Kulturbunker

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Der Kulturbunker in der Friedrich-Engels-Straße: Er diente früher als Schutzraum für Reichsbahnbedienstete
Der Hochbunker in Kassel befindet sich im Besitz der Kulturbunker Kassel GmbH, einer Gemeinschaft von Kulturschaffenden. Künstler aus Musik und Tanz arbeiten dort in Produktions- und Proberäumen. Außerdem finden Hobby-Musiker und Tänzer Angebote für Unterricht und Workshops. 2014 wurden 300 Quadratmeter Fläche als Museumsteil vom Eigentümer finanziert und standen für Führungen zur Verfügung. Der Hochbunker an der Friedrich-Engels-Straße diente im Zweiten Weltkrieg als Unterschlupf vor Bombenangriffen - unter anderem für hochrangige NS-Funktionäre.

Geschichte

Tunnel

Inzwischen ist der 160 Meter lange Tunnel, der den 1940 gebauten Hochbunker an der Friedrich-Engels-Straße mit dem Gebäude der früheren Reichsbahndirektion (heute der Sitz von Ver.di) an der Kölnischen Straße verband, ist an einigen Stellen zugemauert worden. Von einigen Wohnhäusern an der Bismarckstraße waren füher Teile des Tunnels ebenfalls zugänglich.

Im Fall eines Bombenangriffs sollten die Angestellten der Reichsbahndirektion durch den Tunnel in den Hochbunker gelangen, der auch als Engels-Bunker bekannt ist. Noch bevor die Bevölkerung durch den Fliegeralarm gewarnt wurde, wurden die Angestellten informiert und konnten sich in Sicherheit bringen.


Aufbau des Bunkers

Damals hieß die Friedrich-Engels-Straße noch Kronprinzenstraße. Dem Bunker vorgelagert ist eine Fassade im neoklassizistischen Stil. Dahinter befindet sich ein Treppenhaus, dann erst beginnt der Bunker. Es sollte wie ein Bürogebäude aussehen, um besser getarnt zu sein.

Im ersten Geschoss befindet sich ein - für damalige Zeiten recht luxuriöser - Sanitärbereich auf: Neun Duschkabinen, zwei Badewannen und mehrere Toiletten. Ein Indiz dafür, dass der Bereich für ein spezielles Klientel vorgesehen war. Für den Komfort spricht auch ein Heizkörper nahe der Duschen. Vier Stockwerke hat der Bunker insgesamt. Nur eine Etage liegt unter der Erde.

Der Bunker, wie alte Hausordnungen und Zeitzeugenberichte belegen, soll auch höheren NS-Funktionären als Schutz gedient haben. Der Bevölkerung wurde der Bunker erst nach Dienstschluss zur Verfügung gestellt. Zwangsarbeitern, die das Gebäude errichteten, war der Zutritt verwehrt.

Video: So sieht es im Inneren des Bunkers aus

siehe auch

Weblinks und Quellen