Kurfürst Wilhelm II.

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Kurfürst Wilhelm II.

Wilhelm II. (* 28. Juli 1777; † 20. November 1847 in Frankfurt am Main) war Kurfürst von Hessen von 1821 bis 1847.

Während seiner Regierungszeit trat im Jahre 1831 die Kurhessische Verfassung in Kraft, die zusammen mit der belgischen zu den liberalsten in Europa gehörte.

Begünstigt wurde dieser fast revolutionäre Akt auch durch die Schwäche des Kurfürsten. Die wirtschaftliche Krise und soziale Not im Lande sorgten für Unruhe. Außerdem hatten die französischen Besatzer zur Zeit des Königreichs Westphalen revolutionär-liberalen Gedanken mit nach Hessen gebracht. So war es 1830 dazu gekommen, dass eine gewählte Abordnung der Bürgerschaft dem Kurfürsten eine Petition überreichte, in der die Einberufung der Stände und die Erarbeitung einer Verfassung gefordert wurden.

In dem Abschnitt der Verfassung, in dem von den „allgemeinen Rechten und Pflichten der Unterthanen” die Rede ist, wurden Freiheitsrechte verbrieft, die mit einigen unserer Grundrechte vergleichbar sind: gleiche Rechte für alle, Freiheit der Berufswahl, Glaubens- und Gewissensfreiheit und Freiheit der Person und des Eigentums.

Aber diese Errungenschaft hatte nicht automatisch ein liberales Hessen zur Folge. Zu stark waren die Kräfte, die diese Bestimmungen als für den Staat gefährlich empfanden. Außerdem machte sich schnell bemerkbar, dass ab 1831 der Sohn des Kurfürsten (Friedrich Wilhelm I.), der die Verfassung ablehnte, Mitregent wurde. Die Revolution von 1848 stärkte noch einmal die liberalen Kräfte, doch ab 1850 setzte sich die Restauration durch. Bereits im Jahre 1852 wurde die Verfassung außer Kraft gesetzt.

siehe auch



Landgrafen von Hessen (bis 1568)

Heinrich I. | Johann I. | Otto I. | Heinrich II. | Hermann II. | Ludwig I. | Ludwig II. | Wilhelm I. | Wilhelm II. | Philipp I.

Landgrafen von Hessen-Kassel (ab 1568)

Wilhelm IV. | Moritz | Wilhelm V. | Wilhelm VI. | Wilhelm VII. | Karl | Friedrich I. | Wilhelm VIII. | Friedrich II. | Wilhelm IX.

Kurfürsten von Hessen (ab 1803)

Wilhelm I. | Wilhelm II. | Friedrich Wilhelm I.