Gemeindefest, das sonst auf der Grillanlage gefeiert wird, unmittelbar an der Kirche veranstaltet.

An langen Tischreihen verlebten Mariendorfer und Gäste einen unterhaltsamen Nachmittag. Der Musikverein Immenhausen gastierte mit einem Freiluftkonzert, und Bernd Bonnet verkörperte abwechselnd gleich mehrere historische Figuren: Im Gottesdienst stellte er einen landgräflichen Beamten dar, später erzählte er als erster Siedler von der Flucht und den Anfängen in der neuen Heimat, außerdem spielte Bonnet einen vom Landgrafen beauftragten Maler, der den Innenraum der Kirche ausmalen sollte.

Ein auf großformatiger Leinwand von Gemeindefestbesuchern geschaffenes Kunstwerk wird in der evangelisch-reformierten Gemeinde noch lange an die Feier der Kirche erinnern. Für die musikalische Gestaltung der Feierstunde sorgte neben dem Orgelspiel der Gesangverein Mariendorf.(pbb) </div>

Literatur

  • Jochen Desel, „Hugenotten und Waldenser in und um Hofgeismar“ in: Hessische Heimat – Sonderheft Hofgeismar, Marburg 1978, S. 70 ff.
  • Jochen Desel, Die 300-Jahrfeiern in Carlsdorf und Mariendorf 1986 und 1987, in: Jahrbuch des Landkreises Kassel 1988, S. 77 ff.
  • Jochen Desel, Hugenottenkirchen in Hessen-Kassel, Bad Karlshafen 1992, S. 90 ff.
  • Rolf Gensen, „Die Ringwallanlage auf dem Ahlberg bei Immenhausen-Mariendorf“ in: Stadt und Landkreis Kassel. Führer zu archäologischen Denkmälern in Deutschland 7, Stuttgart 1986, S.129ff.
  • Jörg Lindenthal, „Kulturelle Endeckungen - Archäologische Denkmäler in Hessen“, Darmstadt 2004, S.95, ISBN 3-934377-734
  • Website der evangelisch-reformierten Gemeinde

Hugenottenkirche

Die Hugenottenkirche in Mariendorf entstand als schlichtes Gotteshaus aus Bruchsteinen mit einem Mansarddach und achteckigem Dachreiter. Eine lateinische Inschrift über dem Portal der zwischen 1701 und 1705 erbauten Mariendorfer Saalkirche verweist auf Landgräfin Maria Amelia, geborene Prinzessin von Kurland.

Zuvor hatte der erste Mariendorfer Pfarrer, Jean Laget aus Traverses im Pragelastal für die französischen Siedler in der Stadtkirche in Immenhausen gepredigt. Der französische Gottesdienst fand hier im Anschluss an deutschen Gottesdienst statt. Erst unter Pfarrer Jacob le Blanc wurde mit dem eigenen Kirchbau in Mariendorf begonnen, der 1705 im Rohnbau fertiggestellt werden konnte.

Noch lange weitere Jahre dauerte der Innenausbau, bevor der dritte Mariendorfer Pfarrer, Louis de Lescure die Kirche am 9. Juni 1710 einweihen konnte. In französischer Sprache vermerkte er zwei Trauungen an diesem Tag mit dem Hinweis, sie seien am Tag der Einweihung des „temple de mariendorf“ vorgenommen worden.

Im Jahre 2010 wird mit mehreren Veranstaltungen an den 300. Jahrestag der Kircheneinweihung erinnert, nachdem bereits vor fast einem Vierteljahrhundert das 300-jährige Bestehen der einstigen Hugenotten- und Waldenserkolonie gefeiert wurde. Das Gemeindefest „300 Jahre Kirche Mariendorf“ steht für Sonntag, 13. Juni, auf dem Programm und für den 4. Juli ein Pilgerweg durch Mariendorf.

Kulturschmiede

Ort für kulturelle Veranstaltungen ist in Mariendorf die Kulturschmiede „Zum Hufschmied“ (Paul-du-Ry-Str. 4).

siehe auch

Tongruben und Kohleabbau am Ahlberg

Ahlberg - Relikt aus dem Bergbau

Mehrere Schautafeln an verschiedenen Stationen des Eco-Pfads Ahlberg-Mariendorf erläutern die geologischen und archäologischen Besonderheiten des Ahlbergs, darunter den Ringwall und die Warte (8. - 10. Jahrhundert), die Wüstung Reinersen (11. - 16. Jahrhundert), die Tongruben und Ziegelhütte (13. - 15. Jahrhundert) oder die Bergbaustätten (1755 - 1925).

Die Kohle wurde am Ahlberg in geringer Tiefe unter Tage abgebaut. Mit der Kohle belieferte man seinerzeit auch die Garnison in Hofgeismar, Branntweinbrennereien oder die Ziegelhütte am Ahlberg.

Neben dem noch vorhandenen etwa zehn Meter hohen Pyramidenstumpf des ehemaligen Schüttelwerkes befand sich der 29 m tiefe Förderschacht. Daneben ist heute eine Lore aufgestellt, die einst dem unterirdischen Transport der Kohle diente.

Wandern

Weblinks


Städte und Gemeinden im Landkreis Kassel