Kolonialschule Wilhelmshof in Witzenhausen: Unterschied zwischen den Versionen

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Aktuelle Version vom 29. März 2016, 11:46 Uhr

Die Deutsche Kolonialschule für Landwirtschaft, Handel und Gewerbe Wilhelmshof bei Kassel wurde im Jahre 1899 begründet. Sie diente der Vorbereitung praktischer Wirtschafts- und Plantagenbeamter, sowie von Landwirten, Viehzüchtern, Wein- und Obstbauern für die deutschen Kolonien und überseeischen Ansiedlungsgebiete und sparte dadurch einen Teil der überseeischen Lehrzeit. Die Schule umfasste einen für ihre Zwecke eingerichteten Gutshof nebst den ausgedehnten Gebäuden des alten Wilhelmitenkloster in Witzenhausen. Aufgenommen wurden reichsangehörige junge Männer im Alter von 17-27 Jahren im April und Oktober eines jeden Jahres. Die Deutsche Kolonialschule (DKS) war bis zu ihrer Schließung 1944 die wichtigste Ausbildungsstätte für Kolonial- und Tropenlandwirte. Seit 1957 das Deutsche Institut für tropische und subtropische Landwirtschaft (DITSL).

Die Ausbildung

An der Kolonialschule Wilhelmshof konnte man das sogenannte "Diplom der Deutschen Kolonialschule" erwerben. Dessen Inhaber waren berechtigt sich als "Staatlich geprüfter Koloniallandwirt" zu bezeichnen. Die Ausbildung dauerte zwischen zwei und drei Jahren. Die Lehrfächer waren Allgemeinbildendes (Kulturwissenschaften, Naturwissenschaften), Wirtschaftliches (Landwirtschaft, Tierzucht und Tierheilkunde, Gärtnerei, Forstwirtschaft, Kaufmännisches, Praktische Landwirtschaft, Gärtnerei und Forstwirtschaft), Technisches (Baufach, Kulturtechnik, Landmessen, Handwerke) und Leibesübungen (Turnen, Reiten, Fechten).

Am 15. Mai 1899 begann der Lehrbetrieb zunächst mit zwölf Internatsschülern. 1905 wurde ein Erweiterungsbau der Schule fertiggestellt. Damit steigerte sich die Zahl der Internatsplätze von bisher 41 Plätzen auf 90 Plätze. In den Jahren 1908 bis 1911 befand sich auch die Kolonialfrauenschule in Witzenhausen, danach zog sie nach Bad Weilbach um. Bis zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs werden dort insgesamt achthundert Schüler ausgebildet. Die Kosten pro Semester für den Besuch der Kolonialschule betrugen etwa 800 Mark, die einmaligen auf 150 Mark. Die Absolventen sind gefragt. Bereits 1904 sind von 160 Schülern 108 im Kolonialdienst. Zu Beginn des Ersten Weltkriegs lebten 500 ehemalige Schüler im Ausland.

1902 wird eigens ein Tropengewächshaus gebaut, in dem die Schüler auch praktisch arbeiten können.

Prominente Schüler

Literatur

  • Jens Böhlke: Zur Geschichte der Deutschen Kolonialschule in Witzenhausen - Aspekte ihres Entstehens und Wirkens. 1995. (Schriften des Werratalvereins in Witzenhausen, Heft 29)
  • Eckhard Baum: Daheim und überm Meer. Von der Deutschen Kolonialschule zum Deutschen Institut für Tropische und Subtropische Landwirtschaft in Witzenhausen, Witzenhausen 1997.
  • Adelheid Rehbaum: Verbindung von Praxis und Theorie. Die deutsche Kolonialschule und Ernst August Fabarius (1859-1927). In: Hessische Heimat. Beilage der Gießener Allgemeinen. Nr. 25 vom 31. Dezember 2010, S. 97-99.
  • Karsten Linne: Witzenhausen: „Mit Gott, für Deutschlands Ehr, Daheim und überm Meer“: die Deutsche Kolonialschule, in: Ulrich van der Heyden/Joachim Zeller (Hg.): Kolonialismus hierzulande. Eine Spurensuche in Deutschland, Erfurt 2007, S. 125-130.

Weblinks