Kurbad Jungborn

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Das Kurbad Jungborn ist das letzte, noch teilweise erhaltene der ehemals zahlreichen Kasseler Flussbäder. Es befindet sich an der Drahtbrücke im Stadtteil Unterneustadt und steht unter Denkmalschutz.

Geschichte

Vor und nach 1900 gab es in Kassel zahlreiche Flussbadeanstalten, die von Privatleuten, aber auch von Sportvereinen betrieben wurden. Eine davon gehörte der Familie Sinning. Zuerst ein Badefloß für Männer, dann ein zweites für Frauen lagen hier im Fluss. Dazu gab es am Ufer ein Gebäude mit den Einrichtungen, die für das Bad erforderlich waren. Von diesem Gebäude existiert heute nur noch der Keller.

Warmbadeanstalt

Bevor die Flussbadeanstalten eingingen, weil die Stadt Kassel ihren Badeplatz an der Stelle des heutigen Auebades erweiterte und zu einem großen Bad ausbaute, errichtete Sinning, wahrscheinlich kurz nach der Jahrhundertwende, ein weiteres Gebäude und betrieb dort eine Warmbadeanstalt. Sie bestand aus Wannen- und Brausebädern und wurde benutzt von den Bewohnern der Alt- und der Unterneustadt, die keine Badezimmer hatten. Dieses Gebäude ist zum Teil noch erhalten.

1924 pachtete es der Kasseler Naturheilverein, modernisierte es, um für Kranke Badekuren durchführen zu können, und gab ihm den Namen Kurbad Jungborn. Aus dieser Zeit sind noch Teile der Einrichtung erhalten. 1929 wurde der Betrieb von der Familie Ulbricht übernommen und geführt. Mit einem anderen Pächter wurde der medizinische Badebetrieb bis 1997 weiter geführt.

Nach dem Krieg hatte sich auch der Verein der Wassersportfreunde Kassel um die Anlage gekümmert, führte aber nur notwendige Reparaturen für das im Krieg teilweise zerstörte Gebäude durch, da die Eigentumsfrage zunächst nicht geklärt war.

Förderverein

In 2004 gründete sich ein Förderverein Kulturdenkmal Kurbad Jungborn, der das Gelände und das Gebäude von der Stadt Kassel pachtete.

Die Gründung geht auf eine Initiative von Gerda und Günter Wagner zurück, die sich mit Anwohnern der umliegenden Häuser und Mitgliedern des Vereins der Wassersportfreunde Kassel zusammentaten, weil sie den Verfall des Kurbades aufhalten wollten.


Sanierung

Der erste Bauabschnitt begann im Jahr 2006 und umfasste die Wiederherstellung des Turmes, der am stärksten verfallen war. 2007 ging es mit dem zweiten Bauabschnitt weiter. Das Dach wurde abgerissen, die Wände erneuert. Außerdem wurde eine Terrasse gebaut.

Der Innenausbau begann im Jahr 2008 und stellte den dritten Bauabschnitt dar. 2009 folgten dann Toiletten und Mauern für die neue Terrasse. Restauriert wurde der Terrazzo-Fußboden. 2010 folgte dann die Restaurierung der Kabinen, und die Ostwand wurde verklinkert.

Sponsoren und Partner für die Sanierung

  • Landesamt für Denkmalpflege Hessen
  • Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen
  • Kasseler Sparkasse
  • Stadt Kassel
  • Hessischer Museumsverband
  • Deka Bank
  • Innung der Kasseler Sanitär- und Heizungsbetriebe

Café

Seit 23. Juli 2010 verfügt das Kurbad auch über ein Café, das für jeden zugänglich ist.

siehe auch

Weblinks und Quellen