Kloster Breitenau: Unterschied zwischen den Versionen

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==Kloster Breitenau==
 
Der letzte der Grafen Werner, die ursprünglich aus Württemberg stammen und denen u.a. die hessische Grafschaft Maden (Gudensberg) gehörte, die 1121 von den Gisonen ererbt und von denen 1122 durch Heirat an Ludwig l. v. Thüringen kam, gründeten 1113 das Benediktinerkloster Breitenau nahe dem Zusammenfluss von Fulda und Eder. Dieser Werner IV. von Grüningen wandte sich an das schwäbische Reformkloster Hirsau und bat den dortigen Abt Bruno von Beutelsbach um Übersendung von Mönchen, was dann 1119 geschah. Von diesen 13 Mönchen wurde Drutwin bald darauf als 1. Abt der Neugründung ernannt. Unter ihm wurde eine Kirche St. Peter und Paul errichtet und nach seinem Tode (1132) unter Abt Heinrich l. an anderer Stelle die heutige Klosterkirche St. Maria, eine dreischiffige, flachgedeckte, kreuzförmige, romanische Pfeilerbasilika, begonnen (Hochaltarweihe zwischen 1143 und 1145). Sie ist das wichtigste Beispiel der Hirsauer Bauschule in Hessen.
 
Der letzte der Grafen Werner, die ursprünglich aus Württemberg stammen und denen u.a. die hessische Grafschaft Maden (Gudensberg) gehörte, die 1121 von den Gisonen ererbt und von denen 1122 durch Heirat an Ludwig l. v. Thüringen kam, gründeten 1113 das Benediktinerkloster Breitenau nahe dem Zusammenfluss von Fulda und Eder. Dieser Werner IV. von Grüningen wandte sich an das schwäbische Reformkloster Hirsau und bat den dortigen Abt Bruno von Beutelsbach um Übersendung von Mönchen, was dann 1119 geschah. Von diesen 13 Mönchen wurde Drutwin bald darauf als 1. Abt der Neugründung ernannt. Unter ihm wurde eine Kirche St. Peter und Paul errichtet und nach seinem Tode (1132) unter Abt Heinrich l. an anderer Stelle die heutige Klosterkirche St. Maria, eine dreischiffige, flachgedeckte, kreuzförmige, romanische Pfeilerbasilika, begonnen (Hochaltarweihe zwischen 1143 und 1145). Sie ist das wichtigste Beispiel der Hirsauer Bauschule in Hessen.
  
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==siehe auch==
 
==siehe auch==
 
* [[Katholische Kirchengemeinden in Nordhessen]]
 
* [[Katholische Kirchengemeinden in Nordhessen]]
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==Pastoralverbünde==
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* [[Dekanate und Pastoralverbünde Bistum Fulda]]
  
 
== Weblink ==
 
== Weblink ==

Version vom 6. März 2007, 23:37 Uhr

Kloster Breitenau

Der letzte der Grafen Werner, die ursprünglich aus Württemberg stammen und denen u.a. die hessische Grafschaft Maden (Gudensberg) gehörte, die 1121 von den Gisonen ererbt und von denen 1122 durch Heirat an Ludwig l. v. Thüringen kam, gründeten 1113 das Benediktinerkloster Breitenau nahe dem Zusammenfluss von Fulda und Eder. Dieser Werner IV. von Grüningen wandte sich an das schwäbische Reformkloster Hirsau und bat den dortigen Abt Bruno von Beutelsbach um Übersendung von Mönchen, was dann 1119 geschah. Von diesen 13 Mönchen wurde Drutwin bald darauf als 1. Abt der Neugründung ernannt. Unter ihm wurde eine Kirche St. Peter und Paul errichtet und nach seinem Tode (1132) unter Abt Heinrich l. an anderer Stelle die heutige Klosterkirche St. Maria, eine dreischiffige, flachgedeckte, kreuzförmige, romanische Pfeilerbasilika, begonnen (Hochaltarweihe zwischen 1143 und 1145). Sie ist das wichtigste Beispiel der Hirsauer Bauschule in Hessen.

Nach dem Tode des Gründers, dessen Gebeine in der Klosterkirche beigesetzt wurden, übertrug seine Witwe Gisela (gest. 1155) das Kloster 1123 dem Erzbistum Mainz (Erzbischof Albrecht l., 1111 -37). Die Vogtei des Klosters lag seit 1122 in den Händen der Thüringer Landgrafen. Anfangs ging es dem Kloster nicht gerade üppig, was sich aber bald durch reiche Schenkungen änderte. Seine Blütezeit erlebte des Kloster zwischen Mitte des 12. und Ende des 14. Jahrhunderts.

Indem man sich stark an Rom anlehnte, gelang es, die Stellung gegenüber dem Landgrafen und dem Erzbistum auszubauen und auch eine Zeit lang zu bewahren (Päpste: Innozenz IV., Urban IV. und Clemens: IV.). Im 14. Jahrhundert allerdings ging es dann doch bergab. 1497 schloß man sich der Bursfelder Kongregation an, einer restaurativen Reformbewegung, die jedoch die eigentlichen, dringend notwendigen Änderungen - vor allem im Pfründenwesen - auch nicht in Angriff nahm und daher letztlich scheiterte.

1527 wurde das Kloster an der Fulda durch Landgraf Philipp im Zuge der Reformation wie alle anderen hessischen Klöster aufgehoben. Es wurde fürstliches Hofgut und die Klosterkirche 1579 zu einem Fruchtspeicher und Pferdestall umgebaut (Abbruch der Seitenschiffe und fünfgeschossige Unterteilung der Kirche).

Wie schon Landgraf Johann (1308-11) 1309, plante auch Landgraf Moritz (1592-1627) eine an das Kloster angelehnte Stadtanlage zwischen Fulda und Schwarzenbach, doch wurde dieses Projekt der "Colonia Hessorum" nie ausgeführt. Erstmals erscheint eine Ortschaft urkundlich im Jahre 1352. Landgraf Moritz ließ die Klosteranlage zu einem fürstlichen Lustschloß umbauen, das allerdings im 30jährigen Krieg 1626 von den kaiserlichen Truppen unter Tilly geplündert wurde. 1640 wurde die Anlage bis auf die Klosterkirche, die Nikolauskapelle und die Zehntscheune niedergebrannt.

Von 1791 bis 1844 diente die Zehntscheune als Pfarrkirche. 1841 wurden dann Querschiff und Chorraum der Klosterkirche für den Gottesdienst wieder hergerichtet und 1874 die restlichen Teile der Kirche zur Korrektions- und Landesarmenanstalt umfunktioniert.

Die Nazis missbrauchten die Anlage als Konzentrations- und Arbeitslager. Seit 1997 befindet sich auf dem ehemaligen Klostergelände ein Wohnheim für psychisch Kranke.

siehe auch

Pastoralverbünde

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