Landgraf Wilhelm V.

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Wilhelm V., genannt der Beständige, war Landgraf von Hessen-Kassel in den Jahren 1627 bis 1637.

Er war ab 1619 verheiratet mit Amalie Elisabeth von Hanau-Münzenberg (* 1602, † 1651), Tochter von Philipp Ludwig II., Graf von Hanau-Münzenberg.

"Der Beständige" im festen Glaube

Sein Vater, Landgraf Moritz drängte dem 25-jährigen die Regierung förmlich auf, da er selbst nicht mehr weiter wusste. Wilhelm V. übernahm ein im Inneren der Auflösung nahes, im Äußeren von schwersten Gefahren bedrohtes Land.

Trotz dieser schier trostlosen Lage ließ er sich nicht unterkriegen. Noch im Jahre der Regierungsübernahme erlangte er im "Haupt-Akkord" einen Vergleich mit Darmstadt im Marburger Erbschaftsstreit, wonach Darmstadt auf die Entschädigung von anderthalb Millionen Gulden für die Besetzung Oberhessens von 1605 bis 1623 verzichtete und Kassel an Oberhessen sowie Katzenelnbogen an Darmstadt abtrat.

Schutz und Trutz

Nur zwei Jahre später bedrohte das Restitutionsedikt das Land erneut: Kaiser Ferdinand II. verfügte darin die Rückgabe aller von den Protestanten eingezogenen geistlichen Güter und erklärte die Declaratio Ferdinandea des Augsburger Religions- und Landfriedens (1555; cuius regio, eius religio) für ungültig. Das Erzbistum Mainz versuchte daraufhin mit Hilfe Tillyscher Truppen, die niederhessischen Klöster wieder in Besitz zu nehmen. Da sich die Evangelischen auf dem Leipziger Konvent (1631) nicht zu einem Bündnis mit dem schwedischen König Gustav Adolf durchringen konnten - Sachsen war dagegen -, schloß Wilhelm V. 1631 mit dem König zu Werben ein Schutz- und Trutzbündnis. Bis zum Tode des Königs (1632) und noch zwei Jahre danach bis zur schwedischen Niederlage bei Nördlingen (1634) blieb Hessen einigermaßen von der Kriegsfurie verschont.

1636 aber rückten dann Götzens Arkebusierreiter (Arkebus = Hakenbüchse) und die Kroaten ins Land ein. Damals sollen in Hessen 18 Städte, darunter Eschwege und Allendorf, 47 Burgsitze und über 100 Dörfer zerstört worden und ein Drittel der Bevölkerung zugrunde gegangen sein.

Malaria oder Gift?

Der Landgraf, der auf dem Regensburger Kurfürstentag in die Reichsacht erklärt worden war, konnte sich weder in Hessen noch Westfalen halten und zog sich ins leichter zu verteidigende Ostfriesland zurück. Hier starb er am 21. September 1637 - mitten im Dreißigjährigen Krieg - in Leer. Wie es offiziell hieß an Malaria, möglicherweise aber, wie auch behauptet wurde, an Gift, das Habsburg zur Verfügung stellte.

Mit ganzer Kraft

Wilhelm V. hatte sich im Gegensatz zu vielen anderen evangelischen Fürsten mit ganzer Kraft für die Gesamtinteressen der Evangelischen eingesetzt. Er hoffte auf eine glückliche Zukunft Deutschlands durch die Gründung eines evangelischen Kaiserreiches unter schwedisch-brandenburgischer Führung. Sein festes Stehen zum Glauben und dieser Idee trugen ihm den Beinamen "der Beständige" ein.

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