Lippoldsberg: Unterschied zwischen den Versionen

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Version vom 11. Oktober 2008, 23:12 Uhr

Die Klosterkirche in Lippoldsberg
Rathaus in Lippoldsberg
Klosterhof-Eingang

Lippoldsberg ist eine ehemals selbständige Gemeinde im ehemaligen Kreis Hofgeismar und heute ein Ortsteil der Gemeinde Wahlsburg im Landkreis Kassel.

Am 31.7.2006 hatte der Ort 1.658 Einwohner.

Geschichte

Fähre

Aus dem Jahre 1981 stammt die Gierseilfähre „Märchenfähre“, die Lippoldsberg mit dem Vorwerk verbindet. Bereits im Jahre 1300 wurde hier erstmals eine Fähre erwähnt.

Kloster und Klosterkirche

In Lippoldsberg befindet sich das ehem. Kloster Lippoldsberg mit der Klosterkirche St. Georg und Maria, einer der bedeutensten romanischen Basiliken in Deutschland.

Die romanische Klosterkirche "St. Georg und Maria" wurde Mitte des 12. Jahrhunderts (1138 - 1151) als dreischiffige Basilika mit einem Grundriß errichtet, der auf einem strengen Quadratsystem beruht.

Den schlichten Buntsandsteinbau betritt man durch den Westeingang in dem ehemals doppeltürmigen Westwerk.

Die Kirche gilt als eine der ältesten vollständig eingewölbten Kirchen in Deutschland und verfügt über ein Gewölbe aus beeindruckenden Gurtbögen. Durch Doppelarkaden mit runden Bögen sind die Seitenschiffe vom Mittelschiff abgetrennt. Alle drei Chöre werden von halbrunden Apsiden abgeschlossen.

Im Chorraum der kreuzförmig angelegten Pfeilerbasilika ist ein sehenswerter Taufstein aus dem Ende des 12. Jahrhunderts erhalten geblieben.

Ortsgeschichte

Erzbischof Lippold (auch: Luitpold) von Mainz, der im 11. Jahrhundert lebte, gab dem Ort seinen Namen. Er errichtete hier zwischen Weser und Schwülme eine erste Holzkirche. Über die nahe Weserfurt führte ein alter Weg vom Rhein über Geismar, dem heutigen Hofgeismar bis nach Thüringen.

Museum in Lippoldsberg

Sein Nachfolger, Erzbischof Siegfried von Mainz, vergrößerte den Besitz an der Weserfurt und errichtete hier Mitte des 11. Jahrhunderts eine Steinkirche. Die Klostergründung erfolgte um das Jahr 1093 durch Erzbischof Ruthard von Mainz. An dem Jahre 1100 wurde das Frauenstift als Benediktinerinnen-Kloster fortgeführt. Die größere Klosterkirche entstand um das Jahr 1150 mit der romanischen Klosterkirche "St. Georg und Maria".

Der Ausgang der Mainzer Stiftsfehde brachte auch Lippoldsberg im Jahre 1462 in hessischen Besitz. Unter dem protestantischen Hessen endete allmählich die Geschichte des Klosters. Der Klosterhof wurde zu einem Gutshof umgewandelt und bis 1913 genutzt. Ein Teil der Klostergüter wurde aber auch zur Ausstattung des im Jahre 1564 gegründeten Armen- und Sichenhauses in Lippoldsberg verwendet.

Im Jahre 1555 erteilte der hessische Landgraf Philipp I. die Erlaubnis zur Errichtung einer Eisenhütte in Lippoldsberg. Über Jahrhunderte wurde hier das Roheisen verarbeitet, das von den umliegenden Hüttenwerken (später auch von Vaake und Veckerhagen) auf der Weser herbeigebracht wurde, bis zur Stillegung des Betriebs in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts.

