Ludwig Hassenpflug: Unterschied zwischen den Versionen

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Nach der Revolution von 1848 kam es in seiner zweiten Amtszeit als Minister im Herbst [[1850]] zur offenen Auflehnung im [[Kurfürstenum Hessen]]. Als die Ständeversammlung der Regierung sogar die Steuern verweigerte, verhängte [[Kurfürst Friedrich Wilhelm I.]] den Kriegszustand über sein Land. Nachdem fast alle Offiziere daraufhin den Dienst quittierten, bat er den Bundestag in Frankfurt (das oberste Organ des Deutschen Bundes) um Hilfe und floh. Denn die kurhessischen Offiziere hatten ihren Eid nicht nur auf den Kurfürsten, sondern auch auf die Verfassung geleistet. Etwa 80 Prozent der Offiziere reichten zwischen dem 9. und 12. Oktober 1850 ihre Entlassungsgesuche ein und machten damit das kurhessische Militär handlungsunfähig.
 
Nach der Revolution von 1848 kam es in seiner zweiten Amtszeit als Minister im Herbst [[1850]] zur offenen Auflehnung im [[Kurfürstenum Hessen]]. Als die Ständeversammlung der Regierung sogar die Steuern verweigerte, verhängte [[Kurfürst Friedrich Wilhelm I.]] den Kriegszustand über sein Land. Nachdem fast alle Offiziere daraufhin den Dienst quittierten, bat er den Bundestag in Frankfurt (das oberste Organ des Deutschen Bundes) um Hilfe und floh. Denn die kurhessischen Offiziere hatten ihren Eid nicht nur auf den Kurfürsten, sondern auch auf die Verfassung geleistet. Etwa 80 Prozent der Offiziere reichten zwischen dem 9. und 12. Oktober 1850 ihre Entlassungsgesuche ein und machten damit das kurhessische Militär handlungsunfähig.
  
Österreich entsandte im Auftrag der meisten deutschen Fürsten bayerische Truppen, die sogenannten Strafbayern, in das [[Kurfürstentum Hessen]]. Diese sicherten die Rückkehr [[von Kurfürst Friedrich Wilhelm I.]]
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Österreich entsandte im Auftrag der meisten deutschen Fürsten bayerische Truppen, die sogenannten Strafbayern, in das [[Kurfürstentum Hessen]]. Diese sicherten die Rückkehr von [[Kurfürst Friedrich Wilhelm I.]]
  
 
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Version vom 3. Dezember 2008, 21:49 Uhr

Hans Daniel Ludwig Friedrich Hassenpflug (* 26. Februar 1794 in Hanau, † 10. Oktober 1862 in Marburg) war leitender Minister unter Kurfürst Friedrich Wilhelm I.; als reaktionärer Politiker wandte er sich nach seiner ersten Berufung zum Minister gegen die kurhessische Verfassung von 1831, die er "in politischer Beziehung ein Werk der Revolution und in religiöser ein Werk des Teufels" nannte.

In seine Zeit als kurhessischer Minister fielen heftige politische Auseinandersetzungen mit den mehrheitlich liberal gesinnten Ständen.

Nach der Revolution von 1848 kam es in seiner zweiten Amtszeit als Minister im Herbst 1850 zur offenen Auflehnung im Kurfürstenum Hessen. Als die Ständeversammlung der Regierung sogar die Steuern verweigerte, verhängte Kurfürst Friedrich Wilhelm I. den Kriegszustand über sein Land. Nachdem fast alle Offiziere daraufhin den Dienst quittierten, bat er den Bundestag in Frankfurt (das oberste Organ des Deutschen Bundes) um Hilfe und floh. Denn die kurhessischen Offiziere hatten ihren Eid nicht nur auf den Kurfürsten, sondern auch auf die Verfassung geleistet. Etwa 80 Prozent der Offiziere reichten zwischen dem 9. und 12. Oktober 1850 ihre Entlassungsgesuche ein und machten damit das kurhessische Militär handlungsunfähig.

Österreich entsandte im Auftrag der meisten deutschen Fürsten bayerische Truppen, die sogenannten Strafbayern, in das Kurfürstentum Hessen. Diese sicherten die Rückkehr von Kurfürst Friedrich Wilhelm I.