Kloster Haina

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Die Klosterkirche in Haina

Das Zisterzienserkloster Haina in Haina südlich von Kassel, heute psychiatrische Klinik, ist eine frühgotische Klosteranlage mit Klostergang an der Wohra im Kellerwald in Nordhessen.

Das ehemalige Zisterzienser-Kloster war einst eines der reichsten und wirtschaftlich bedeutendsten in Hessen.

Die Kirche zählt aufgrund der gotischen Ausmalung zu den bedeutendsten frühgotischen Baudenkmälern in Deutschland und ist die bedeutendste gotische Klosteranlage Hessens.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Nach der Gründung eines Benediktinerklosters auf der Aulisburg 1144 im nahen Dorf Löhlbach durch Graf Poppo von Reichenbach-Ziegenhain, seiner Frau Bertha und deren Kinder Heinrich und Ludgard sowie deren Ehemann Volkwin von Schwalenberg wurde das Kloster 1150 dem Zisterzienserkloster Altenkamp im Rheinland übergeben.

Doch die von den Stiftern zur Verfügung gestellten Örtlichkeiten erwiesen sich als ausgesprochen ungeeignet. Die Mönche versuchten vergeblich in Löhlbach ein Kloster anzulegen. Drei Konvente aus der Zisterze Kamp trafen ein, zogen aber bald wieder weiter.

Und erst nachdem die Grafen von Ziegenhain auf dem Generalkapitel in Cîteaux auch auf Herrschaftsrechte verzichtet hatten, war der Weg für die Errichtung eines Zisterzienserklosters durch Altenberger Mönche im Jahr 1188 frei.

Die Verlegung des Klosters erfolgte dann 1214 (nach anderer Darstellung im Jahre 1201) in den milderen Talkessel an der Wohra vor dem Hainaer Gebirge. Aus dem Kloster Altenberg bei Köln wurden hier Zisterzienser angesiedelt, die das Altenberger Tochterkloster in Haina errichteten.

Zu Beginn wurde die Klosteranlage großteils nach den strengen Regeln der Zisterzienser, dem "Bernhardinischen Plan" im romanischen Stil erbaut. Doch schon bald erfolgte der Wechsel zur Gotik und es entstand eine der frühesten gotischen Kirchenbauten in Deutschland.

Im Zuge der Reformation in Hessen wurde das Kloster im Jahre 1527 durch Landgraf Philipp I. von Hessen aufgehoben und ein Hospital eingerichtet. 1869 wurde das Kloster der Kommunalverwaltung im Regierungsbezirk Kassel unterstellt.

Seit 1953 gehört dem Landeswohlfahrtsverband Hessen die ehemalige Klosteranlage. Heute befindet sich in dem ehemaligen Kloster ein psychiatrisches Krankenhaus.

Klosterkirche

Klosterkirche Haina
Kloster Haina
Klosterkirche - Innenansicht

Bereits um 1216 wurde mit der Errichtung der Klosterkirche begonnen und der romanische Chor nach kurzer Bauzeit schon 1224 geweiht. Die gesamte sakrale Anlage wurde hingegen erst sehr viel später im Jahre 1328 fertig gestellt.

Die Möche des Klosters erwarben durch Tausch, Handel und Schenkung einen weit reichenden Besitz, der von der Weser bis zum Main und zur Kinzig reichte.

Offenbar wurde in Haina zunächst der Bau einer romanischen Basilika geplant, was auch den flach abschließenden Chor erklärt, mit dem beim Bau der Kirche begonnen wurde.

Doch schon während der frühen Bauphase erfolgte ein Wechsel hin zur Errichtung einer gotischen Hallenkirche.

Der Baufortschritt der Klosterkirche im 13. bis zum Beginn des 14. Jahrhunderts lässt sich sowohl an den Kapitellen als auch am Maßwerk feststellen.

Vieles ist noch erhalten, wie zum Beispiel die einzigartigen Grisaillefenster, mächtige Prachtfenster (Elemente der französischen Kathedralgotik) oder die Chorschranke.

Aus dem 13. und 14. Jahrhundert stammen das geschnitzte Chorgestühl und die Reste der Glasmalerei. In einem Zwickel des Ostfensters wird der Schöpfer der Glasmalerei als Lupuldus frater benannt.

Aus dem 14. Jahrhundert stammt die gotische Ausmalung.

Der Wandtabernakel aus dem 14. Jahrhundert wird Tyle von Frankenberg zugeschrieben.

Auch vom Kreuzgang her führt ein Portal zur Kirche, im Tympanon ist das "Lamm Christi" zu sehen.

Der heutige Turm der Kirche kam erst sehr viel später hinzu. Ursprünglich hatte die Kirche nach zisterziensischer Auffassung keinen Turm über der Vierung, sondern nur einen Dachreiter.

Landgraf Philipp I. löste das Kloster 1527 auf und stiftete am 26. August 1533 in Haina das erste Hospital für geisterkranke Männer in Deutschland. Philipp Soldan schuf in dieser Zeit das Grabdenkmal für den Obervorsteher Heinz von Lüder und 1542 den Philippstein. Aus dem 16. Jahrhundert stammt auch das Kruzifix.

Restaurierungsarbeiten im 19. Jahrhundert unter Friedrich Lange umfaßten neben der Neueindeckung des Langhausdaches und der Erneuerung des Westportals vor allem die Wiederherstellung des Innenraums der Klosterkirche, einschließlich der Glasmalereien und dem Innenanstrich.

Weiterhin erhielt am 7. April 1857 Georg Gottlob Ungewitter den Auftrag zum Entwurf eines umfassenden Bauplans, wobei seine Hauptaufgabe - neben der Schaffung des Kirchengestühls und des Orgelgehäuses - der Restaurierung der Konventgebäudes galt.

Beide folgten einem idealen Mittelalterbild. Ein im Jahre 1744 auf der Vierung aufgesetztes barockes Türmchen wurde ersetzt. Der Ausführungsentwurf dazu - von dem Ungewitter-Schüler Ernst Georg Bösser - stammt von 1883 und wurde erst 1886 - 88 realisiert.

Konrad von Hörnsheim

Auch Haina hatte einen Heiligen. Auf Konrad von Hörnsheim, einen Zeitgenosse der Heiligen Elisabeth stieß nach einem Artikel in HNA-online vom 14.4.11 der ehemalige Hainaer Pfarrer und Historiker Dr. Arnd Friedrich, als er alte Quellen aus der Geschichte des Klosters Haina durchsah. Konrad, der nach der Legende auch ein Heilungswunder vollbracht hat, wurde in Haina in der nicht mehr vorhandenen Martinskapelle begraben.

Literatur

Der Philippstein in der Klosterkirche (ein Steinrelief von Philipp Soldan aus Frankenberg) zeigt Landgraf Philipp I. und seine Ahnfrau Elisabeth von Thüringen.

Persönlichkeiten

siehe auch

Kloster Haina - Kreuzgang
Kloster Haina - Zugang zur Kirche vom Kreuzgang her

Verein

Der Verein "Freunde des Klosters Haina e.V." (1991 gegründet) pflegt die Geschichte der ehemaligen Zisterzienserabtei Haina, die Geschichte des Hospitals mit dem Stamfordschen Garten und die Familiengeschichte der aus Haina stammenden Künstlerfamilie Tischbein.

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Johannes Grötecke, Bad Wildungen

Weblinks




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