Die katholische Kirche in Lippoldsberg

Im frühen 17. Jahrhundert lebte Stoffel Winkel, der eigentlich Stoffel Schildknecht hieß, in Lippoldsberg. Er war mit Trina Heistermann verheiratet. Als sich im Dreißigjährigen Krieg auch im Solling Überfälle unterschiedlicher Söldnerheere häuften, griffen die Bauern in den 1620-er Jahren wie im Harz oder in der Heide zur Selbsthilfe. Mehrere hundert Männer aus den Sollingdörfern sowie einige „verlaufene Knechte“ bewaffneten sich und legten im Wald Verstecke an. Einer ihrer Anführer wurde Stoffel Winkel, Anführer über 600 Bauern und verlaufene Knechte, mit denen er bis vor die Tore Einbecks streifte.

Als Rache dafür, dass ein Lippoldsberger einen Kaiserlichen erschlagen hatte, zündeten Truppen des Generals Tilly 1628 eine Scheune in dem Weserdorf an. Stoffel Winkel selbst wurde bei einer Auseinandersetzung mit einem „Mitgesellen“ in Bodenfelde erschossen. Seine „Mitconsorten“ begruben ihn am 14. Juli 1627 in seinem Heimatdorf.

Das "Museum im Schäferhaus" in Lippoldsberg (Schäferhof 22) zeigt anhand von Beispielen (Kaufmannsladen, Küche, Wohn- und Schlafzimmer, einem altes Backhaus, Bienenhaus und einer alte Schmiede), wie die Dorfbevölkerung in früherer Zeit ihren Alltag verbracht hat.

Literatur

Pilgerweg

Unter dem Titel Zwischen Loccum und Volkenroda erschien im Jahre 2005 ein Pilgerbuch von Jens Gundlach, das die Pilger-Wanderstrecke vom Kloster Loccum, nordwestlich von Hannover zum Kloster Volkenroda, bei Mühlhausen in Thüringen beschreibt.

An der Pilgerstrecke liegen etwa das Kloster Bursfelde oder in Nordhessen die Kirchen in den Orten Arenborn, Heisebeck und Vernawahlshausen, die zu stiller Einkehr einladen. Ein Exkurs führt zur romanischen Kirche des einstigen Benediktinerinnenklosters Lippoldsberg.

Radwandern

Hinweisschilder an der Märchenfähre
"Märchenfähre" in Richtung Gewissenruh

Der Weser-Radweg verläuft aus Richtung Hann. Münden (Start) entlang der Weser bis nach Oberweser (25,0 km) und von dort weiter nach Lippoldsberg (Fahrradservice Lippoldsberg)(30,0 km), Bodenfelde-Wahmbeck (35,0 km) und Bad Karlshafen (45,0 km).

Hier schliesst sich eine mehr als 400 km lange Strecke bis nach Bremen, Bremerhaven und Cuxhaven an.

siehe auch

Übernachtungsmöglichkeiten

Hotels/ Gasthäuser

Jugendherbergen

Weserdampfschifffahrt

Aus dem „Begleiter auf dem Weser-Dampfschiffe von Münden bis Bremen“:

Im Frühjahr 1844 gab der Lehrer für Geschichte und Erdkunde am Rintelner Gymnasium, Dr. Ludwig Boclo, seinen „Begleiter auf dem Weser-Dampfschiffe von Münden bis Bremen“ heraus. Boclo war schon verschiedentlich als Reiseschriftsteller hervorgetreten. Das kleinformatige Büchlein sollte ein kundiger Mitreisender für alle fremden Passagiere sein.

Weserabwärts rühmte er neben vielem anderen den lieblichen Blick von Hilwartshausen auf Münden, der den dortigen Stiftsdamen ein Ausgleich für ihr entsagungsvolles Leben gewesen sein mochte. Auch die Eisengießerei in Veckerhagen sowie das Eisenhammerwerk in Lippoldsberg vergaß Boclo ebenso wenig wie den vom Fluss noch weithin sichtbaren Turm der Bramburg und die mit ihr verknüpften Sagen. Zudem warnte er vor den leicht reizbaren Bewohnern von Gewissenruh, die mit Prügel, Steinwürfen und Schimpfworten sehr freigiebig gewesen sein sollen.

Weblinks