Klinikum Werra Meißner

Aus Regiowiki
(Weitergeleitet von Klinikum Werra-Meißner)
Wechseln zu: Navigation, Suche

Das Klinikum Werra-Meißner besteht aus den beiden Krankenhäusern Eschwege und Witzenhausen. Es stellt die medizinische Grund- und Regelversorgung in der Region sicher. Das Klinikum verfügte im Jahr 2015 insgesamt über 490 Betten und 40 teilstationäre psychiatrische Plätze. Zudem ist es Akademisches Lehrkrankenhaus der Georg-August-Universität Göttingen.

Krankenhaus Witzenhausen

Das Krankenhaus Witzenhausen befindet sich im Werra-Meißner-Kreis. Es versorgt jährlich im Schnitt mehr als 6000 stationäre Patienten. Daneben bietet es spezialisierte ambulante Leistungen an. Das Spektrum umfasst Diagnose- und Therapieverfahren in den Fachgebieten Frauenheilkunde, Innere Medizin, Allgemein- und Unfallchirurgie und Anästhesie und Intensivmedizin.

Aus der Geschichte des Krankenhauses Witzenhausen

Knapp sechzig Jahre nachdem in Kassel das erste moderne Krankenhaus Kurhessens seine Pforten geöffnet hatte, beschlossen die Witzenhäuser Stadtväter am 9. Mai 1842 „wegen Herstellung eines, dem Zweck vollständig entsprechendes Krankenhauses bis 1844 zeitig die erforderlichen Einleitungen zu treffen." Nach gut einjähriger Bauzeit wurde das Krankenhaus am 23. Juni 1845 mit einem vom Witzenhäuser Stadtrat erlassenen Aufruf an die „wohllöblichen Einwohner der hiesigen Stadt" eröffnet.

Die Ausstattung des Krankenhauses für "maximal 10 Patienten, das Personal und die Oeconomie" wurde bei Witzenhäuser Handwerkern in Auftrag gegeben und schlug mit zusätzlichen 100 Reichstalern zu Buche. Schnell zeigte sich, dass man die laufenden Kosten erheblich unterschätzt hatte. In einer Bekanntmachung vom 30. November 1846 musste Bürgermeister Eberhard eingestehen, dass „die Beiträge die laufenden Kosten der Krankenpflege nicht zum vierten Theile decken und deshalb... große Zuschüsse geleistet werden müssen. " Die Zahl der Patienten ging in den Folgejahren zurück; 1895 wurden nur 19 Patienten aufgenommen. Zur Jahrhundertwende drohte die Schließung des Krankenhauses.

Bis zum Ausbruch des Ersten Weltkrieges 1914 wurden - wegen der in die Jahre gekommenen Bausubstanz - Sanierungs- und Erweitungsarbeiten durchgeführt.

Das Krankenhaus diente für die Dauer des Krieges vor allem als Vereinslazarett des Roten Kreuzes. Die Kapazität wurde um 29 Betten erhöht. Die anschließende Inflation führte zu weiteren großen Sorgen. Die Pflegekosten für die Klasse III stiegen bis zum Jahr 1923 auf 8 Billionen Mark pro Tag. Dennoch konnte der Krankenhausbetrieb ohne nennenswerte Unterbrechungen aufrecht erhalten und das Krankenhaus weiterentwickelt werden - unter anderem wurden eine Entbindungsstation eingerichtet, das Gebäude instand gesetzt, WCs eingebaut und ein neuer OP-Saal gebaut. Das Belegarztsystem wurde eingeführt.

Nach dem Zweiten Weltkrieg

In Witzenhausen waren durch die Verdoppelung der Einwohnerzahl die Versorgungseinrichtungen überlastet. Auch das städtische Krankenhaus war zu klein geworden. Bis 1948 war die Zahl der Planbetten auf 178 gestiegen. Ein neues Krankenhaus wurde benötigt. Da dies die Stadt Witzenhausen nicht allein schultern konnte, wurde der damalige Landkreis Witzenhausen mit ins Boot genommen und am 1. Dezember 1950 der Zweckverband Kreis- und Stadtkrankenhaus Witzenhausen gegründet, an dem sich die Stadt mit 4/10 und der Landkreis Witzenhausen mit 6/10 beteiligten.

