Kunsthochschule Kassel

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Kunsthochschule Kassel

Geschichte

Im Laufe ihrer 230-jährigen Geschichte (gegründet als Kasseler Akademie 1777 durch Landgraf Friedrich II. (1760-1785)) hat die Kunsthochschule Kassel viele Wandlungen erfahren, reagierte in ihrem Lehr- und Unterrichtsangebot auf die Strömungen der Zeit, z. B. durch neue Fachgebiete wie „Virtuelle Realitäten“ oder „Systemdesign“ etc. und prägte mit neuen pädagogischen Ansätzen die Ausbildung an anderen Kunstakademien. Hier waren bedeutende Künstler als Lehrer tätig wie z.B. Johann Heinrich Tischbein der Ältere oder der documenta-Gründer Arnold Bode. Manch einer der Studenten zählt heute zur weltweit renommierten Künstlergarde wie beispielsweise Hans Haacke, der durch sein Projekt "Dem Deutschen Volk" im Berliner Reichstag für Aufsehen gesorgt hat, und der Oscar-Preisträger Thomas Stellmach aus dem Trickfilmbereich.

Die Kunsthochschule (früher HBK = Hochschule für bildende Künste) ist an der Menzelstraße in unmittelbarer Nachbarschaft der Karlsaue im Ortsteil Südstadt beheimatet.

HBK Rundgang 2005 Foto: R. Stiehl
Mit ihr sind Namen wie Johann Tischbein d.Ä, Hans Söder, Stephan Hirzel, Hans Leistikow, Ernst Röttger, Hermann Mattern, Arnold Bode oder Gustav Lange verbunden.

Die Kunsthochschule bietet ein weites Spektrum künstlerischer Studiengänge (Freie Kunst, Visuelle Kommunikation, Produktdesign, Kunstpädagogik und Kunstwissenschaft).

In etlichen Ausstellungen und einem jährlichen "Rundgang" am Ende des Sommersemesters werden Arbeiten der Studenten auch der Öffentlichkeit präsentiert. In diesem Rahmen sind auch die Ateliers und Werkstätten geöffnet.

Renovierung

  • Seit 2008 wird die Kunsthochschule renoviert. Insgesamt fünf Millionen Euro fließen noch bis 2011 in die Renovierung.
  • Die Fassade wurde 2010 für knapp 2 Mio. Euro erneuert. Der Hörsaal sowie die Heizungs- und Sanitäreinrichtungen sollen bis Frühjahr 2011 modernisiert werden.
  • Der frührere Kohlenkeller wurde 2010 in einen Lagerraum umgewandelt.
  • Seit 2009 sind 55 Mio. Euro verbaut worden. Ein Großteil des Geldes stammt vom Land Hessen.

Übersicht

Hier der Versuch einer Übersicht:
2000 Kunsthochschule Kassel
(Universität Kassel)
Werkakademie (Handwerkskammer Kassel)
1971 Gesamthochschule Kassel , Fachbereiche Kunst
1970 Hochschule für bildende Künste
ca.1960 Hochschule für bildende Künste
(Arnold Bode,Professor für Malerei 1948 bis 1961 )
ca.1946/47 Werkakademie (Stephan Hirzel, Direktor 1948-65)
(Hans Leistikow, Leiter der Graphikklasse 1949-59 )
Schule für Handwerk und Kunst
ca.1900 Kunstakademie (Hans Söder, außerordentlicher Professor und geschäftsführender Direktor 1923) Kunstgewerbeschule
ca.1880 Kunstakademie
1869 Werkkunstschule
1779 Maler- und Bildhauerakademie
1777 L´Académie de Peinture et de Sculpture de Cassel = Kunstakademie Kassel
( Johann Heinrich Tischbein der Ältere, Mitbegründer)
Simon Louis du Ry, Direktor

Konzept

Auch heute zählt die Kunsthochschule Kassel mit ihren Studiengängen Freie Kunst, Visuelle Kommunikation, Produktdesign, Kunstpädagogik und Kunstwissenschaft zu den wenigen Akademien, die wissenschaftliche und künstlerische Studiengänge zusammenführen. Die Kunsthochschule vereint also künstlerischen Freigeist mit wissenschaftlicher Ratio und erlaubt Ihnen Kunst und Kultur aus verschiedenen Blickwinkeln kennen zu lernen. Dieser interdisziplinäre Ansatz wird bereits seit über 30 Jahren verfolgt und wird ständig weiterentwickelt.

Charakteristisch für das Studium in Kassel ist, dass die Studiengänge nicht wie an vielen anderen Hochschulen nebeneinander existieren und sich lediglich konkurrierend dulden, sondern die Dozenten Synergien nutzen und zahlreiche interdisziplinäre Vorhaben entwickeln und verwirklichen.

Die organisatorische und strukturelle Verbindung wird von uns in enger inhaltlicher Zusammenarbeit von Universität Kassel und Kunstakademie sinnvoll ergänzt, da Sie als zukünftige StudentInnen und Lehrende die Gelegenheit haben, in einen regen Austausch mit den Wissenschaftlern und StudentInnen anderer Fachbereiche zu treten. Die Kunsthochschule pflegt auch einen regen Austausch mit Kunsthochschulen im europäischen und außereuropäischen Ausland und gibt Ihnen Gelegenheit andere Hochschulen kennen zu lernen.

Die Kunsthochschule Kassel bietet neben den studiengangsspezifischen Einrichtungen disziplinenübergreifende Werkstätten. Mit der herausragenden Anzahl von insgesamt 14 Werkstätten setzt die Kunsthochschule damit Traditionen wie die des Bauhauses fort, handwerkliche und künstlerische Kompetenzen konstruktiv miteinander zu verbinden.

In den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts hat die Kunsthochschule ihren Standort in zwei Gebäudekomplexen von Paul Friedrich Posenenske am Rande der Karlsaue gefunden.

Studienangebot

Die Kunsthochschule Kassel bietet ein breites Angebot verschiedener Lehrbereiche:

  • Kunstpädagogik (Grund-, Haupt- und Realschule, Gymnasium)
  • Kunstgeschichte/ Kunstwissenschaften
  • Bildende Kunst
  • Gestaltung/ Produkt Design (Industrie Design, Möbel- und Ausbau-Design, Systemdesign, Textildesign)
  • Visuelle Kommunikation (Grafik Design, Illustration, Neue Medien, Fotografie, Film und Fernsehen, Animationsfilm, freie Grafik, neue und alte Medien)


Varia

  • An der Kunsthochschule Kassel entstanden die mit dem "Oscar" prämierten Kurzfilme "Balance" der Brüder Wolfgang und Christoph Lauenstein (1989) und "Quest" von Thomas Stellmach und Tyron Montgomery (1996).


bekannte Professoren/Studenten (Auswahl)

Karl Oskar Blase | Arnold Bode | Michael Buthe | Gunter Demnich | Hans Everding | Christof Gassner | Hans Haacke | Johann Erdmann Hummel | Günter Kupetz | Floris Neusüss | Karl Schaper | Johann Heinrich Tischbein | Mona Yahia |

Weblinks