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Version vom 15. Juli 2007, 00:17 Uhr

Liebenau
Liebenau-Kirche.JPG
An der Kirche in Liebenau
Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Kassel
Landkreis: Kassel
Höhe: 176
Fläche: 48,87 qkm
Einwohner: ca. 3. 600
Postleitzahl: 34396
Vorwahl: 05676
Kfz-Kennzeichen: KS
Adresse der
Stadtverwaltung:
Kirchplatz 6
34396 Liebenau
Website: www.stadt-liebenau.de
Bürgermeister: Peter Lange

Liebenau ist mit etwa 3.600 Einwohnern eine kleine Stadt an der Diemel. Sie liegt im Landkreis Kassel in Nordhessen.

Stadtteile

Geografie

Die Diemel und die Warme, in die der Ruhr- und Alsterbach einmünden, prägen die waldreiche Landschaft rund um Liebenau mit fruchtbaren Flusstälern, die mancherorts von steil ansteigenden Kalkfelsklippen begrenzt werden.

Geschichte

Aus der Geschichte von Liebenau

Bodenfunde belegen eine Besiedelung seit der Jungsteinzeit. Liebenau selbst wurde im Jahre 1293 (als „castrum Lybenowe“) erstmals urkundlich erwähnt.

Die zunächst errichtete Großburg diente offenbar in erster Linie dem Schutz des ausgedehnten Landbesitzes von Stadtgründer Hermann von Spiegel. An der Diemelfurt beginnt ab dem Jahre 1290 der Aufbau einer neuen Stadt, in die bald auch die Dorfbewohner umliegender mittelalterlicher Orte wie Niederzwergen oder Rotmershausen übersiedeln.

Häufig war das Grenzgebiet Schauplatz für Kriege zwischen dem Bischof von Paderborn und dem Landgrafen von Hessen. Die ehemalige Wasserburg aber auch große Teile der Stadt wurden Mitte des 15. Jahrhunderts im Krieg zwischen dem Hochstift Paderborn und Landgraf Ludwig II. zerstört und die Stadt im Friedensschluss von 1467 an Hessen abgetreten. Burg und Stadt befanden sich zuvor im Besitz verschiedener Herren (von Desenberg, von Löwenstein-Westerburg oder von Pappenheim). Später wurde der Gutshof (mit Herrenhaus) in der Burggasse auf den Resten der Wasserburg erbaut.

Die Kirche des Städtchens wird in der 1. Hälfte des 15. Jahrhunderts wiederhergestellt, wobei ein früherer Kirchbau bereits zur Zeit der Stadtgründung belegt ist. In der Zeit des Dreißigjährigen Krieges wurde die Kirche – ebenso wie viele Häuser der Stadt – beschädigt und geplündert. Ihre heutige Form erhielt sie in der Mitte des 18. Jahrhunderts, als sie in barocker Form und mit nunmehr barocker Turmhaube umgebaut wurde. Anfang des 20. Jahrhunderts wurden die sehenswerten Wandmalereien im Innern der Kirche - aus der 1. Hälfte des 15. Jahrhunderts - freigelegt.

Innerhalb der Kernstadt prägen restaurierte Fachwerkhäuser aus dem 17. bis 19. Jahrhundert das Bild und es sind noch Reste der alten Stadtmauer zu finden.

Literatur

  • Heinrich Wolf, Liebenau – Von der Gründung bis zur Übernahme in die Landgrafschaft Hessen, in: Heimatjahrbuch für den Kreis Hofgeismar 1968, S. 86 ff.

Glühbirnen im Lexikon

Herbold von Pappenheim erzählte zum letzten Mal Geschichte und Geschichten über Liebenau

(in HNA vom 11.7.2007):

Liebenau. Das Interesse an dem pikantesten Detail in der Familiengeschichte derer von Pappenheim war zu erwarten. Ob denn die schöne Diana (1788-1844), die Ehefrau des Wilhelm Rabe von Pappenheim und Geliebte des Königs von Westfalen Jerôme Bonaparte, eine Verwandte sei, so die Frage. "Sie war meine Ur-Urgroßmutter und sie hatte zwei Töchter mit Jerôme", sagte Herbold Rabe von Pappenheim, der mehr als 30 Menschen durch die Stadt führte, die sich für die Geschichte Liebenaus interessieren. ...

Der Name Rabe von Pappenheim und die Geschichte der Stadt Liebenau seien eng verbunden, erfuhren die Zuhörer vor der Kulisse des Herrenhauses. Veranschaulicht durch Kopien historischer Stiche und für die spätere Zeit mit Fotos dokumentiert, erzählte der Gutsherr aus der Geschichte einer Stadt, die 1293 erstmals erwähnt wurde, 100 Jahre später in den Mitbesitz derer von Pappenheim gelangte und mehrmals während kriegerischer Auseinandersetzungen zerstört oder stark in Mitleidenschaft gezogen wurde. Vorbei an den wenigen erhaltenen Resten der Stadtmauer, deren andere Steine heute als Bestandteil später erbauter Gebäude zu sehen sind, der alten Schule, die ursprünglich ein kaiserliches Postamt war und der Albrecht’schen Hofreite, die heute Standort des städtischen Bauhofs ist, führte der Weg durch enge Straßen mit den, bis auf wenige Ausnahmen, typisch kleinen Fachwerkhäusern einer ehemaligen Leineweberstadt.

Drei Glühbirnen verschafften Liebenau Ende des 19. Jahrhunderts einen Eintrag in Meyers Konversationslexikon; als erste Stadt des Landes mit elektrischer Straßenbeleuchtung, erfuhren die Spaziergänger durch das historisch geprägte Straßenbild. Der Strom, der die Glühbirnen speiste, kam aus der Mühlenturbine, auf deren Gelände heute das Schuhhaus Sprecher steht. Der Rundgang endete in der Kirche, die erstmals 1294 urkundlich erwähnt wurde und vermutlich Johannes dem Täufer gewidmet war. Zwei mal, 1533 und 1637, wurde sie der Überlieferung nach verwüstet. ... (ziv)

Verkehrsanbindung

Der Bahnhof in Liebenau liegt heute an der RegioTram-Strecke Kassel - Warburg. Seit dem 8. Mai 2005 sind die neuen RegioTram-Fahrzeuge im regulären Fahrplanbetrieb der DB auf dieser Strecke im Einsatz.

Radwege

Diemel-Radweg

Mit dem Fahrrad über den Diemel-Radweg mit Start in Willingen über Usseln, Diemelsee, Marsberg, Diemelstadt, Warburg, Liebenau nach Trendelburg, ab dort auf dem Fahrradweg bis Karlshafen entlang der Diemel.

Weblinks


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WappenLkKassel.jpg

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