1951 wurden die Bauaufträge für den ersten Bauabschnitt vergeben. Am 8. Oktober 1951 wurde der Grundstein für das neue Krankenhaus gelegt. Nach elfmonatiger Bauzeit wurde am 6. September 1952 das neue Kreis- und Stadtkrankenhaus übergeben. Die Baukosten betrugen 1.318.660,70 DM. Damit verfügte das Krankenhaus über 198 Planbetten mit den Fachabteilungen Innere Medizin, Chirurgie, Gynäkologie und Geburtshilfe und HNO.

Im Mai 1970 vertrat der damalige Chefarzt Dr. Forster die Auffassung, dass dem Krankenhaus „ohne großzügige bauliche Veränderungen nur noch eine Überlebenszeit von zehn Jahren zu geben sei". Es begann eine Diskussion, ob ein Neubau an anderer Stelle oder Sanierungsmaßnahmen der Vorzug gegeben werden soll. Im September 1975 fiel die Entscheidung zu Gunsten der Sanierung und Erweiterung des Krankenhauses am bisherigen Standort. Der Grundstein für den ersten Bauabschnitt wurde am 6. Oktober 1977 gelegt. Das Kreis- und Stadtkrankenhaus Witzenhausen genügte 1984 mit seiner baulichen und technischen Ausstattung wieder neuesten medizinischen Anforderungen. Eineinhalb Jahre später wurde mit der Sanierung des Altbaus begonnen. Diese Sanierung wurde im Dezember 1988 abgeschlossen.

Beginnender Strukturwandel im Gesundheitswesen

Das Leistungsspektrum des Krankenhauses wurde in den Folgejahren durch Ansiedlung ambulanter ärztlicher und nichtärztlicher Praxen auf dem Krankenhausgelände zu einem regionalen Gesundheitszentrum erweitert und das stationäre Leistungsangebot weiter differenziert. 2004 wurde auf dem Krankenhausgelände in Witzenhausen neben der schon bestehenden Institutsambulanz schließlich eine Tagesklinik für Psychiatrie errichtet.[1]

Im November 2010 wurden die beiden Krankenhäuser Eschwege und Witzenhausen zur Klinikum Werra-Meißner GmbH verschmolzen.

Krankenhaus Eschwege

Das Krankenhaus Eschwege befindet sich im Werratal am Fuße des Meißners. Es versorgt jährlich über 11.000 stationäre Patienten. Daneben bietet es spezialisierte ambulante und teilstationäre Leistungen an. Es hat 327 Betten und verfügt über zwei psychiatrische Tageskliniken mit insgesamt 40 Plätzen. Das Leistungsspektrum umfasst Diagnose- und Therapieverfahren in den Fachgebieten Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Kardiologie, Gastroenterologie, Pneumologie und Schlafmedizin, Klinische Geriatrie, Neurologie, Allgemein- und Viszeralchirurgie, Unfall- und Wiederherstellungschirurgie, Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde, Urologie, Allgemeinpsychiatrie, Sucht- und Psychotherapie und Anästhesie, Intensiv- und Schmerzmedizin.[2]

Aus der Geschichte des Krankenhauses Eschwege

Vor 170 Jahren entstand das erste Krankenhaus in Eschwege aus den frühen Wohlfahrtsstätten der mittelalterlichen Stadt. Dazu gehören das Siechenhaus vor dem Brückentor und das Hospital St. Elisabeth, das einst vor dem Dünzebacher Tor lag und später dann in der Stadtmitte.

Fortschreitende medizinische Kenntnisse und damit verbundene Therapiemöglichkeiten waren der Anlass und die Geburtsstunde der Krankenhäuser. In Eschwege wurde in den Jahren 1836 bis 1838 das erste Krankenhaus vor dem Boyneburger Tor gebaut, auf dem Terrain der heutigen Alexander-von-Humboldt-Schule.

Dieses Haus war eine Heilanstalt vorzugsweise für kranke Eschweger, für deren Dienstboten, Gesellen und Lehrlinge, für Durchreisende, Verunglückte und alle jene, die zu Hause nicht die benötigte Pflege erhalten konnten. Bevorzugt und gern wurden zahlungskräftige Eschweger Bürger aufgenommen. Einen Anspruch auf Aufnahme hatten jene Gesellen, die in der Zunft waren und der Gesellenkrankenkasse angehörten. Unheilbare Kranke durften nicht aufgenommen werden. Dieses erste Eschweger Krankenhaus war für die damalige Zeit komfortabel eingerichtet. Ein Kohleofen mit Zirkulation und zusätzliche Öfen sorgten für die Wärme im Haus, alle Fenster hatten Ventilatoren und weiße Rollos. Im Durchschnitt dauerte ein Krankenhausaufenthalt 13 Tage. Doch schon bald entsprach dieses erste Krankenhaus nicht mehr den Ansprüchen der Zeit.

Das 1875 eingeweihte Landkrankenhaus in der Rollgasse, der heutigen Elsa-Brändström-Straße, trat an seine Stelle. Das Baugrundstück stellte die Stadt unentgeltlich zur Verfügung. Die Finanzierung erfolgte aus den Mitteln der Kreisstände zu Eschwege, der Stadt Eschwege und aus Mitteln des kommunalständischen Verbandes des Regierungsbezirkes Kassel.

Am 28. Januar 1875 fand die feierliche Einweihung des massiv erbauten „communalständischen Landkrankenhauses", das dem Bezirksverband Kurhessen unterstand, statt. 22 Betten standen für die Aufnahme aller Kranken zur Verfügung. Erster amtlicher Direktor des Landkrankenhauses war der königliche Kreisphysikus Sanitätsrat Dr. Heinemann. Sein Sohn übernahm 1898 nach dem Tod seines Vaters die Stelle als Dirigent.

Der allgemeine Fortschritte in der Medizin führte schon bald dazu, dass die Chirurgie vom Hauptgebäude in einen neu erstellten Anbau verlegt wurde. Wegen der steigenden Einwohnerzahl und verbesserter Operationsmethoden reichte der chirurgische Anbau am Hauptgebäude schon bald nicht mehr aus.

Da eine Vergrößerung dieses Anbaus keine Lösung versprach, konnten nur mit einem Neubau die Probleme des Chirurgieengpasses gelöst werden. Im Juli 1909 lagen die baureifen Pläne bereit, und es konnte mit dem Neubau für chirurgisch Kranke an der Luisenstraße begonnen werden. 27 Betten konnten in diesem chirurgischen Trakt belegt werden. Wegen der ab 1923 steigenden Zahl der Infektionskrankheiten, musste das Isolierhaus 1925 durch einen zweistöckigen Anbau mit 30 Betten erweitert werden.

1927 nannte sich die Anstalt Landeskrankenhaus. Ab 1937 führte die Anstalt die Bezeichnung Kreiskrankenhaus.

Der Bettenbedarf stieg in den Folgejahren weiter an. Eine zufriedenstellende Lösung brachte schließlich das 1968 eröffnete aktuelle Kreiskrankenhausgebäude mit seinen anfangs 387 Betten. 1976 wurde das Krankenhaus um einen Operationstrakt und eine Intensivstation erweitert. 2004 wurde der Anbau eines Bettenhauses fertiggestellt. 2005 wurde der Neubau der Psychiatrie eröffnet.

Im November 2010 wurden die beiden Krankenhäuser Eschwege und Witzenhausen zur Klinikum Werra-Meißner GmbH verschmolzen.

Weblinks und Quellen

  1. Aus der Geschichte des Krankenhauses Witzenhausen
  2. Kreiskrankenhaus Eschwege auf einen Blick